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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer ist Euer Lieblingsphilosoph?



MΞSSIΛS
12.10.2012, 06:55
Mich hat Nietzsche immer am meisten beeindruckt. Nicht nur, weil er die Moral als omnipraesente Instanz an den Pranger gestellt hat, sondern weil er dies zu einer Zeit getan hat, als die Menschheit fuer ein derart fortschrittliches Denken ueberhaupt noch nicht reif war. Natuerlich war er ein Nihilist und Provokateur, aber das macht ihn in meinen Augen nur umso interessanter und seine Ansichten keineswegs weniger wahr. Auch war er einer derjenigen, der die Kirche stets herausgefordert hat und half, diese anhand der Bigotterie zu ueberfuehren. Wenngleich die Auswirkungen seiner Philosophie erst lange nach seinem Tod Fruechte tragen sollten. Nietzsche hat, wie kaum ein zweiter Denker, die Freiheit der Methode und Betrachtung gewaehlt. Eine definitive Einordnung seiner Philosophie in eine bestimmte Disziplin ist daher schwierig. "Zur Genealogie der Moral" ist quasi meine Bibel.


„Sprechen wir sie aus, diese neue Forderung: wir haben eine Kritik der moralischen Werthe nöthig, der Werth dieser Werthe ist selbst erst einmal in Frage zu stellen – und dazu thut eine Kenntniss der Bedingungen und Umstände noth, aus denen sie gewachsen, unter denen sie sich entwickelt und verschoben haben (Moral als Folge, als Symptom, als Maske, als Tartüfferie (http://de.wikipedia.org/wiki/Tartuffe), als Krankheit, als Missverständniss; aber auch Moral als Ursache, als Heilmittel, als Stimulans, als Hemmung, als Gift), wie eine solche Kenntniss weder bis jetzt da war, noch auch nur begehrt worden ist.“
– Vorrede, Abschnitt 6:KSA 5, S. 253


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Natuerlich gibt es viele gute Philosophen, ausser Sartre, versteht sich. :D
Wer hat Euch auf diesem Gebiet am meisten beeindruckt und warum?

slowcar
12.10.2012, 10:15
Peter Sloterdijk, auch wenn man nicht immer übereinstimmt mag ich seinen Stil sehr, und die Kritik der zynischen Vernunft habe ich als erstes philosophisches Buch freiwillig gelesen.

MΞSSIΛS
12.10.2012, 10:32
Habe ich leider nicht gelesen, aber davon gehoert. Leider muss man fuer einen philosophischen Schmoeker auch immer "bereit" sein. Mit Nietzsche stimme ich auch nicht immer ueberein. Gerade einige Schriften aus seiner letzten Schaffensperiode sind dann doch schon leicht vom Wahn durchzogen.

Spaceman
12.10.2012, 10:50
Nietzsche ist ja eigentlich kein Philosoph sondern so etwas wie ein besserer Philologe. Wenn die auch gelten, das wähle ich William Blake.

MΞSSIΛS
12.10.2012, 10:54
Nietzsche ist ja eigentlich kein Philosoph sondern so etwas wie ein besserer Philologe. Wenn die auch gelten, das wähle ich William Blake.

Fuer die Anfangszeit mag das wohl zutreffen, aber in seiner Bluetephase hat er sich dann auch als Philosoph bezeichnet. Und das war er auch. Was gefaellt Dir denn an Blake?

weasel
12.10.2012, 11:09
Ich bin Literaturwissenschaftler, kein Philosoph. :D Pragmatism und William James wegen seiner Nähe zu und dem Einfluß auf den amerikanischen Realismus bis hin zur Moderne. Das ist - so der Vorwurf - eine oft belächelte Philosophie für Naive, denen die deutschen Philosophen zu schwierig sind. ;) Ich halte die Konzentration der Theorien auf die Erfahrung und die Erfahrungswelt des Meschen, weg von der Wahrheit als vor-gegeben, mysteriös und überhöht oder endgültig erfahrbar für wünschenswert. Die Einheit von Theorie und Praxis sagt mir eben zu :sz.
Außerdem mag ich Bourdieu, auch wenn der kein Philosoph ist, sondern Soziologe.


PS: Der Existentialismus ist die Interpretationspest der Postmoderne.

Spaceman
12.10.2012, 11:16
Was gefaellt Dir denn an Blake?

Das gleiche, was mir auch an Hunter Thompson gefällt: Es sind in vielen Punkten konservative Anarchisten mit einer an Cholerik grenzenden Liebe zu den Menschen (in ihrer ganzen Dummheit).

MΞSSIΛS
12.10.2012, 11:33
Ich bin Literaturwissenschaftler, kein Philosoph. :D Pragmatism und William James wegen seiner Nähe zu und dem Einfluß auf den amerikanischen Realismus bis hin zur Moderne. Das ist - so der Vorwurf - eine oft belächelte Philosophie für Naive, denen die deutschen Philosophen zu schwierig sind. ;) Ich halte die Konzentration der Theorien auf die Erfahrung und die Erfahrungswelt des Meschen, weg von der Wahrheit als vor-gegeben, mysteriös und überhöht oder endgültig erfahrbar für wünschenswert. Die Einheit von Theorie und Praxis sagt mir eben zu :sz.
Außerdem mag ich Bourdieu, auch wenn der kein Philosoph ist, sondern Soziologe.

Ich hoffe fuer Slow, dass Du Literaturwissenschaftlerin bist. :D Aber mit James kann ich gar nix anfangen. Pragmatismus ok, aber dieses innere Beduerfnis nach Glauben ist mir suspekt.



PS: Der Existentialismus ist die Interpretationspest der Postmoderne.

:love


Das gleiche, was mir auch an Hunter Thompson gefällt: Es sind in vielen Punkten konservative Anarchisten mit einer an Cholerik grenzenden Liebe zu den Menschen (in ihrer ganzen Dummheit).

Genau das nimmt mich ja auch so fuer Dich ein. :D

Jim
12.10.2012, 14:20
Geprägt bin ich durch Kant/Nietzsche/Bonhoeffer & Kierkegaard.
Aber nachdem die Frage ja eh schon aufgeweicht wurde, am liebsten ist mir da eigentlich Irena Sendler.
Die hat gar nicht erst irgendwas verfasst, reflektiert oder gedacht, sondern eben einfach nur gehandelt. :D

MΞSSIΛS
12.10.2012, 14:21
Wo bleibt da die Frage nach dem Sinn?

Jim
12.10.2012, 14:31
Die Sinnfrage muss ja nicht zwingend beantwortet werden, außerdem wäre doch dann die Antwort, dass sich die Antwort im Leben abzeichnet und würde sich damit gut in die Antworten Deines entsprechenden Threads einreihen.

MΞSSIΛS
12.10.2012, 14:36
Das kommt auf die jeweilige philosophische Disziplin an.
Aber Philisophie ohne philosophieren?

weasel
12.10.2012, 14:37
Ich hoffe fuer Slow, dass Du Literaturwissenschaftlerin bist. :D

ich bin im allgemeinen für das generische maskulinum. InInnen können mir meinetwegen gestohlen bleiben. wenn an der arbeit ne ansage kommt, alle mitarbeiter haben jetzt frei, kannst du wohl annehmen, daß ich nicht auf die ansage für die mitarbeiterInnen warten werde, um nach hause zu gehen. :sz ich bin emanzipiert genug, um mich von diesen dingen nicht entweiblichlicht zu fühlen. :D

slowcar
12.10.2012, 14:45
wenn an der arbeit ne ansage kommt, alle mitarbeiter haben jetzt frei, kannst du wohl annehmen, daß sofort ein Genderworkshop gegründet wird um das zu Verbessern
Habe die Aussage mal mehr Richtung Uni-Realität verschoben.

MΞSSIΛS
12.10.2012, 14:46
ich bin im allgemeinen für das generische maskulinum. InInnen können mir meinetwegen gestohlen bleiben. wenn an der arbeit ne ansage kommt, alle mitarbeiter haben jetzt frei, kannst du wohl annehmen, daß ich nicht auf die ansage für die mitarbeiterInnen warten werde, um nach hause zu gehen. :sz ich bin emanzipiert genug, um mich von diesen dingen nicht entweiblichlicht zu fühlen. :D

Das trifft sich gut, ich bin ein emanzipierter Mann. :D
Der Joke war auch mehr fuer Slow. ;)

BrainDamage
12.10.2012, 14:56
Habe die Aussage mal mehr Richtung Uni-Realität verschoben.

:lach:top

Spaceman
12.10.2012, 15:03
Wo bleibt da die Frage nach dem Sinn?

Metaphysik stinkt eh...

Jim
12.10.2012, 15:06
Das kommt auf die jeweilige philosophische Disziplin an.
Aber Philosophie ohne philosophieren?

Philosophie ist ja eh so nen schwammiger Begriff.
Ich persönlich verstehe unter Philosophie das Nachdenken über die Frage, was der Mensch ist.
Philosophie fängt bei Aristoteles mit dem Staunen an, das hat man ja auch sehr schön bei Nietzsche.
Das ist nicht nur das logische Nachdenken über etwas, sondern auch das Empfinden.
Da wären dann die Gedanken eines Kindes, ein entsprechendes Lied oder ein Bild erstmal gleichwertig mit Kant.
Und oft genug wäre sowas moderner Philosophie, die über die Metaphysik von Zahlen nachdenkt noch einiges voraus. :D
Mit dem wieseligen Bordieu hat man Gedanken zur Hand, wie sich Menschen dieser Frage widmen, aber keine wirkliche Antwort.
Derartiges halte ich natürlich auch für wichtig, zumal der Übergang fließend ist.
Aber das führt dann auch alles von der eigentlichen Frage weg.

MΞSSIΛS
12.10.2012, 15:14
Fuer mich ist das in erster Linie mit der Sinnfrage verknuepft, da sich die Philosophie nun mal mit der Deutung der Welt und des Menschen befasst. Das kann man schwer trennen.

MΞSSIΛS
12.10.2012, 15:16
Metaphysik stinkt eh...

Und doch hast Du in meinem Sinnthread geantwortet. :p

weasel
12.10.2012, 15:25
Habe die Aussage mal mehr Richtung Uni-Realität verschoben.
du meinst, bremenspezifiziert :D

weasel
12.10.2012, 15:36
Mit dem wieseligen Bordieu hat man Gedanken zur Hand, wie sich Menschen dieser Frage widmen, aber keine wirkliche Antwort.

Mit Bourdieus 'Distiction' hast du eine Untersuchung und einen Erklärungsversuch wie sich das Wesen des Menschen in der Realität äußert und wie bestimmte Mechanismen funktionieren (könnten), deshalb ist er ja auch Soziologe.
Grundsätzlich halte ich die Frage nach dem Sinn oder der danach, was der Mensch ist nur dann für interessant, wenn sie etwas über das Konkrete, die Erfahrung, das Leben welches gelebt wird, auszusagen hat. :sz Deshalb bin ich auch kein Philosoph. :D

Dudjän
12.10.2012, 17:18
Ich hab nicht ein philosophisches werk gelesen und wüsste die frage nicht zu beantworten ohne eine grundlage.

MΞSSIΛS
12.10.2012, 20:56
Ich hab nicht ein philosophisches werk gelesen und wüsste die frage nicht zu beantworten ohne eine grundlage.

Dann bist Du hier ja goldrichtig. Evtl. machen Dir die Schilderungen ja Lust auf mehr. :)

Dudjän
12.10.2012, 21:38
Uninteressiert bin ich nicht, nur zu faul ;)

gandhi
19.10.2012, 17:28
Viel habe ich nicht durchgelesen, aber was wirklich Spaß gemacht hat war Alasdair MacInytres Verlust der Tugend.

JIG
22.10.2012, 03:51
Cunt. :snicker

MΞSSIΛS
22.10.2012, 03:52
:lach:top

killafonzy
24.02.2013, 16:26
Garfield einer der besten :)

visti
24.02.2013, 21:07
Garfield einer der besten :)

Das wird er sicher gerne hören... :D :snicker

killafonzy
24.02.2013, 23:53
achja hier turnt ja auch einer rum^^

ich dachte eigentlich an den Lasagneverschlingenden Philosoph mit seinen neuzeitlichen Phrasen zum Leben :)

BrainDamage
25.02.2013, 07:19
Visti auch. :D

weasel
25.02.2013, 08:35
um hier mal einen klassiker zu zitieren: i HATE mondays

BrainDamage
25.02.2013, 09:42
:neinI don't like Mondays.

weasel
25.02.2013, 09:45
:nein

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gubbel
27.02.2013, 23:59
Garfield minus Garfield is where it's at :O

http://garfieldminusgarfield.net/post/40712471644/g-g-the-book-g-g-on-facebook-g-g-on-twitter

Sare
28.02.2013, 02:05
Eher Picture minus Picture. :O