"Steh auf, wenn du am Boden bist"
Letzten Samstag kam ich wieder nicht ins Stadion, die Arbeit rief, und doch wäre ich wieder gerne dabei gewesen. Auch wenn es nicht schön klingt.
OFC - Osnabrück: 1:5
Scheinbar war es eine Stunde lang ein Spiel auf Augenhöhe: 0:1 unglücklich gefangen, danach ausgeglichen, erneut in Rückstand geraten und wiederum den Ausgleich auf dem Fuß gehabt. Wieder stellt der Trainer die Mannschaft zum Offensiven um und wieder nutzt es nichts, dafür versagt die komplette Defensive und am Ende ist die höchste Saisonniederlage perfekt.
Gut. Nun heißt es, am Dienstag im Pokal Vollgas zu geben und vielleicht noch im Pokal dem Verein etwas dringend benötigtes Geld einzufahren, auch wenn daran wohl niemand hier wirklich daran glaubt. Es gibt auch wieder ein Werbevideo.
http://www.youtube.com/watch?feature...&v=c8MfLlsxwT0
Kommt es mir nur so vor oder misslang der Versuch, geistreich und witzig zu sein, so sehr, dass er ins Peinliche abdriftet? Lasst mich lieber die Worte von Pele Wollitz, Trainer von Osnabrück, nach dem Spiel zitieren: "Wir wünschen Arie (...) am Dienstag alles Gute. Jetzt nach der Niederlage setzt wohl keiner mehr auf euch - und das ist eure große Chance."
Elfter gegen Vierzehnter oder: Zwölf gegen zwölf
Ein Spiel wartete in diesem Jahr noch und die Gerüchteküche tat alles, um rheinlandfreundlich zu sein. Zunächst hieß es, die Kickers müssten gewinnen, sonst gingen finanziell die Lichter aus, doch nach der Umbenennung der Westtribüne nach einem Mobilfunkanbieter wurde dies ersetzt durch: Die Mannschaft muss gewinnen oder der Trainer fliegt. Dann wäre Holland so richtig in Not.
Meine eigene Perspektive war da distanzierter. Nach einem knappen Monat ohne Fußball merke ich die Entfernung und wo ich vor Berlin zitterte, ließ mich Düsseldorf weitgehend kalt. Es würde werden oder eben nicht. Sah man von den Umständen einmal ab, dann gab es durchaus Chancen für Offenbach, auch jenseits von Heimspiel-Flutlicht-Psychologie. Die Kickers spielen gewöhnlich mit Viererkette und zwei defensiven Mittelfeldspielern, das sorgt für einen schönen Block gegen Offensiven. Wichtig wäre nur, nicht früh in Rückstand zu geraten, denn dann könne es hässlich enden. Meinem Mitbewohner sagte ich, die erste halbe Stunde würde das Spiel entscheiden. Dieser gab als Tipp ab: 2:1 oder 1:11. So ähnlich sah ich das auch.
Ich kann das Spiel nun nur als Ganzes betrachten, da sich einfach wenig änderte. Die Kickers besaßen mehr Ballbesitz und dominierten etwa zwei Drittel jeder Halbzeit, ohne dass jedoch irgendeine Mannschaft (zunächst) zwingende Torchancen besaß. Das Eckballverhältnis spricht hier wohl Bände, das stand nach einer Halbzeit gerade mal bei 1:1. Größter Trumpf Offenbachs: Ein ausverkauftes Stadion (allerdings mit starkem Düsseldorfer Block, die bekamen die gesamte Westtribüne statt nur einem Teil). Größter Trumpf Düsseldorfs: Der Schiedsrichter. Seine Entscheidungen waren sehr konstant unterschiedlich hart.
War in der ersten Halbzeit noch Offenbachs Nervosität Tod jedes Chancengewinns, fielen kurz vor Ende die Tore - und leider am komplett anderen Ende des Stadions, so dass ich euch wenig sagen kann. Es war nur schön.
OFC - Düsseldorf: 2:0
Zur Mannschaft kann ich sagen, dass kein einziger Spieler wirklich eine schlechte Leistung brachte... und das, obwohl einer auf einer Notposition spielte: Maxi Ahlschwede fiel wohl kurzfristig verletzt aus, doch statt nun Daniel Dziwniel auf den Platz zu stellen, der in der Liga ja schon solide Spiele ablieferte, zog van Lent den Innenverteidiger Marcel Stadel nach außen. Dort spielte er eine ansehnliche Partie (auch wenn er wirklich keine Flanken schlagen kann).
So stehen die Kickers nun im Viertelfinale und kamen damit weiter als die "Quasi-Zweitliga"-Truppe vor zwei Jahren. Im Topf befinden sich noch eineinhalb Zweitligisten... und einen von denen hätte ich gerne.