Würde mich schon interessieren, ob ich nach dem Median besser oder schlechter abschneiden würde...
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Würde mich schon interessieren, ob ich nach dem Median besser oder schlechter abschneiden würde...
Das Medianeinkommen sind so 1300-1500 Taler/Monat netto, das sind so ca 25k/Jahr brutto je nach Steuerklasse etc. Das ist auch in etwa das Einkommen, dass man im öffentlichen Dienst hat (TVÖD), wenn man eine 3jährige Ausbildung und paar Jahre Berufserfahrung hat. Also nix zu wildes.
Das Durchschnittseinkommen ist locker das doppelte, das ist aber sicher nicht repräsentativ, da es durch einige sehr hohe Einkommen verzerrt wird. Für 40-50k Jahresbrutto muss man ja schon in leitender Position oder Akademiker sein, ein normaler Arbeitnehmer verdient so viel nicht.
naja wie gut das ich nur aus langeweile Arbeite :P ansonsten würden mich die Zahlen ziemlich depressiv machen.
Und wie kommst Du so über die Runden?
Hat ja noch niemand was zu dem gesagt, was in Zypern abgelaufen ist. Da wurde mal wieder eine neue Stufe gezündet. Diesmal ist es über Nacht, von Freitag auf Samstag, zu einer Teilenteignung gekommen. Nicht etwa der Gläubiger oder Eigentümer der Banken, sondern derjenigen, die Konten bei zypriotischen Banken hatten. Da bin ich ja mal gespannt, was die Bürger in den anderen Krisenstaaten nächste Woche machen werden. Vielleicht zur Bank rennen und so viel möglich abholen? Gottseidank hat Monti in Italien da ja schon weitgehend einen Riegel vorgeschoben. Mehr als 1000 Euro gibt's nicht mehr am Schalter. Kein Gesetz und keine Institution wird finanzielle Repression verhindern. Demokratie, Rechtsstaat hin oder her, wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass im Zweifelsfall die normative Macht des Faktischen alles beiseite wischt. Wir hinken ja noch ein paar Jahre hinterher. Mal gucken, was bei uns so kommt.
och eigentlich ganz gut :) War auch mehr ein Scherz aber mehr Gehalt wär natürlich ne feine Sache weil in der Hotelerie ist die Bezahlung nicht so die beste, bin ganz froh das ich mit meiner Freundin zusammenlebe, so lässt sich schon ne menge mehr bewerkstelligen. Und die Zahlen deprimieren mich schon...
Die ermitteln also das Durchschnittseinkommen aller sozialversicherungspflichtigen Vollbeschäftigten und vergleichen es dann mit dem realen Einkommen. Was ist mit Teilzeitkräften? Wird deren Einkommen hochgerechnet oder gelten die schon wegen der geringeren Arbeitszeit und des deswegen niedrigeren Gehalts als Geringverdiener?
http://deutsche-wirtschafts-nachrich...erger-liefern/
Wird da was vorbereitet?
@Dud
Das ist heute größtenteils auch schon möglich. :hahm
Wenn ich Zeit hätte, würde ich mir evtl. mal dieses Buch in unserer Bibliothek ausleihen: http://www.amazon.de/Zwangsumtausch-Kohl-Lafontaine-D-Mark-abschafften/dp/3631576587%3FSubscriptionId%3D1A4D1MX0PTMNEQD6VN82 %26tag%3Duniversitaehe-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165 953%26creativeASIN%3D3631576587
Ist eine Dissertation über die Einführung des Euro. Der Autor hat dafür auch Interviews geführt, z.B. mit Kohl, der sich in der Euro-Frage selbst in die Nähe eines Diktators gerückt hat.
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/germany/9981932/Helmut-Kohl-I-acted-like-a-dictator-to-bring-in-the-euro.html
Übrigens, falls sich jemand wundert, warum nach der Zypern-Aktion die Renditen in den Euro-Südstaaten nicht schon wieder explodiert sind: Die Japaner haben ein gigantisches QE-Programm an den Start gebracht. Die dortige Notenbank hat verkündet, so viele Anleihen aufkauen zu wollen wie die Amerikaner...nur, dass die japanische Volkswirtschaft natürlich nur ungefähr 1/3 der Größe der amerikanischen hat. Also ein riesiges Programm, und damit werden jetzt auch Unmengen an Kapital frei, das in andere Anlagen fließen muss. Da die Amerikaner, Briten und Japaner ihre Anleihen nun zum Großteil durch die Notenbanken aufkaufen, Euro-Anleger schon weitgehend in die "sicheren" Euro-Staaten wie Deutschland geflüchtet sind, und somit das Angebot hier viel zu knapp ist, bleibt also großer Markt eben nur noch die Süd-Eurozone übrig. Und die EZB mischt ja auch noch mit...
Erstaunlich offener Angriff auf unsere Rettungspolitik im Handelsblatt: http://www.handelsblatt.com/meinung/...20862-all.html
"Der Euro wird noch zur Ostfront des deutschen Steuerzahlers." :snicker
Gunnar Beck darf doch öfter mal beim Handelsblatt kritisch über die Eurorettung schreiben, diesen Artkel hast Du schon vor fast einem Jahr verlinkt. Sehr erfrischend der Mann.
Ich bin allerdings nicht ganz so optimistisch, was die Kosten des Austritts betrifft. 300-500 Mrd. € Verlust klingt schon fast wie Peanuts, mir kommt das zu wenig vor. Was fehlt, ist der Aspekt, dass neben den Target-Salden noch weitere Forderungen abgeschrieben werden müssen, entweder wegen Bankrott (Griechenland) oder weil die Schulden sicher nicht in harten DM beglichen werden.
Zweiter wichtiger Aspekt: Wir haben jetzt fast 15 Jahre festgeschriebene Wechselkurse und eine Währung, die nach außen wesentlich schwächer aufwertet als die DM. Kumulativ sind das sicher 20 oder 30 %, die Deutschland unterbewertet ist. Das führt aber auch dazu, dass in Deutschland Unternehmen entstehen oder sich halten konnten, die normalerweise mit ihren Produkten schon längst aus dem Markt gepreist wären. Nicht jedes deutsche Produkt wird nur wegen seiner Qualität gekauft. Der Illusion sollte man sich nicht hingeben. Jedes zusätzliche Jahr freilich verschärft diese Verzerrung.
Langfristig bin ich immer noch überzeugt davon, dass es ohne Euro besser für alle (!) ist. Aber die kurz- und mittelfristigen Kosten des Endes werden zumindest in diesem Artikel für mich unterschätzt.
Ich bin davon überzeugt, dass der Euro langfristig für alle besser wäre und dass ein Euroausstieg kürzerfristig eine mittlere Katastrophe wäre. Mittelfristig könnte es je nach Alternative aber noch das kleine Übel sein.
http://www.bundesbank.de/Redaktion/D...ublicationFile
Auf Seite 52 lässt sich finden, dass die deutschen Exporte seit 1999 um 15% billiger geworden sind. Die chinesischen Exporte sind im gleichen Zeitraum um 60% teurer geworden. Der kürzerfristige Vorteil für die deutsche Exportwirtschaft ist natürlich enorm. Allerdings müssen wir unsere Exporte endlich durch Importe decken, sonst kann sich das Ausland unsere Exporte schlicht nicht leisten. Dann wäre die kostenträchtige Transformation der Wirtschaft zugunsten eines hohen Anteils von Exporten eine massive Fehlinvestion. Grundsätzlich war die Strategie der Unterbewertung kein Erfolg, sondern lediglich eine Subvention der Exportwirtschaft auf Kosten der Allgemeinheit. Dadurch sind vor 2006 viele binnenwirtschaftlich orientierte Unternehmen in die Pleite geschlittert. Das hätte man vermeiden können. Jetzt gilt es irgendwie die Exportüberschüsse zu internalisieren. Allerdings wird das deutsche Wachstum weiterhin durch das Wachstum der Exportüberschüsse gespeist. Stattdessen kopiert der Rest der EWU die deutsche Niedriglohnstrategie und überholt bei den Exportüberschüssen als Anteil am BIP bald wohl sogar China:
http://www.flassbeck-economics.de/wp...hina-Japan.jpg
http://www.flassbeck-economics.de/us...eltwirtschaft/
Und warum sollte das so sein? Ich und auch einige andere haben sich im Verlaufe dieses Threads bemüht, darzustellen, warum der Euro ein großer Fehler und die Ursache der massiven Verzerrungen innerhalb der Eurozone ist. Was hast Du bisher gebracht, um zu zeigen, dass das Gegenteil der Fall ist?
Das große Problem bleibt, dass wir eine marktwirtschaftliche Ordnung haben. Und in dieser ist es eben fatal, wenn das Preissignal so weit verzerrt wird, wie es in der Eurozone passiert, und das ja in vielerlei Hinsicht, nach innen, nach außen, Exporte, Importe, Kaufkraft - nur ein paar relevante Schlagwörter zum Thema Preise. Dieses Problem wird man mit dem Euro nie lösen können, selbst wenn man die Transferunion noch weiter ausweitet als sie jetzt schon ist. Aber auch Eurobonds, Sozialtransfers und anderes werden nie dazu führen, dass Spanien und die anderen Krisenstaaten Innovationsführer werden - und damit werden sie mit ihrem Lebensstandard auch nie zur Spitzengruppe aufschließen. Abstrus ist es zu glauben, dass die Deutschen nur ihre Löhne erhöhen müssten um den Euro zu retten. Das kann nur dann aufgehen, wenn wir und die anderen Nordländer dann auch den historischen Weg der Südländer gehen, nämlich den der Weichwährung, mit der wir unsere nachlassende preisliche Attraktivität ausgleichen. Ich kann aber nicht sehen, dass Südeuropa ein ökonomisches Vorbild sein kann, denn diese Länder sind schon seit Jahrhunderten nicht in der Gruppe der ökonomisch führenden Nationen. Darüber lohnt es sich auch einmal nachzudenken. Es wäre fatal, sich diesen ökonomischen Modellen anzunähern.
Schau, das ist doch das Groteske. Ohne den Euro wäre unsere Leistungsbilanz vollkommen in Ordnung. Niemand müsste sich beschweren über deutsche Leistungsbilanzüberschüsse, weil sie, wie in den meisten Jahren seit Ende des Systems von Bretton Woods sehr moderat wären (und es zeitweise sogar Defizite gab). Damals funktionierte der Währungsmechanismus noch. Mittlerweile ist er eben in doppelter Form, entgegen jeder ökonomischen Vernunft, ausgesetzt: gegenüber halb Europa, weil man festgesetzte Wechselkurse hat und nach außen, weil das Gewicht der schwachen und historischen Weichwährungsländer viel stärker ist als das der starken. Seit 2008 gilt das erst recht, weil die andauernde Krise einiger Länder den Euro so niedrig hält, dass er heute weit unter dem Wert von vor 2008 notiert.
Und das mit den Niedriglöhnen stimmt doch auch nur zum Teil. Ich bin ein Gegner der Hartz-Gesetze und nehme die Ausweitung des Niedriglohnsektors mit Befremden zur Kenntnis, aber die deutsche Leistungsbilanz ist nicht nur wegen den Hartzern so wie sie ist. Der größte Teil der potenziellen Hartzer ist nämlich nicht in den exportintensiven Industriebranchen beschäftigt, sondern die Ausbeutung im Niedriglohnsektor ist v.a. im Dienstleistungsbereich verbreitet. Die Löhne in den Industriebranchen sind weiter hoch, auch im internationalen Vergleich. Indem man allerdings die Deindustralisierung und stattdessen auf Dienstleistungen setzt, wird es aber nicht besser werden.
Noch ein dritter Punkt: Ich sehe es auch problematisch, wenn die ganze Eurozone dauerhaft große Leistungsbilanzüberschüsse hätte, weil die Eurozone natürlich ein großer wirtschaftlicher Block ist. Damit meine ich jedoch nicht einen Überschuss von einem oder zwei % des BIP. Deutschland aber ist nur ein kleines Land. Rechne doch bitte mal aus, was ein deutscher Leistungsbilanzüberschuss von 6 % des BIP gemessen am Welt-BIP ist. Fast nichts! Der geht vollkommen unter im Handelsgestrüpp von 150 oder 200 Ländern. Deutschland alleine ist viel zu klein als dass es eine Bedrohung für die Welt wäre, oder gar die Weltwirtschaft zum Einsturz bringen könnte. Da würde ich doch mal genauer nachfragen, wer das, außer Flassbeck, sagt und welche Interessen dahinter stehen. Und komischerweise habe ich ähnliche Bedenken noch nie gehört, wenn es um Länder geht, die seit Jahrzehnten riesige, zum Teil viel größere Leistungsbilanzüberschüsse haben als Deutschland. Zu nennen ist hier vor allem der Block der ganzen Rohstoffstaaten, die zusammen keinesfalls kleiner sind als Deutschland, aber auch kleinere Länder wie die Schweiz und Schweden. Warum hat denen noch nie jemand vorgehalten, dass sie ja nicht auf den Mond exportieren können?
Ferner habe ich auch schon mal mit Zahlen dargestellt, dass der deutsche Überschuss mittlerweile schon lange nicht mehr mit der Eurozone entsteht, sondern außerhalb von ihr. Hier macht sich die Schwäche des Euro relativ zu einer rein deutschen Währung eben bemerkbar.
Noch einmal: Der Euro ist die Ursache unseres Leistungsbilanzüberschusses. Er ist die Ursache dafür, dass den Deutschen massive Kaufkraftgewinne durch niedrigere Importkosten und Entwertung der Vermögen verloren gehen. Er ist gleichzeitig die Ursache dafür, dass es in einigen Ländern zum Exzess, jetzt aber zu bitterer Armut gekommen ist. Ich finde das zum Kotzen, aber ich empfinde es genauso als bodenlose Frechheit, dass wir dafür jetzt bluten sollen. Denn als Dankeschön gibt es für uns die Rechnung für die Bailouts, die nun wahrscheinlich, nachdem die Bundestagswahl gelaufen ist, erst richtig gestellt wird. Als ehemals überzeugter EUROpäer kann ich nur empfehlen, mal die eigene Ideologie, dass das Verschwinden des Nationalstaats ja das primäre Ziel überhaupt sein muss, zu hinterfragen, und stattdessen darüber nachzudenken, was den Leuten hier wie da wirklich hilft. Ohne den Euro wäre so viel Leid und nun auch Ärger erspart geblieben, dass Aussagen wie die von Kohl ("Die Merkel macht mir MEIN Europa kaputt") einfach dreist und eine Unverschämtheit erster Güte sind, denn es ist genau DIESES EUROpa, das das Problem ist. Ich würde mir an Deiner Stelle auch noch einmal überlegen, ob die persönliche Gesinnung wirklich so wichtig ist.
Auch ohne Währungsunion ist es möglich das Preissignal der Wechselkurse massiv zu verzerren. Der Wechselkurs Dollar zu Euro is erst um ein Drittel gefallen, einige Zeit bei 0,8 $/€ gelieben und dann binnen relativ kurzer Zeit auf 1,6$/€ hochgeschossen. Wechselkurse sollten die Leistungsbilanz bei 0 stabilisieren. Tatsächlich neigen sie dazu zu überschießen und Wirtschaftskrisen auszulösen. Eine hohe Stabilität der Wechselkurse ist wünschenswert. Das kann man über bilaterele Vereinbarungen der jeweiligen Notenbanken schaffen, aber das ist auch nicht ohne Probleme. In keinem Fall aber darf man Wechselkurse den Märkten überlassen. Der große Vorteil eines großen Währungsraum ist die geringe Bedeutung des Außenhandels, sodass darauf wenig Rücksicht genommen werden muss und die Geldpolik sich darauf konzentrieren kann, die Investionstätigkeit optimal zu stimulieren.
Wieso sollte das nicht ausreichen? Wo wäre der Vorteil einer nominalen Aufwertung der deutschen Währung im Vergleich zu der inneren Aufwertung wie ich sie bevorzuge? Wenn die Löhne steigen steigt die Nachfrage, das hilft gegen unser Importdefizit.
Ende der 1980er hatten wir ein Leistungsbilanzplus von 5%, in Ordnung war das nicht mehr.
Steigen müssten die Löhne in erster Linie dort wo sie niedrig sind, sodass die Importe anziehen. Die Nominallöhne in der Industrie könnten vergleichsweise stabil bleiben, um den Strukturwandel zu Dienstleistungen zu bremsen. Durch die geänderte Lohnstruktur gewinnen sie aber umgekehrt für die Arbeitskräfte an Attraktivität.
Es sind über 6%. Das Problem ist, dass offenbar alle Überschüsse haben wollen, insbesondere Entwicklungsländer wollen Devisenreserven aufbauen. Insofern initiert Deutschland eine Deflationspirale. Das kann nicht gut gehen. Insofern plädiere ich für ein minimales Leistungsbilanzdefizit von vielleicht 0,5% vom BIP. Unsere Nettovermögensposition ist inzwischen auf etwa 50% des BIP angestiegen, es wird Zeit dies endlich mal aufzubrauchen und die Verschuldung des Auslandes bei uns zu reduzieren.
Die Rohstoffe sind unproblematisch, warum sollten sie problematisch sein? Interessant sind Güter und Dienstleistungen mit nennenswerten Personalkosten, also dort, wo Deflationsrisiken lauern. Japan stand deswegen jahrzehntelang auf der Anklagebank. China ebenfalls. Beide haben ihre Lektion gelernt. Nur Deutschland hat noch einen relevanten Exportüberschuss. Exportüberschüsse sind aber im wesentlichen Unternachfrage, Wachstumchancen werden deswegen nicht realisiert. Sie schaden also uns. Bei einer Leistungsbilanz dauerhaft um 0 wachsen inländische und ausländische Nachfrage im Gleichschritt, das ist prinzipiell optimal.
Die Leistungsbilanzüberschsse der Rohstoffstaten sind übrigens kleiner als was Deutschland heutzutage veranstaltet. Unsere Leistungsbilanz liegt um 180 Mrd €, das ist ungefähr so viel wie Russland und Saudiarabien zusammen.
Die Ursache für die Kaufkraftverluste ist die extrem schwache Lohnentwicklung seit Mitte der 1990er. Dass der Euro daran scheitern würde war damals bereits absehbar. Die Entwertung der Vermögen ist der unnachhaltigen Entstehung (nominaler) Vermögen geschuldet, die aus den Leistungsbilanzüberschüssen resultierten.
Transfers will weder ich noch die Südländer und die Nordländer sowieso nicht. Wenn Länder ökonomisch rückständig bleiben müssen sie halt mit niedrigeren Löhnen zufrieden sein.
Was haben monetäre Größen mit den Wirtschaftstrukturen dieser Länder zu tun? Was wäre schlecht daran eine Weichwährung in dem Sinne zu haben, als dass die Inflation bei 3% statt bei deutlich unter 2% liegt? Es gilt nicht ihre Wirtschaftstrukturen zu kopieren, das wäre völliger Unsinn. Nötig ist ein Preisgefüge, mit dem beide Seiten gut leben können. Unterentwickelte Länder brauchen Chancen zum wirtschaftlichen Aufstieg und dafür müssen sie preiswerter sein als hoch entwickelte Wirtschaften. Das kann man in einem System aus Währungen oder in einer Währungsunion erreichen. Aber einen Währungskrieg und eine Deflationspirale gilt es zu vermeiden.
Grds. zielt wohl jeder Erklaerungsversuch ins Leere, wenn Du nach Kronic's kompetenter Erlaeuterung der Lage, immer noch nicht von Deinen Irrwegen ablassen moechtest. Mir ist voellig schleierhaft, wie man die Lage immer noch derart verkennen kann. :sz
Dieses homogene Preisgefuege kann es bei diesen unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen nicht geben, weil genau hier ein Ausgleich stattfinden muss. Diesen haette man, wenn man den Euro als Schirmwaerung umfunktioniert, woran man diese Unterschiede mit der eigenen nat. Waehrung ausgleichen kann. Die europ. Waehrung ECU waere da als positives Beispiel zu nennen.
Im Prinzip sagst Du es ja selbst: "Unterentwickelte Länder brauchen Chancen zum wirtschaftlichen Aufstieg und dafür müssen sie preiswerter sein als hoch entwickelte Wirtschaften." Sie muessen ihre Waehrung daher abwerten koennen. Nur kann dies niemals in einer Waehrungsunion funktionieren, wo sich alle an eine Waehrung koppeln.
Längerfristige Wechselkursänderungen sind Resultat divergierender Lohnstückkosten. Sychronisiert man die Lohnstückkosten braucht man keine Wechselkursänderungen. Dass unterschiedliche Wirtschaftsstrukturen unterschiedliche Währungen erzwingen ist Unsinn, denn Wechselkurse ändern lediglich die monetäre Bewertung. Das geht genauso gut ohne Wechselkursänderungen. Eine logische Erklärung warum Währungsunionen, die bezogen auf die räumliche Zusammensetzung und die Wirtschaftstrukturen dem Euro ähneln, grundsätzlich zum Scheitern verurteilt sind habe ich noch nicht gehört.
Komisch, stehen alle in diesem Thread.
Habe ich mich auch gefragt, hatte nur Angst vor der Antwort. :un
Nötig wäre eine Koordination in der Lohnpolitik, sodass im Ergebnis die Leistungsbilanzen zusammenpassen. Wichtigstes direktes Steuermittel wäre ein gesetztlicher Mindeststundenlohn. In guten Zeiten mit geringen Ungleichgewichten würde eine Beratung der Tarifpartner ausreichen, in der gegeben Lage extremer Ungleichgewichte wären vielleicht auch verbindliche Maßnahmen nötig. Also für Deutschland, dass für zehn Jahre die Stundenlöhne um mindestens 5% p.a. steigen, sodass sich ein BIP-Deflator von leicht über 3% p.a. ergibt. Im Süden wären Stundenlohnerhöhungen von mindestens 2% p.a. aber nicht deutlich mehr nötig, sodass im Ergebnis ein BIP-Deflator von nicht unter 1% p.a. resultiert, sodass sie relativ preiswerter werden ohne in offene Deflation zu fallen. Grundsätzlich sollten sich die Tarifpartner an die Formel Stundenlohnsteigerung = Zielinflation + Produktitätstrend orientieren. Im Idealfall entstehen so gar nicht erst größere Unterschiede in der tatsächlichen Inflation, in jedem Fal gilt es aber akkumulierte Inflationsunterschiede zu vermeiden.
Gesetzlich verordnete 5 % Lohnerhöhung für 10 Jahre bei einem Deflator von 3 %. Von wem hast Du Dich denn beraten lassen, wie man das mit der Deindustrialisierung macht? Nach dem Programm steht die Arbeitslosigkeit in Deutschland bei 15 % und der industrielle Anteil an der gesamten Wertschöpfung im Land entfernt sich von der 10%-Marke nach unten. Die Industrie wird dann aber nicht in Spanien stehen. Nicht für ungut, justanick, aber gnade uns Gott, dass bei uns nie jemand an die Macht kommt, der so denkt wie Du. Denn dann heißt's Koffer packen so schnell wie es geht und die deutsche Staatsbürgerschaft abgeben. Ganz ehrlich, bei solchen Darbietungen vergeht mir die Lust Deinen längeren Beitrag von oben zu beantworten...oder ihn überhaupt erst einmal zu lesen. :un Und schau mal über den Tellerrand, der wohl nur bis an die Außengrenzen der Eurozone reicht, hinaus...
Wettbewerbsfähigkeit wird immer mit dem jeweiligen Wechselkurs gewichtet, daher ist sie im Wesentlichen nur innerhalb eines Währungsraums interessant. Ob wir in internationaler Währung um 3% teurer werden weil wir in nationaler Währung 3% teurer werden oder weil unsere Währung um 3% aufwertet oder weil das Zielland 3% Strafzölle erhebt macht wohl kaum einen Unterschied. Ich nehme lediglich das Ergebnis vorweg, sodass eine Aufwertung vermieden wird und sich der mögliche Kaufkraftgewinn direkt in den Löhnen ausdrückt. Die chinesischen Exporte sind in den letzten Jahren in internationaler Währung um deutlich über 3% p.a. teurer geworden und zu Zeiten des Wirtschaftschaftswunder hatten wir auch eine höhere Inflation des BIP.
Die Implikation, dass das Niveau der Löhne das Niveau der Arbeitslosigkeit bestimmt, ist grundfalsch. Die Löhne bestimmen die Preise. Da sie zeitgleich auch die wichtigte Komponente der nominalen Nachfrage stellen sind Lohnänderungen in einer geschlossenen Volkswirtschaft im wesentlichen beschäftigungsneutral. Eine geschlossene Volkswirtschaft wäre durch eine gleichbleibende Leistungsbilanz von 0 ausreichend approximiert. Die Nachfrage bestimmt, in welchem Maße es sich lohnt Menschen zu beschäftigen. Wenn die Beschäftigung gesteigert werden soll muss die Nachfrage durch ausreichende Kreditschöpfung gesteigert werden.
Eine ausführlichere Darstellung dazu findest du unter anderem in "Das Ende der Massenarbeitslosigkeit" von Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker.
http://www.westendverlag.de/buecher-...-spiecker.html
Sinn hat zum Thema Target-Salden noch einmal nachgelegt: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaf...-12652994.html
Das ist die Reaktion auf einen Beitrag von Marcel Fratzscher, der Deutschland als Target-Gewinner dargestellt hatte: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaf...-12639778.html
Freunde, es gibt etwas zu feiern! Wir haben ein neues Euroland: Lettland. :snicker
„Es gibt nun einmal eine klare Aufteilung in Geber und Nehmer in der EU.“
Das meint der derzeitige griechische Außenminister (früher Finanzminister) Venizelos. Schön, mal so unverblümt zu lesen, wie aus Griechenland auf die EU geblickt wird.
http://www.faz.net/aktuell/politik/e...-12737294.html
2013 fielen die deutschen Importe in nominaler Rechnung, in realer Rechnung stiegen sie.
http://www.flassbeck-economics.de/ma...-touren-jagen/
Man dreht sich im Kreis. Gäbe es die Gemeinschaftswährung nicht, dann hätten wir auch einen Großteil der Probleme nicht. Dass Probleme schöngerechnet werden, ist freilich nichts Neues. Es gibt ja noch viel eklatantere, und sogar für Laien verständliche Fälle. Man denke an Arbeitslosenzahlen. Und ich glaube, anders als scheinbar Flassbeck, nicht, dass Deutschland hier besonders herausragt.
Flassbeck hält die Arbeitslosigkeit in Deutschland für deutlich zu hoch. Und die hängt stark mit der deutschen Nachfrageschwäche zusammen.
Das Bundesverfassungsgericht scheint das OMT-Programm der EZB für rechtswidrig zu halten, traut sich aber nicht, ein Urteil zu fällen. Deshalb muss der EuGH jetzt ran. Das ist ein historischer Tag. Das BVerfG überlässt dem EuGH das abschließende Urteil in dieser zentralen Frage. Hier kündigt sich eine weitere Machtverschiebung auf die EU-Ebene an. In Luxemburg wird man wenig Bedenken gegen das Programm haben...
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaf...-12789643.html
Das ist ja alles richtig, aber ne Handvoll Juristen über solche Fragen entscheiden zu lassen, finde ich auch nicht optimal.
Die entscheiden auch nicht, ob die Maßnahme volkswirtschaftlich richtig oder falsch ist, sondern ob das Recht richtig angewendet worden ist. :sz
Sowas kann man objektiv entscheiden? (Keine rhetorische Frage ;))
Nö. Zwei Juristen, drei Meinungen. :sz
Und jede Entscheidung ist per se subjektiv.
Rechtsstaatlich erfolgt die Kontrolle durch Gerichte. Wenn man sich wegen des Programms streitet, muß einer entscheiden. Wer sonst als die Gerichte sollte das sein? (Keine rhetorische Frage ;))
Darum gehts mir nicht. :roll
Keine Sorge, in Europa werden Volkswirtschaftsprofessoren eh nicht bei Problemen herangezogen.
Legitimierte Volksvertreter? OK hast gewonnen. :D
Ich frage, weil mir ein Jurist mal sagte, dass das Verfassungsgericht eigentlich nur in D so einen hohen Stellenwert bei den Bürgern hat, hab's vorher nie hinterfragt.
Die legitimierten Volksvertreter haben a) mehr Ahnung von der Materie? oder b) den Murks verursacht, über den gestritten wird. Dann bräuchten wir ein Verfassungsgericht, welches im Zweifel auch den Gesetzgeber kontrolliert, tatsächlich nicht. Ob es uns dann besser ginge, ist eine andere Frage.
Und der Stellenwert des Gerichts in D ist schon besonders. Andere Länder haben nicht einmal eine vergleichbare Institution.
Ich schrieb ja "hast gewonnen", weil ich es auch als geringeres Übel ansehe. ;)