Weiß nicht, was daran witzig sein soll.
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Weiß nicht, was daran witzig sein soll.
Mein Problem ist, dass viele Leute das wirklich tun und denken, sie hätten mit ihrer Protestwahl was super tolles gemacht. Dabei verwursten nur das letzte bisschen konstruktives Arbeiten in der Kommunalpolitik.
12 Uhr ist halt auch verdammt früh am Sonntag.
Denke mir auch manchmal, dass die kommunale Ebene vielleicht die einzige ist, auf der noch vernünftige Leute unterwegs sind und vergleichsweise bürgernah Politik gemacht wird. Manchmal trügt der Eindruck allerdings auch. :un
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Zitat:
Zitat von ARD 18 Uhr
Karlsruhe weicht recht deutlich ab: http://web1.karlsruhe.de/Stadtentwic...014-gesamt.php
Wobei das auch zwischen den Stadtteilen schwankt, mein Stadteil ist zB recht nah am gesamtdeutschen Ergebnis dran (viele alte Leute).
schon wieder nen cdu OB ich kack ab...
Die PARTEI ist auch drin. Hoffen wir mal auf unterhaltsame Beiträge von Sonneborn :)
Viel Zeit hat er sich dafür nicht vorbehalten:
http://www.n-tv.de/politik/Sonneborn...e12897786.htmlZitat:
"Wir werden versuchen, monatlich zurückzutreten, um 60 Parteimitglieder durchzuschleusen durch das EU-Parlament. Das heißt, dass jedes dieser Mitglieder einmal für 33.000 Euro im Monat sich Brüssel anschauen kann und dann zurücktritt und noch sechs Monate lang Übergangsgelder bezieht. Wir melken also die EU wie ein kleiner südeuropäischer Staat."
Hätte ich gewusst, dass sie tatsächlich ein Mandat gewinnen, wäre ich auch noch eingetreten!
Ich hab jetzt hier einfach auf letzten Beitrag geklickt und dann hochgescrolled und dachte erst das wär von der AfD :duck
Übergangsgeld gibt es nur wenn man n ganzes Jahr im Parlament gesessen hat. :sz
Aber nette Idee. :japan
http://www.civforum.de/index.php
Bitte ueberfordere ihn nicht mit Tatsachen. Das ist unfair.
So ist der Harzer zumindest mal an die frische Luft und ueber die Sofalehne hinaus gekommen. :p
Eine Legislaturperiode frueher und ich haette mitgemacht. :D
:hahm
Und was hat man davon?
Zufriedene Gesichter in den Stammtischen.
Einen Karrusselbremser weniger.
Und was haben wir davon? Achso ja, ein starkes Land geht raus. Haben wir wieder Platz für paar neue Länder aus der Dritten Welt.
Ach, die sind mir lieber als die ganzen Staaten, die immer nur schön brav die Hände aufhalten und beledigt sind, wenn nicht noch mehr Honig fließt.
Es faellt mir schwer, aber da muss ich unserem Muschisucher mal zustimmen. Erstens ist England mittlerweile fern ab von dem, was man als solide finanzierten Staat bezeichnen kann. Zweitens torpedieren sie mit ihrem Vetorecht seit Jahren fast jede Entscheidung, die es auf EU-Ebene zu faellen gilt. Raus damit!
An welche Entscheidungen, die auf EU-Ebene gefällt werden müssen, denkst Du?
Bei den Staatsfinanzen mache ich mir wenig Sorgen, schließlich sind sie nicht in der Eurozone. Aber in den EU-Haushalt buttern sie fast so viel rein wie Deutschland - trotz Rabatt. Das ist so schlecht nicht.
Waehrungsunion, Agrarpolitik und diverse EU-Gesetze, um nur mal ein Paar aufzuzaehlen.
Fragt sich nur, wie lange dieser finanzielle Status noch anhaelt. Wir beide wissen doch wohl sehr genau, dass England schon heute ein massives, oekonomisches Problem hat. Warum meinst Du, dappen die seit Jahren in jeder militaerischen Auseinandersetzung mit? Aus demselben Grund, weshalb auch der Big Brother das tun muss.
Ich kann dieser Idee nichts abgewinnen. Warum sollten sie durch militärische "Investitionen" den Wert ihrer Währung steigern? Im Zeitraum 2005-2014 wird das UK voraussichtlich einen durchschnittlichen Leistungsbilanzsaldo von etwa -2,5% vom BIP gehabt haben. Derzeit liegt dieses Defizit etwas höher, das liegt aber vor allem daran, dass der Rest der Welt so langsam wächst, was die britischen Exporte hemmt.
Im Zeitraum 2005-2014 werden die USA voraussichtlich einen durchschnittlichen Leistungsbilanzsaldo von etwa -3,7% vom BIP gehabt haben. Derzeit liegt dieses Defizit etwas niedriger. Die USA wollen nicht länger einen Nachfrageüberschuss für den Rest der Welt zur Verfügung stellen. Diese Aufgabe käme konsequenterweise der Eurozone und insbesondere Deutschland zu. Stattdessen sind Geld-, Fiskal- und vor allem Lohnpolitik in der EWU die entscheidenden Wachstumsbremsen der Weltwirtschaft.
Im UK gibt es wirtschaftliche Probleme, insbesondere die primär konsumtiv statt produktive Verwendung der Kreditschöpfung ist ein Problem. Rchtig schwerwiegende Problem haben wir jedoch außerhalb des UK in der EWU. :nana
PS: Die Zahlen stammen aus AMECO, also im Wesentlichen von der EU-Kommision. Von Balance on current transactions with the rest of the world in percentage of GDP at market prices habe ich einen einfachen Zehnjahresdurchschnitt ermittelt.
AMECO? Echt jetzt? Da koennte ich ebenso Frank Stegner nach dem Haushalt Griechenlands befragen und bekaeme eine aehnlich kompetente Antwort. :hadrian
Diese Daten basieren zum grossen Teil auf Berechnungen und Schaetzungen von Behoerden der EU-Kommission. Diese Kommission hat auch europaweit dafuer gesorgt, dass grosse Teile der Schattenwirtschaft, sprich illegaler Drogen- und Waffenhandel, Hehlerei und Schwarzarbeit etc., ins BIP und BNE einfliessen. Selbstredend unterliegen die AMECO-Daten einem Haftungsausschluss. Wie aussagekraeftig diese Daten nun sind, ueberlasse ich mal Deiner Phantasie.
Dem Thema, warum diese beiden Laender Krieg fuehren muessen, hat Juergen Elsaesser vor ein paar Jahren mal einen Teil eines seiner Buecher gewidmet. Der Text ist zwar sehr allgemein gehalten, umschreibt das ganze Problem jedoch punktgenau in aller Kuerze.
Zitat:
Der geopolitische Hauptwiderspruch
Die USA, wie es in einem Kommentar der Financial Times hieß, ähneln als Volkswirtschaft insgesamt mittlerweile einer Heuschrecke.1 Die USA sind flächendeckend deindustrialisiert worden, seit Beginn der 70er Jahre. Die haben bei den Beschäftigten einen Industrieanteil unter 10 Prozent.2 Ähnlich sieht es in Großbritannien aus, dort haben wir einen Industrieanteil von 12 bis 13 Prozent3. Ganz anders in Deutschland, wo wir immer noch, trotz aller Deindustrialisierung in der Ex-DDR, einen Industrieanteil von 25 Prozent haben.4 Auch in Frankreich sind es noch 18 Prozent, dazu kommt die relativ große französische Landwirtschaft.
Das heißt, im alten Europa wird immer noch produziert. Im Unterschied dazu sind die USA und Großbritannien im Grunde Spekulationsländer. Das ist der Widerspruch, den ich heute in der heutigen Welt sehe, und deswegen hab ich vorhin das Leninzitat mit den „zwei, drei weltbeherrschenden, bis an die Zähne bewaffneten Räubern“ vorgelesen: Wir bekommen eine Konfrontation zwischen den produzierenden Staaten auf der einen Seite, zu denen die großen kontinentaleuropäischen gehören, vor allem aber die BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien, China; und auf der anderen Seite den spekulierenden Staaten unter der Führung der USA und Großbritanniens.
Die Spekulationsstaaten müssen Krieg führen, das erfordert ihre Ökonomie. Der Finanzsektor in USA hat Anfang der 80er Jahre drei bis vier Prozent der Gewinnsumme der Gesamtökonomie erwirtschaftet, bis zum Jahr 2007 stieg der Anteil auf 41 Prozent.5 Finanzsektor heißt: Da wird nichts hergestellt, da wird nur spekuliert. Aber da werden natürliche märchenhafte Gewinne erzielt, 41 Prozent der Gewinne der gesamten US-Wirtschaft.
Hier sehen wir den Zusammenhang zum Krieg. Der Finanzsektor, der 41 Prozent aller Gewinne erwirtschaftet, ist mit ungefähr dem selben Anteil an der Steuerzahlung beteiligt. Ein großer Teil der Haushaltsmittel des US-Staates kommt also aus dem Finanzsektor. Und was macht der US-Staat mit diesen Haushaltsmitteln? Unter anderem führt er damit Kriege, wie etwa den 3-Billionen-Dollar-Krieg im Irak. Das heißt: Die Finanzindustrie nährt den Krieg, und zwar über ihre Steuerzahlungen.
Aber es gibt noch einen weiteren Zusammenhang: Der US-Staat finanziert bekanntlich seine Kriege nicht nur über seine Steuereinnahmen, das würde gar nicht ausreichen, sondern er muss sich dafür auch in steigendem Maße verschulden. Zu diesem Zweck nimmt er Geld über Staatsanleihen auf, die er auf den internationalen Kapitalmärkten platziert. Diese Staatsanleihen, diese amerikanischen Schuldscheine, werden gekauft von China, Platz 1, von Japan, Platz 2, aber an der dritten Stelle der Käufer stehen schon die Hedgefonds, die in Großbritannien sitzen und in den genannten Steuerparadiesen.6 Auch darüber wird also die Kriegsmaschine durch die Finanzaristokratie geschmiert.
Umgekehrt braucht es den Krieg aber auch, um die globale Windmaschine, das globale Casino am Laufen zu halten. Sie müssen überlegen: Seit dem 11. September 2001 bis zum Jahr 2005 sind mehr zusätzliche Dollars in den Umlauf gebracht worden wie in der gesamten 200jährigen US-Geschichte zuvor. Da wurde eine riesige Blase aus Papiergeld aufgepumpt, die nicht durch reale Werte gedeckt ist. Wie bringt man den Rest der Welt dazu, eigentlich wertlose Dollarschnipsel, auf denen nur „In God we trust“ steht, als Währung zu akzeptieren? Obwohl keine Golddeckung mehr da ist? Die heutige Deckung der US- Währung besteht in mi-litärischer Macht. Das heißt die gewaltige Überlegenheit der US- Amerikaner auf militärischem Gebiet (sie geben mehr für die Rüstung aus als die 18 folgenden Industriestaaten zusammen) ermöglicht es den US-Amerikanern, jederzeit und an jedem Ort der Welt mit vorgehaltener Maschinenpistole den Umtausch ihrer wertlosen Dollar-Papierschnitzel in Waren und Werte zu erzwingen.
Zusammengefasst: Die Kriegsmaschine wird durch fiktives Kapital finanziert – und umgekehrt müssen Kriege geführt werden, um den eigentlich illusorischen Wert des fiktiven Kapitals zu garantieren. Das ist ein Kreislauf der sich immer schneller dreht und der die Welt immer tiefer in den Abgrund reißt.
Dein Parteichef Lucke ist sich nicht zu schade AMECO zu nutzen. Letztlich werden andere verfügbare Quellen aber auch keine wesentlich anderen Zahlen haben. Alle Messungen sind mit Ungenauigkeiten belastet und bei bestimmten Teilgrößen sind Schätzungen notwendig. Diese Ungenauigkeiten saldieren sich aber zu einem Betrag, der vor allem längerfristig gegen Null tendiert.
Der Erklärungsgehalt geht aber auch gegen Null. Als Japan Ende der 1980er Jahre seine Geldmenge sehr viel schneller als als das reale BIP stiegen ließ wertete der Yen um 100% auf. Zur Inflation von Produktion oder Verbrauch kam es nicht, tatsächlich gab es dort sogar deflationäre Tendenzien. Stattdessen kam es zu erheblichen "Wertsteigerungen" diverser Assets, grob gesagt also eine klassische Blase. Ähnliches lässt sich heute an diversen Aktienmärkten weltweit beobachten. Trotzdem lassen sich für Yen, Dollar, Euro und anderen Währungen Waren und Dienstleistungen billig einkaufen, ohne dass irgendwo Maschinenpistolen sichtbar wären. Ist diese Verschwörung womöglich viel subtiler?
Die USA und anderen Staaten haben es nicht nötig den Wert ihrer Währung durch Einsatz oder Androhung des Einsatzes von Waffen außerhalb ihrer Grenzen sichern. Ausreichend für die Akzeptanz als internationales Zahlungsmittel ist, dass die USA die Akzeptanz des Dollars als nationales Zahlungsmittel sicherstellen. Dadurch gibt es ein riesiges Angebot, dass sich für Dollar kaufen lässt. Ein wesentlicher Teil dieses Angebot ist international handelbar, und damit ist der Dollar auch als internationales Zahlungsmittel etabliert. Ob die USA ihr Militär außerhalb ihrer Grenzen einsetzen und ob Aktien für Fantastilliarden an Dollar den Besitzer wechseln ist dafür nur am Rande relevant.
Tatsächlich spricht einiges dafür sich die Militäreinsätze zu sparen. Hätte man die Billionen an Dollar für Bildung und Infrastrukur ausgegeben, dann hätte sich dies positiv auf das reale Angebot ausgewirkt. Bei einem im Vergleich zur Istsituation gleichen Wachstum der nominalen Größen hätte es also einen Wertanstieg des Dollars geben. Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass es paranoide Politiker gibt, den den Wert einer Währung durch Militäreinsätze stärken wollen. Rational betrachtet spricht jedoch vieles dagegen.
Elsässer :rofl
Raffendes und Schaffendes Kapital :top
Was Herr Lucke mit AMECO-Daten tut, hat rein gar nichts mit mir zu tun. Ich sehe den Zusammenhang leider nicht. :sz Wenn jemand diesen Daten glauben moechte, oder dies nur zwangslaeufig unter Vorbehalt tut, da ihm keine anderen Daten zur Verfuegung stehen, dann soll er es tun. Ich werde weiterhin jede Berechnung oder Statistik, die aus Bruessel kommt oder von unserer Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde, weiterhin aeusserst kritisch begutachten.
Japan ist weder England, noch die USA, und schon gar nicht ist es Mitglied der EU. Soviel zum Thema Erklaerungsgehalt. Ausserdem habe ich wahrlich keine Lust mehr, Dinge zu diskutieren und schon gar nicht zu erklaeren, die fuer einige von vornherein niemals eine Realitaet darstellen koennen. Womit ich nicht sagen will, dass dies auch auf Dich zutrifft. Womoeglich werde ich schlussendlich noch als Verschwoerungstheoretiker gehandelt. :D
Wir gehen in oekonomischen Sichtweisen ohnehin auseinander. Aber dennoch moechte ich kurz darauf hinweisen, dass bereits heute jeder Dollar mit 4 weiteren Dollar ungedecktem Kapital unterlegt ist. Die oekonomische, strategische Ausrichtung der USA sollte mittlerweile jedem einleuchten. Und wenn man sich dazu noch die Summe an Fremdkapital anschaut, auf die die USA monatlich angewiesen sind, um ueberhaupt ihre Rechnungen zu bezahlen, dann kann ich nur noch auf die Kombinatorik jedes einzelnen vertrauen, wenn es darum geht, eins und eins zu addieren.
Eine gewisse Skepsis ist sicher angemessen, insbesondere bei Daten mit Prognosecharakter. Zumindest bei den Daten aus der Vergangenheit schätze ich die Diskrepanz zur Realität jedoch gering ein.
Japan ist ein damals wichtiger Teils des internationalen Finanzsystem gewesen. Die massive Kreditschöpfung Japans finanzierte diverse Übernahmen und Investitionen in den USA und in Europa. Ähnliches gab es ein paar Jahre vorher auch schon seitens der USA und es hatte die Aufhebung der Golddeckung des Dollars zur Folge. Japan ist in erster Linie ein Extremfall, an dem sich bestimmte Eigenheiten unsers Geld- und Wirtschaftsystem in besonderer Deutlichkeit beobachten lassen.
Die Gefahr besteht, wenn es an überzeugender Empirie mangelt. :japan
Nun ist es allerdings so, dass diese monatliche Summe spürbar sinkt. Beim Militär wird es erhebliche Einsparungen geben und die amerikanischen Exporte sind in den letzten Jahen deutlich gewachsen. Hinzu kommt, dass für die Verbindlichkeiten der USA nur niedrige Zinsen anfallen. Die von China etc. gehaltenen Staatsanleihen der USA werfen wenig Zinsen ab. Diverse Direktinvestitionen amerikanischer Unternehmen im Ausland haben weitaus bessere Renditen. Durch ergibt sich, dass die Nettoverschuldung der USA keinen zinsbedingten Kapitalverlust zur Folge hat.
Wenn wir uns auf "geringer" einigen koennen, haben wir einen Konsens. :cool
Alles korrekt. Wenn Du jetzt noch die vorangegangene Kapitulation Japans im WWII und die Folgen ggue. den Moeglichkeiten einer Siegermacht mit einbeziehst, haben wir eine schoene Ansammlung von historischen Fakten. Nur hast Du damit in keinster Weise irgendwas dementiert.
Sehr richtig. Die Gefahr besteht jedoch ebenso, wenn es an Evidenz mangelt. ;)
:un
Sorry, aber an diesen Ausfuehrungen kann ich absolut keinen Bezug zu den Gegebenheiten erkennen.
Kleiner Nachtrag zur Europawahl: Nachdem zunächst das Gegenteil behauptet wurde, ist nun rausgekommen, dass die EU-weite Wahlbeteiligung bei der Europawahl auf ein neues Rekordtief gesunken ist: http://euobserver.com/political/125198
Hat mal wieder ein halbes Jahr gedauert bis die Wahrheit ans Licht kommt. Wird aber nirgendwo berichtet. :snicker
Lang nix mehr geschrieben, aber es läuft ja auch einfach so weiter. Draghi fängt jetzt an, für bis zu eine Billion Euro Kreditverbriefungen zu kaufen. Staatsanleihen werden immer noch nicht direkt gekauft, aber es bleibt dabei: Die EZB fährt einen aggressiven Kurs. Unsere Krisenländer können sich mittlerweile so billig verschulden wie nie, die Defizite bleiben aber weiter hoch. Es ist absehbar, wohin das führt: Man wird das Zinsniveau, der Leitzins liegt mittlerweile bei 0,05 %, wahrscheinlich auf lange Sicht nicht erhöhen kann, weil jedes Zurückweichen vom Gaspedal zu steigenden Finanzierungskosten der Staaten führt - und das kann sich bei weiter steigenden Schuldenlasten niemand leisten. Aber auch im Privatsektor werden die Verwerfungen stärker und machen Zinserhöhungen und Bilanzverkürzungen der EZB schwieriger: Kredite bleiben billig, sodass immer mehr Leute, die es sich eigentlich nicht leisten können, stark verschulden werden. Das ist alles sehr betrüblich.
Sparer bleiben nebenbei absolute Verlierer, und der Staat Deutschland relativ zu den Ländern mit schwachen Haushalten mindestens ein relativer. Im Moment profitiert er natürlich auch von weniger Zinslasten - Schäubles ausgeglichener Haushalt lässt grüßen. Aber auch hier ist die deutsche Debatte schizophren. Der Gesamtstaat hat im 1. Halbjahr bei mieser Konjunktur einen Überschuss von 1,1 % des BIP erwirtschaftet. Nun würde man erwarten, bei dieser sensationellen Finanzlage - wann hat's das je gegeben? - würde auch mal wieder was für die Bürger getan. Die Union kommt aber nicht auf die Idee, dass man was bei der Abgabenlast tun. Nicht einmal ein Ausgleich für die kalte Progression ist ein Thema. Stattdessen steigen die Abgaben weiter. Neben der kalten Progression steigen nächstes Jahr auch wieder einmal die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherungen. Weitere Erhöhungen sind im Gespräch, etwa bei der Abgeltungssteuer. Und der Soli soll dauerhaft in die ESt überführt werden. Es bewahrheitet sich wohl die These, dass Steuern, so sie einmal erhoben werden, auch nicht einmal mehr abgeschafft werden. Umgekehrt wird der Geldsegen aber auch nicht für sinnvolle Ausgaben genutzt. Derzeit tobt die Debatte um die Infrastrukturausgaben, man merkt langsam, dass dringend mehr investiert werden muss. Nun kommt anscheinend niemand auf die Idee, man könne doch den großen Haushaltsüberschuss nutzen. Keineswegs. Nicht nur die Union murkst rum, auch die SPD. Die ist mittlerweile auf dem Trip, Versicherungen dafür direkt oder indirekt subventionieren zu wollen, dass Infrastukturvorhaben von ihnen finanziert werden. Ich muss sagen: Langsam verstehe ich die Welt nicht mehr. Womöglich bekommen wir neben einer flächendeckenden Maut, die für die Bürger schon auf mittlere Frist nicht mehr abgabenneutral im Verhältnis zum status quo sein wird, sondern womöglich auch an vielen Stellen zusätzliche Privatmautstellen a la italiana. Obwohl die paar Milliarden, die derzeit als Bedarf gesehen werden, locker da sind.
Ich war von Anfang an ein Gegner der Schuldenbremse und jetzt können wir gut beboachten, wozu sie führt: nämlich zu einer Sparhysterie unserer Politiker und einer weiteren Privatisierung elementarer Staatsaufgaben. Hauptsache, das Geld für Rentengeschenke reicht. Im Übrigen lacht man sich im EU-Ausland schon fast tot. Da verkündet doch der französische Finanzminister, dass Frankreich bei rekordniedrigen Zinsen es bis 2015 nicht schafft, die Verschuldung auf 3 % des BIP zu drücken. Bis 2017 wolle man jetzt Zeit. Prognose: Auch 2017 wird das Defizit so hoch liegen wie jetzt. Und in Griechenland werden bereits wieder Steuersenkungen versprochen. Nur in Deutschland, wo Handlungsspielraum besteht, gibt's weder Entlastungen für die Bürger noch mehr Geld für vernachlässigte Bereiche. Höchstens die Rüstungsausgaben sollen demnächst wieder steigen, wegen unserem großen neuen Feind, Russland. Aber das ist ein eigenes Fass, das ich jetzt gar nicht aufmachen will.
Die Dämlichkeit der deutschen Politik zeigt sich aber auch in einer anderen Angelegenheit: der Bestellung der neuen EU-Kommission. Der Brite Cameron hatte sich gegen den Willen des Europäischen Parlaments gestellt und wollte Juncker als Kommissionspräsidenten stoppen. Es war der Streit zwischen den Regierungschefs und dem Parlament. Der Schlüssel lag bei Frau Merkel, die am Ende Herrn Juncker akzeptiert hat. Ein großer Sieg für das Parlament. Nun aber der Treppenwitz: Bei der Verteilung der Kommissionsposten ist Deutschland der große Verlierer. Oettinger wird Kommissar für digitale Wirtschaft, ein mehr oder weniger belangloser Posten. Wettbewerbs- oder Außenhandelskommissar, beides für Deutschland sehr interessant, waren nicht drin. Franzosen und Briten aber haben den Jackpot gezogen: Der Brite ist für die Finanzmarktregulierung zuständig - damit darf die City of London weiter schalten und walten wie sie will - und der Franzose für die Währungs- und Steuerpolitik - also Steuern hoch und Währung schwach als Programm der Kommission. Es ist unglaublich, wie trottelig man in Berlin sein kann. Die größte Volkswirtschaft Europas lässt sich mit nichts abspeisen und die Länder mit entgegengesetzten Interessen leiben sich die Filetstücke ein. Das passt zur Machtverteilung innerhalb der EZB, in der Deutschland jederzeit überstimmt werden kann. Wer zahlt, schafft an? Nicht in Europa. Und alle Faktoren zusammen bedeuten auch einen Abschied von einer starken Währung.
Nun machen die Zinskosten der Staaten nur einen kleinen Teil der gesamten Zinskosten in einer Volkswirtschafts aus. Die Schlussfolgerung, dass die Zinsen auf unüblich lange Sicht nicht (nennenswert) steigen ist richtig. Der Hauptgrund dafür liegt jedoch im geringeren nominalen Wachstum. Sollte es aus derzeit nicht absehbaren Gründen wieder hohes und in der Höhe stabiles nominales Wachstum geben, schrumpft die Staatschuldenquote auch wieder zusammen.
Das dürfte ein wichtiges Ziel dieser Politik sein, aber der Erfolg ist ungewiss. Japan hatte jahrelang Nullzinsen, aber im deflationären Umfeld waren die realen Zinsen nicht sonderlich niedrig. Da zudem die Besteuerung sich auf die nominalen Zinsen bezieht könnte es so manch absurd anmutende Effekte geben.
Selten offenbart sich die Idiotie der Schuldenbremse in dieser Offensichtlichkeit. :un
Es sind weniger Sparauflagen als Reformen. UNd meinewetwegen könne sie sich gerne widersetzen, die türkischen Hoteliers freuen sich sicher drüber, wenn ihre Konkurrenz noch mehr wegbricht :sz
Die Schweizer Nationalbank hat heute entschieden, den Wechselkurs zum Euro wieder freizugeben. Innerhalb von einer Stunde ist der Wechselkurs von 1,20 auf knapp über 1 abgestürzt. Wie stark der Euro doch ist!
Naja noch sind alles Panikreaktionen. Aber die EZB wird den Kurs schon noch ordentlich (weiter) drücken mit dem geplanten Mist
Naja, die Übertreibung war, als der Kurs heute Vormittag kurzzeitig bei 0,85 stand. Ich rechne damit, dass es sich jetzt knapp über Parität einpendelt. Und mit QE dürfte dann die Parität dauerhaft fallen. Ich wäre nicht überrascht, wenn wir einem Jahr wieder bei der 0,85 sind. Und bei Euro/Dollar bei der Parität oder niedriger. Und die Eurozone wird davon trotzdem nicht gesund (siehe Japan).
Ca. 0,85 war übrigens auch der letzte Kurs der DM ggü. dem Franken. Der Wert unserer Währung hat sich ggü. dem Franken also fast halbiert. Das ist der blanke Wahnsinn, wie arm uns diese Währung macht.