Liegt wohl auch daran, dass es dem geknechteten Proletariat heute viel besser geht als zu Marxs Zeiten.
Druckbare Version
Das stimmt wohl für Deutschland, es gibt allerdings durchaus Weltregionen in denen es Menschen um ein vielfaches schlechter geht.
Wobei das schwierig zu beziffern ist, von der gefühlten Glücklichkeit sind Menschen in Deutschland nicht gerade weit vorn, beim Lebensstandard eher schon.
Wobei das aktuell empfundene Glück stark abhängig ist von dem Gewöhnungseffekt und damit von den bisherigen Lebensbedingungen. Das bedeutet konkret, daß die Bürger eines armen afrikanischen Landes vielleicht nicht unbedingt viel unglücklicher sind als die Bürger eines reichen europäischen Landes. Aber wenn wir von dem einen Tag auf den anderen in diese Lebensverhältnisse gedrückt würden, würden wir sehr wohl sehr viel unglücklicher werden als jetzt. Ähnlich muß es auch mit dem Reichtum sein. Nur wer von klein auf in Reichtum schwelgt, der weiß Reichtum evtl. nicht zu schätzen.
@Kiffing: Jup, sicherlich!
Wir liegen seriösen (so weit man die Auswertung qualitativer Fragebögen als seriös bezeichnen kann) Quellen zufolge gar nicht mal so schlecht, zumindest nicht so schlecht wie man Deutschland vermutet. Die blöden Ossis reiten uns hier mal wieder etwas in die Scheiße. ;)
Link
Ab der Mitte ca. gibts reichlich Grafiken zu allen möglichen Glücksindizes. Wer's mag. :sz
In China passieren auch schon Dinge: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...773355,00.html
Und das, obwohl China zu Mitteln greift, die westlichen Staaten garnicht zur Verfügung stehen: http://www.ftd.de/unternehmen/handel.../60049362.html
Letztendlich liegt es natürlich daran, dass China enorm von der Krise profitiert, da deren billige Güter jetzt ohne Ende nachgefragt werden und viele ausländische Unternehmen in China investieren: http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/a.../60077695.html
Letztendlich ist China optimal auf einen potentiellen Zusammenbruch des Systems vorbereitet, denn sie besitzen enorm viele Produktionsstätten und sind vollkommen unabhängig von Rohstoffimporten.
Letztendlich geht es um das selbe Prinzip wie bei Unternehmen auch: Wachstum. Verbessert sich die eigene Situation, ist man glücklich. Stagniert sie oder verschlechtert sie sich gar, ist man unglücklich.
Die italienischen Anleihen brechen weiter ein. Die 10jährigen stehen jetzt an der Schwelle von 6 % Zinsen. Donnerstag ist das nächste große EU-Treffen geplant. Ende letzter Woche sah es mal kurz nach Stabiliserung aus, aber gestern ging's munter weiter.
@BD
Ich kann Deine Ausführungen nicht nachvollziehen. Diesmal ist's nicht damit getan, mal wieder ne Milliarde rüberzuschieben, die eh keiner merkt.
Ich kann nur das Gefasel von Ansteckung oder ähnlichen Parallelen nicht mehr hören. Italien ist, zumindest was die Art der Schulden anbelangt, ein ganz anderer Fall als Griechenland. Rund 50% der Schulden werden von Italienern gehalten, was der Sache eine gewisse Stabilität verleiht. Eine Kapitalflucht wie in Griechenland ist hier also nicht zu erwarten. Dennoch wird sie das auf Dauer nicht retten können. Hilfreich ist das verabschiedete Sparpaket dann auch nicht, wenn es derart weit in die Zukunft verlegt wird. :roll
Positiv am "Sparpaket" ist, dass auf Steuererhöhungen setzt. Das mindert den Binnenkonsum und verbessert die Leistungsbilanz. :gruebel
Ja, ja, die avantgardistischen Italiener wieder. :love
Du bist Schwabe, die legen da eh andere Maßstäbe an. Wem es einmal so dünn durch die Rippen ging wie Euch, der wird halt so. :sz
Soweit ich das alles aber richtig überblicke, sind Griechenland und Italien an einer entscheidenden Stelle eben doch recht ähnlich. Das Problem ist, dass die italienischen Banken, ähnlich wie die griechischen, eine Art schleichenden Bankrun erleben, also keine Nettokapitalzuflüsse mehr haben. Das ist insofern problematisch, als dass die "von den Italienern gehaltenen Schulden" natürlich genauer von den italienischen Banken gehaltene Schulden sind. Wenn das mit den Kapitalabflüssen weiter geht, können die Banken auch nicht mehr so viele Anleihen absorbieren. Genau an dieser Stelle drückt der Schuh, denn Italien muss ja selbst dieses Jahr noch auslaufende Anleihen in Höhe dutzender Milliarden ersetzen, und auf Blick der nächsten 2-3 Jahre mehrere hundert Milliarden zzgl. Neuverschuldung. Nebenbei wird's dann natürlich auch schwer als Privatwirtschaftler einen Kredit zu bekommen; mit den entsprechenden Folgen für die Wirtschaftstätigkeit.
Es stimmt, dass ansonsten fast alle realwirtschaftlichen Indikatoren für Italien besser sind als in Griechenland. Trotzdem hat Italien in der Eurozeit massiv gelitten, was sicher nicht ausschließlich, aber auch mit ihm zu tun hat. Italien dürfte das einzige Euroland sein, dass für die Dekade 2000-2010 ein geschrumpftes BIP/Kopf aufweist.
Wer mal ein paar Minuten Zeit hat, sollte mal dieses Interview mit Felix Zulauf in der WiWo lesen: http://www.wiwo.de/finanzen/zerfall-...tektur-473546/
Schmunzeln musste ich allerdings an der Stelle, bei der er meinte, die Deutschen würden dann im Falle der Einführung des Eurobonds eine Regierung wählen, die diese Entscheidung dann zurücknehmen würde. Meines Wissens nach sind aber SPD und Grüne volle Kanne dafür. Also welche Regierung sollte es dann sein?
Das ist auch völlig korrekt, was Du sagst. Letztendlich haben die Schulden in Europa alle einen gemeinsamen Ursprung, wenn man es nur weit genug herunterreduziert: Permanentes Leben über die eigenen Verhältnisse. Italien ist da auch ein besonders schillerndes Beispiel. MMn hat Italien aber noch ein viel größeres Problem: Glaubwürdigkeit. Genau das sollte zurecht die Investoren abhalten. Mich stören eben nur die absurden Griechenlandvergleiche, da das nicht mal annähernd der Wahrheit entspricht.
Es wird Zeit eine Jungmumie aus dem Schlaf zu reißen, denn wenn einer das Ruder noch rumreißen kann, dann doch wohl Guido. :laola
"Die Demokratie in Griechenland wird abgeschafft"
Der Mann spricht da viel Wahres aus. :topZitat:
"Die Warnung vor einer Kettenreaktion ist nur eine Schutzbehauptung, die dazu dient, die privaten Gläubiger aus ihrer Verantwortung zu entlassen."
Ja, ich mag den total. :D
Den Zeit-Reporter kann man dafür in der Pfeife rauchen. :rollZitat:
Den Bürgern wird eingeredet, wir müssten aus Solidarität mit den anderen europäischen Ländern helfen. Dem Bürger wird weisgemacht, es gäbe keine Alternative. Dabei laufen alle Vorschläge nur darauf hinaus, dass Schulden, die andere leichtfertig gemacht haben, vergemeinschaftet werden. Eine Transferunion darf nicht das Ziel sein.
Zitat:
Bis jetzt haben wir keinen einzigen Euro verloren. Im Gegenteil: Wir bekommen sogar Zinsen für die vergebenen Kredite.
Der bringt es in kurzen, präzisen Sätzen auf den Punkt. :top
Ich finde die Fragen ziemlich gut, der Zeitreporter stellt Behauptungen auf, die der Interviewpartner dann widerlegen kann. Wenn sie allerdings die Meinung des Reporters widerspigeln, dann OMG!!?!.
Ich finde, ein guter Reporter braucht sich nicht zwielichtiger Theorien zu bedienen, um herauszufinden, was er wissen möchte. Die Klarheit des Gedankens zeigt sich in der Präzision der Formulierung. :judi
Wenn man vom Teufel (Hankel) spricht... Hab gerade gestern das Video hier gesehen. Klingt alles sehr einleuchtend.
http://www.youtube.com/watch?v=w-Kqp...eature=related
Das ist mir jetzt zu lang, aber ich finde Pispers da sehr prägnant:
http://www.youtube.com/watch?v=Mdk2x...eature=related
...und er holt nichtmal so weit aus und erwähnt unsere Sklaven in der 2. und 3. Welt, die unsere Handys verschrauben, Kleider nähen und Kaffee pflücken.
Wenn jemand prägnant ist, dann Volker. :meister
Trotzdem sehr hörenswert. Allerdings dürfte Dir der pol. Hintergrund weniger gefallen, der ja unschwer zu erkennen ist. Hankel ist trotz seiner früheren SPD-Mitgliedschaft letzlich ein Konservativer und kein Linker. Im Prinzip ein ganz ähnlicher Typ wie Sarrazin, nur rhetorisch weitaus besser.
Pispers ist nicht mein Fall. Der ist mir wirklich viel zu rot.
Der Vortrag ist klasse, lohnt sich. Ich hoffe nur, Du unterliegst nicht der Illusion, dass ein VWL-Studium ähnlich gestrickt ist. :D
Dass seine Vorträge häufig in der Rechten Ecke zu finden sind ist bedauerlich, liegt aber seiner Meinung nach daran, dass er kein anderes Forum bekommt. Bei seinen kritischen Ansichten nachvollziehbar. Nicht nur rhetorisch ist er mMn besser als Sarazin, man merkt, dass ihm im Bereich der ökonomischen Theorie keiner etwas vormacht. Dass er bei einem solchen Vortrag nicht zu sehr ins theoretische abschweift, ist verständlich, allerdings streut er immer wieder Schlagwörter ein, so dass fachkundige nachvollziehen können, auf welche wissenschaftliche Grundlagen seine Ansichten gefußt sind.
Naja, ich bin da nicht so der Schubladenmensch. Letztendlich ist das, was er sagt, durchaus vernünftig, ich bin nur nicht mit allen Schlüssen einverstanden. Muss auch zugeben, mir fehlt da bisschen das Hintergrundwissen. Ich habe kein Problem, volks- und betriebswirtschaftliche Prinzipien zu verstehen, wenn sie ausformuliert sind, aber mir fehlt eben die Bildung, um etwas damit anfangen zu können, wenn einfach nur Schlagworte rumgeschmissen werden.
Das Problem ist in meinen Augen nicht unbedingt, dass man Griechenland in die EU aufgenommen hat, sondern, dass man einem maroden Staat einfach so Geld hinschmeisst in der Hoffnung, dass er was vernünftiges daraus macht. Bei anderen Mitgliedsstaaten, beispielsweise der Osterweiterung, die ja auch umstritten war, hat der Aufbau viel besser geklappt. Man darf ja nicht vergessen, dass die von uns sanierten Staaten gleichzeitig Absatzmärkte sind. Gerade Griechenland ist ja Großkunde unserer Rüstungsindustrie (unglaublich, was da an der Grenze zur Türkei rumsteht), während sich in der Osterweiterung viele Konzerne breitmachen konnten. Was da früher ein Krämer war, ist heute ein Aldi oder so.
Vieles bei der EU ist auch eine Frage der Sichtweise. Betrachtet man es "links", dann hat man den Kulturaustausch, eine finanzielle Solidaritätsgemeinschaft und Kram, schaut man "rechts", dann hat man Landgewinn und erhöhten Einfluss in Europa durch zugekaufte Satellitenstaaten. Das gilt auch für "Nebeneffekte" wie die gigantischen Landwirtschaftssubventionen, die innerhalb der EU fließen. Man könnte das als Erhaltung der Landschaft und Solidarität mit armen Landwirten verstehen, aber man könnte es auch als militärische Sicherheit (Unabhängigkeit) betrachten. Wie man eben will. Nur in dem Fall ist tatsächlich offensichtlich, dass es volkswirtschaftlicher Unsinn ist (besonders, wenn man auch die hohen Zölle für aussereuropäische Lebensmittel bedenkt).
Den Vergleich mit Sarrazin finde ich da unpassend, immerhin ist Hankel ja ausgebildeter, anerkannter und erfahrener Experte auf seinem Gebiet, also das komplette Gegenteil.
Ohne den Sinn oder Unsinn der Grenzwerte an sich anzusprechen:
Ich fand es schon seltsam dass Grenzwerte etabliert wurden (Verschuldung in % BSP etc) und dann, obwohl es fast jedem klar war, hinten und vorne gefälschte Zahlen akzeptiert wurden.
Nicht nur aus Griechenland, auch Italien hat da massiv rumgedoktort - und Deutschland hat auch nicht alle Kriterien erfüllt.
Was mir dann noch komischer vorkommt: Als Sanktionsmittel bei zu großen Schulden ausgerechnet Strafzahlungen. Da muss man nicht groß drüber nachdenken um da den Unsinn zu erkennen.
Mein Gesamteindruck ist dass da einige Male ganz stramm an der wirtschaftlichen Realität vorbeiregiert wurde. Und durch das undemokratische Grundmodell der EU war die Kontrollmöglichkeit durch Parlamentarier wohl eher Begrenzt.
Griechenland hat nicht plötzlich eine Krise, die haben die schon sehr lange - nur reicht jetzt Augen zuhalten nicht mehr um die Probleme zu ignorieren.
Obwohl Probleme ignorieren in recht vielen Fällen auch eine gute Lösung ist. Viele Probleme lösen sich nämlich mit der Zeit von selbst. :jodokus
Bei den aktuellen Politikern ist es mir häufig wirklich lieber, wenn sie Probleme einfach aussitzen. Ein Eingreifen der Flachpfeiffen macht's meist nur noch schlimmer.
Auch wieder wahr.
Euro-Gipfel ist rum und nun wird gejubelt, dass Merkel die private Gläuberbeteiligung durchgesetzt hat. Soweit so gut, wenn da nicht die Details wären: Den Banken ist bereits in den letzten Monaten gelungen, einen Großteil ihrer Griechen-Anleihen an öffentliche Käufer abzugeben. Und für Anleihen, deren Kurs noch bei ca. 50 lag, bekommen sie jetzt faktisch 80. Statt 50 % Verlust machen sie also nur 20 % Verlust, die Differenz trägt jemand anderes. Also gutes Geschäft für die Banken.
Als Gegenleistung für diesen "Triumph" Merkels darf die EFSF nun am Sekundärmarkt Anleihen aufkaufen und präventiv Kredite vergeben. :) Die EZB wird Anleihen als Sicherheiten akzeptieren, die sie im Normalfall nicht akzeptieren dürfte, aber da die EFSF für das zusätzliche Risiko gerade steht, macht man eine Ausnahme. :) Dieser ESM/EFSF ist sowieso ganz toll. :) Der garantiert jetzt, dass alle neuen Anleihen in 30 Jahren auch wirklich zurück gezahlt werden. :) Ui. :) Ach, und die Zinsen für Kredite an Griechenland, Portugal und Irland sinken auf 3,5 %. :) Wie schön, dass selbst schon die 2-jährigen Anleihen für Spanien und Italien teurer sind, von den länger laufenden Anleihen gar nicht zu sprechen. :) Da weiß man ja, wo das hinführt. :) Und ei, die 10-jährigen französischen und österreichischen Anleihen kratzen auch bereits an diesem Zinsniveau, selbst Niederlande und Finnland liegen nur knapp drunter. :) Europa ist wieder einmal gerettet, würde ich mal sagen. :)
:cz
Ich habe es vorhin schon gehört, schöne Scheiße. :)
In solchen Zeiten zahlt es sich aus, eine durchsetzungssarke Person wie Merkel am Ruder zu haben.
Was sollte die neue Runde Griechland-Rettung noch kosten, 70 Milliarden Euro? Ich meine mich daran zu erinnern, dass Bundeskanzlerin Merkel letzte Woche einem Flüchtlingslager in Kenia eine Million Euro Hilfe zugesagt hat...
Ja, so funktioniert Demokratie nun mal. Da wird das Volk noch vorher gefragt, wenn in einer Woche 7001 Millionen verschenkt werden. Gut, dass wir die Macht aufgeteilt haben. :uff