Alternativlos unso. :sz
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Alternativlos unso. :sz
Ich schwöre, wenn die Frau das Wort noch einmal sagt, dann fahre ich nach Smolensk, kaufe mir eine schicke Awtomat Kalaschnikowa und ballere die Tussie weg. :mad
Je mehr man drüber nachdenkt, desto mehr ist einem zum Heulen zumute. Die Italiener und Spanier müssen also heute selbst für kurzlaufende Anleihen mehr Zinsen am Markt zahlen als die Griechen etc. jetzt mit dem Rettungsschirm. Also werden sie bald auch drunter schlüpfen, sodass der Schirm auf mind. 1,5 Billionen ausgeweitet werden muss. Natürlich können die Italiener und Spanier dann effektiv nicht mehr als Bürgen für den Rettungsfonds auftreten. Dann dürften ca. die Hälfte der Garantien an Deutschland hängen bleiben, ca. ein Drittel des deutschen BIPs. Für mich ist dann eigentlich nur noch die Frage, ob die Märkte sich danach direkt Deutschland vornehmen oder noch den Umweg über Frankreich gehen.
Wie kann man nur so unglaublich blöd sein? :donk Von deutschen Politikern kann man anscheinend nicht erwarten, dass sie mal ein paar vernünftige Ansagen machen. Das Problem ist ja nicht nur Merkel. Die SPD steht im Hintergrund schon längst wieder bereit, notfalls alles mit durchzuwinken. Es ist unfassbar. :donk
Profitieren tun wir vor allem jetzt durch die Panik. Die deutschen Staatsanleihen sind ungewöhnlich niedrig verzinst und auch in Privatwirtschaft kommt das wohl an.
:japan
Leider sieht es ja im Ausland auch nicht viel besser aus. Mir fiele auf Anhieb niemand ein, dem da groß etwas zuzutrauen wäre.
Doch, Moment, der tschechische Präsident vielleicht. :cool
Aber der hat ja m.W. dort auch keine großen Machtbefugnisse.
Und Pispers denkt so gar nicht im alten, klassischen "Links-Rechts-Schema"?
Dieser Mann verfügt über eine sehr klare, aus seiner Warte absolut auch kohärente Weltsicht. Ist auch in Ordnung so. Mir ist die aber zu einseitig und die politischen Ideen und Traditionen, die mir zusagen, sind nun einmal andere. In gewissen Rubriken und Definitionen zu denken, finde ich in den Zusammenhang alles andere verwerflich.
Im übrigen kannst Du dem heutigen Politikgeschäft wohl kaum übermäßige Ideologisierung vorwerfen. Im Gegenteil, es ging noch nie so inhaltslos und gleichgeschaltet zu wie derzeit.
Ganz interessant, die Italiener haben 1992 mal pauschal 0,6 % aller Kontoguthaben eingezogen und der klammen Staatskasse zugeführt. 0,6 %! Wenn's heute auch so einfach wäre. Aber es ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Staat, wenn er in Not ist, auch einfach mal Sachen macht, die die meisten heutzutage für undenkbar halten.
Hab's hier gelesen: http://www.faz.net/artikel/C30638/sc...-30467794.html
Und wenn ich den Ackermann nochmal ne Träne verdrücken sehe, wie schwer es die Banken getroffen hat, brech' ich ins Essen. :donk
:lach
:D:top
Nein, der Mann denkt mMn nicht vorrangig in solchen Rubriken, dafür ist er viel zu themenlastig. Seine knallharten und oft makabren Schlüsse garniert er so liebevoll mit seiner brillianten Mimik und Gestik, dass dem Zuschauer höchst amüsiert und lachend die Absurdität des herrschenden Wahnsinns klar werden muß. Insofern kann er gar nicht anders als objektiv zu sein, und das ist er auch. Dir kommt es wahrscheinlich nur so vor, da er "die Linke" oftmals propagiert. Wenn Du Dich aber etwas genauer mit seinem Programm beschäftigst, wird Dir sicher schnell klar werden, dass er dies auch andersrum tun würde, wenn diese Partei konform mit seinen Themen ginge. Btw, ich habe nicht gesagt, dass Rubrikdenken verwerflich ist. Es verwässert, kompliziert und lenkt vom eigentlichen Thema ab. Stimmst Du mir da zu?
Auch das habe ich weder gesagt, noch gemeint. Um genau zu sein, ist das exakt einer der Hauptvorwürfe, die Volker Pispers der Politik seit Jahren an den Kopf knallt. :nana Und da gebe ich Euch beiden recht. :p
Die Zinsen für italienische und spanische Anleihen sind jetzt wieder so hoch wie vor der letzten Euro-Rettung. Wie lange hat's gedauert? 2 Wochen? :p
Und sie steigen und steigen und steigen...
Wie gehts euren Staatsanleihen?. :D
Denen geht's nicht gut. Aber Rettung kommt ja. Ab Montag kauft die EZB italienische Anleihen auf...
:laola
So wie's aussieht, stehen die Deutschen im EZB-Rat allein da. Von 23 Mitgliedern vertreten nur vier die deutsche Position. Darunter sind 2 Deutsche. Also dann, wird die Bilanz der EZB also unhaltbar ruiniert durch die ganzen italienischen und spanischen Anleihen. In der Zwischenzeit fallen die Zinsen für diese Anleihen erst einmal massiv, während unsere steigen. Die Spekulanten wissen eben, was das bedeutet...
Der EZB-Anleihenkauf hat nun die spanischen und italienischen Anleiherenditen knapp unter 5 % gedrückt. Für den Moment funktioniert's also, allerdings zu dem Preis, dass immer mehr dubiose Anleihen in die Bücher der EZB gelangen und das Insolvenzrisiko für die Zentralbank selbst erhöht.
Heute haben Merkel und Sarkozy sich auf drei Vorschläge verständigt, die sie auf europäischer Ebene durchsetzen wollen:
1. Schaffung einer "Wirtschaftsregierung"
Das ist ein langjähriger französischer Wunsch ("gouvernement economique"). Dahinter verbirgt sich allerdings nur ein halbjährliches Treffen der Staats- und Regierungschefs, auf denen man die Wirtschaftspolitik abstimmen will. Dem soll der derzeitige EU-Ratspräsidenten vorsitzen. Erwarten sollte man von dieser Runde nichts: eine weitere institutationalisierte Diskussionsrunde mit einem Clown an der Spitze.
Anhang 1954
2. Einführung einer EU-Finanzmarktsteuer
Steuersatz und konkrete Ausgestaltung bleiben unerwählt. Im Rahmen einer Reform der globalen Finanzordnung würde ich eine solche Steuer begrüßen. Der Beitrag zur Stabilisierung der Eurozone und Lösung ihrer Probleme ist allerdings gleich null. Allenfalls bekommt die Eurozone damit ihre erste eigene Steuer und könnte theoretisch auf die Überweisungen der Staaten verzichten. Das wird aber nicht passieren. Möglicherweise sind die Einnahmeerwartungen auch zu hoch, denn wenn die Steuer tatsächlich auch eine Lenkungswirkung entfaltet, wird das Hochfrequenzhandeln eben außerhalb der Eurozone betrieben. Damit fällt dann auch ein Großteil der Einnahmen weg.
3. Schuldenbremse für alle Eurozonenstaaten
Die Mitglieder der Eurozone sollen innerhalb eines Jahres eine Schuldenbremse einführen. Ich halte das für einen schweren Fehler. Wir haben in der Eurozone sehr unterschiedliche Volkswirtschaften ohne jede Flexibilität in der Geld- und Währungspolitik. Jetzt soll hinzukommen, dass auch jede Flexibilität in der Fiskalpolitik verloren geht. Bald gibt's (außer der extrem trägen Lohnpolitik) also überhaupt keinen nationalen Spielraum mehr, auf spezifische Wirtschaftslagen oder unpassende Geldpolitik zu reagieren. Unsere Politiker haben außerdem immer noch nicht verstanden, dass der Weg aus einer Schuldenkrise nicht darin bestehen kann, in die Rezession hineinzusparen, sondern die einzige Hoffnung darin besteht, die Wirtschaftsleistung schneller wachsen zu lassen als den Schuldenberg. Für einige Volkswirtschaften dürfte selbst dieser Zug aber schon heute abgefahren sein. Wahnsinn! Brüning'sche Deflationspolitik in Reinform. Da kann es nur ein Ende geben.
Normalerweise können die anderen 15 Euro-Länder nicht so dumm sein, diesen Vorschlag zu akzeptieren, aber falls sie tatsächlich alle Schuldenbremsen in ihre Verfassung einbauen und sich jeder Flexibilität berauben, ist die politische Implikation natürlich dramatisch. Spätestens dann werden die Eurobonds kommen. Merkel wird darauf verweisen, welche Anstrengungen die anderen Länder ja unternehmen würden. Das muss man dann mit Eurobonds unterstützen. :) Die anderen Länder werden zudem zurecht sagen: Wir haben uns diesem Diktat unterworfen und unsere Haushaltssouveränität aufgegeben, jetzt wollen wir auch eine Gegenleistung sehen.
Fazit: Für die Volkswirtschaften der Eurozone sind die Maßnahmen entweder bedeutungslos (1 und 2) oder aber massiv problemverschärfend (3). Die Eurozone kommt so dem Kollaps einen Schritt näher.
Sägen eigentlich schon irgendwo Ratingagenturen an Deutschlands Bonität?
Die Ähnlichkeit von Rompuy und Gollum ist echt frappierend :hahm. Rompertje heißt lustigerweise Strampelanzug :p.
Bei den Griechen hat das nur kurzfristigst gewirkt.
Im übrigen teile ich Deine Schlußfolgerung. Hier sind Krethi und Plethi am Werk und spielen Politik, ohne auch nur die geringste Ahnung oder Idee zu haben. Bezeichnend ist, daß der Weidmann die Merkel und den ganzen Haufen für deren Dilettantismus kritisiert. In der Krise werden große Politiker geboren. Schön, daß wir gerade jetzt Leute wie Merkel und Sarkozy am Ruder haben.
Eben. Wenn es "der Markt" wagen sollte, gegen Italien zu wetten, kann der Schirm gar nicht groß genug sein, um den Laden zu retten.
Wenn man das zu Ende denkt, bedeuten die Beschlüsse nichts anderes als das, was die Franzosen schon seit Jahren anprangern und Deutschland die Binnennachfrage ankurbeln muß. Das Land, dem es am besten geht, wird dann von den anderen runterreguliert. Halleluja.
Die Finnen haben unterdessen den Griechen im Gegenzug für neue Kredite eine Sicherheit abgerungen. Demgemäß sollen die Griechen Geld auf ein finnisches Konto einzahlen, das die Finnen dann in "sicheren" Wertpapieren anlegen wollen. Ösis, Niederländer und Slowaken wollen das jetzt auch. Die Geschichte wird jeden Tag besser. :D
http://www.faz.net/artikel/C30638/sc...-30486888.html
Ein Mitarbeiter von Moodys packt aus
http://www.businessinsider.com/moody...d-greed-2011-8 (via Fefe)
Hier auch noch was zu lesen: Wirtschaftswachstum der USA: Bruttoinlandsprodukt von 1929 bis 2010 - sehr viele Zahlen und noch viel mehr Erklärungen dazu.
Sehr interessant finde ich den gegen Ende verlinkten Artikel: Muss die Wirtschaft ewig wachsen? (1) - dazu die Folgeartikel: Wachstum durch Zerstörung? (2), Die Wohlfahrt neu (ver)messen (3), Bhtuan - wie Glück messbar wird (4), Wirtschaft ohne Wachstum (5)
Wohlfahrtsindikatoren mit teils subjektiven Einflüssen sind auch nicht das gelbe vom Ei. Man kann sich da viel zusammenstricken, aber sobald Fragebogen mit 1-10 Skalen dazukommen, sind diese für mich reine Willkür.
Das Problem dabei ist aber nur die Messbarkeit. Fakt ist, dass wir als Bürger seit der Industrialisierung mehr oder weniger über die gleiche Gütermenge verfügen, alles andere sind nur Zahlen auf Papier, zu denen sich Wirtschaftswissenschaftler einen runterholen können, die aber keinen realen (positiven) Einfluss auf das Leben haben. Gleichzeitig werden diese Güter aber von immer weniger Menschen und vor allem immer weniger Menschen, die nicht unsere Arbeitssklaven in Bangladesh oder sonstwo auf der Dritten Welt sind, produziert, die Folge ist die steigende Arbeitslosigkeit in allen Industrienationen.
Die "Kunst" dabei ist nur, sich den ganzen Scheiss so hinzurechnen, dass geringe, aber konstante Steigerungen rauskommen, da diese eine gewisse Sicherheit und Zuversicht verbreiten - letztendlich ist das alles nur Psychologie. Diese psychologischen Tricks sorgen aber ganz nebenbei für ein System, dass sich selber auffrisst. Das Problem dabei ist, dass alle anderen Staaten das gleiche System verwenden (müssen) und man sich deshalb in Konkurrenz verstrickt. Letztendlich ist das, was auf internationalen Finanzmärkten passiert, nichts anderes als ein Kalter Krieg, nur auf einer anderen Ebene.
Diese kreativen Rechentechniken führen aber zu ganz anderen Effekten, die eine Wertschöpfung vorgaukeln, die keine ist. So gibt es in den USA beispielsweise Millionen Menschen, die vollkommen nutzlose Dienstleistungen verbringen, beispielsweise Einkaufstüten packen, einen am Eingang begrüßen, etcetc. Tatsächlich wirken sich all diese Tätigkeiten positiv auf die künstliche Rechengröße namens BIP aus, da all diese Hilfsarbeiter Löhne bekommen und dementsprechend eine Wertschöpfung produzieren. Diese wird vom Konsumenten über den Warenpreis bezahlt und letztendlich wird dadurch das Vermögen innerhalb der Gesellschaft umverteilt. Aber absolut gesehen passiert überhaupt garnichts - in anderen Nationen verpackt man seine Einkäufe eben selber und es tut, ausser dem BIP, auch keinem weh. Das jetzt mal ganz abgesehen von "Wertschöpfungen", die nur durch bisher entstandendenes Wachstum entstandene Schäden wieder beseitigen oder reduzieren.
Es wäre sicher auch möglich, Güter, Bildung und Kultur für Bürger bereitzustellen und dabei eine innovative Marktwirtschaft zu erhalten, wenn man sich irgendwo zwischen den Extremen "ewiges Wachstum" und Planwirtschaft bewegt. Man muss dabei nicht auf subjektive Einflüsse zurückgreifen, viele Dinge kann man auch mit harten, nackten Zahlen berechnen, beispielsweise die Kriminilitätsquote, die durchschnittliche Bildung, die medizinische Versorgung, den Freizeitanteil oder eben die Menge an Güter eines durchschnittlichen Bürgers. Das alles sind sehr reale Zahlen, mit denen man den Lebensstandard messen kann - und zwar besser als mit einem Warenkorb.
Öh, es gibt schon mehr und andere Güter. :duno
Öh, nein? Schon wenige Jahre nach dem Krieg hatten die meisten hierzulande ein Dach über dem Kopf, 1-2 Autos pro Familie, diverse Elektrogeräte und Unterhaltungskram. Klar hat sich die Art der Geräte verändert, aber das ist doch normale Innovation. Heute hat man eben 20 GB mp3s statt 200 Schallplatten, aber man hört genau so Musik zur Unterhaltung. Klar muss diese Innovation weiterhin auf jeden Fall gefördert werden, aber das geht sicher auch, ohne das Leute wie Bill Gates, die Samwer-Brüder oder Warren Buffet dabei Fantastilliarden anhäufen.
Bei allem Respekt, Suci, aber es sind nicht die Bill Gates oder Warren Buffets die unsere Welt aus den Angeln heben. Es sind diese Hedgefondmogule, wie Mr. Taylor, die auf den Zusammenbruch ganzer Länder wetten.
Und auch der Farbige, der in den Staaten unsere Einkäufe verpackt, macht als Sündenbock eher eine schlechte Figur. Er bietet zumindest noch eine Dienstleitung an, die mMn einen Gegenwert hat. Wenn Du Deinem Unmut Luft machen willst, dann nimm Dir diese neunmalklugen BWLer vor, die mit immer neuen, ausgefeilten und undurchschaubaren "Finanzprodukten" die Börsenblase nunmehr auf das 15fache (ich muss an der Stelle meine Aussage von vor ein paar Seiten korrigieren / in einem Anfall von Naivität muss ich wohl gehofft haben, dass es beim 11fachen Volumen bleibt) des BIP der Welt angehäuft haben. Das sind die wahren Klassenfeinde, da sie ein Produkt anbieten, dass keinen reellen Wert hat, niemandem nützt, niemand möchte und das garantiert niemand bekommt.