Naja unabhänginger als die aktuellen sind sie sicherlich, obwohl das auch wahrlich nicht schwer ist.....
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Es wird so sein wie die USA. Solange wenigstens EINE Ratingagentur das AAA belässt, werden sich die Versicherungen & Co. nicht bewegen. :D
Geht mir auch so. Wenn Crash, dann lieber heute als morgen. Andererseits wären die Ersparnisse von Eltern, Großeltern weg...und auch die Betriebsrente meiner Eltern. Das wäre ne ziemliche Scheiße.
Wir verlieren AAA also vor den Briten :hmlol?
Erklär' mir nochmal einer, wozu wir diese Rating-Pisser brauchen und warum wir keine Geheimdienste haben, die dieses Problem für uns lösen können?
...natürlich ist mir klar, dass die Agenturen nicht die Ursache unserer Probleme sind. Aber die Typen sind es, die ein latentes Problem eskalieren.
Och, die waren schon sehr nah dran an den Ursachen.
Firmen für ihr eigenes Rating bezahlen zu lassen war halt eine grenzenlos bescheuerte Idee, und da daran bis heute nichts geändert wurde - ausser ein paar Lippenbekenntnissen zu angeblich unabhängigen Agenturen - kann sich das Subprime-Desaster jederzeit wiederholen.
Was jetzt nicht direkt etwas mit dem Länder-Rating zu tun hat. In der Subprime-Krise ist den Rating-Agenturen vorgeworfen worden, daß sie ihren Job nicht getan haben. Jetzt wirft man ihnen vor, ihren Job zu machen.:hahm
In Bezug auf die Staatsanleihen erledigen sie doch ihre Aufgabe.
edit: crosspost. @brain :top
Dann sollen Sie aber auch immer und bei jedem "objektiv" bewerten.....
Das ist wirklich, zynisch betrachtet, urkomisch.
Das würde ich nicht so klar sagen.
1. Sie mischen sich ins Politikgeschäft ein. Der zuständige Mitarbeiter für Deutschlandbewertungen gibt selber zu, dass der Zeitpunkt bewusst vor dem nächsten Treffen der Eurogruppe gewählt wurde, damit sie handeln.
2. Eine Begründung ist das nun höhere Risiko einer Rezession. Das ist erstens eine recht kurzfristige Betrachtung und zweitens fußt es auf einer unsicheren Prognose. Dafür sind eigentlich die Finanzmärkte zuständig. Die Ratingagenturen sollten mMn die langfristigen Aussichten beurteilen.
3. Der aberwitzigste Punkt ist und bleibt der Vergleich mit England. Deren Zentralbank kauft massig Staatsanleihen, damit der Dampfer nicht untergeht, die Realindustrie ist quasi nicht mehr vorhanden (glaube nur noch 10% des BIPs wird von der Industrie erwirtschaftet, in Deutschland ist dies ca. ein drittel [kann es falsch in Erinnerung haben, die Relationen stimmen aber]) und das Steckenpferd Englands, die Finanzindustrie, wird in Zukunft arg beschnitten werden. Lt. Aussagen von Professoren, die gute private Kontakte zu hohen Tieren der Finanzbranche haben, geht da ganz schön die Angst vor Zerschlagungen und massivem Stellenabbau um. Natürlich kann ich den Wahrheitsgehalt davon nicht überprüfen.
Ja, Sare, das ist sicher alles richtig, aber die Ratings dienen natürlich nur dazu, die Ausfallwahrscheinlichkeit von Anleihen einzuschätzen. Deswegen kann ein Land wie Großbritannien sein AAA länger behalten als Euroland, denn die Briten haben klar gemacht, dass sie bis St. Nimmerlein drucken würden, wenn es nötig sein sollte. Die Briten werden daher ihre Schulden immer bedienen - ob die Anleihen danach noch etas wert sind, spielt für die Ratings eben keine Rolle.
Dazu haben die Briten eben "nur" die eigenen Probleme, während wir für unsere südeuropäischen Freunde eine Verpflichtung nach der anderen eingehen und die Summen immer aberwitziger werden. Ansonsten würde uns sicher keine Abwertung drohen.
Ja, Sare, das ist sicher alles richtig, aber die Ratings dienen natürlich nur dazu, die Ausfallwahrscheinlichkeit von Anleihen einzuschätzen. Deswegen kann ein Land wie Großbritannien sein AAA länger behalten als Euroland, denn die Briten haben klar gemacht, dass sie bis St. Nimmerlein drucken würden, wenn es nötig sein sollte. Die Briten werden daher ihre Schulden immer bedienen, oder zumindest solange das Pfund nicht komplett zusammenbricht - ob die Anleihen danach noch etwas wert sind, spielt für die Ratings eben keine Rolle. Ehrlicherweise muss man auch sagen, dass gemessen an den institutionellen Rahmenbedingungen und der Verschuldungssituation eben auch kein Land in der Eurozone ernsthaft mit AAA prämiert werden dürfte.
Das Fatale ist für mich eher, welche Machtposition die Ratingagenturen eingenommen haben. Man überlege sich, dass z.B. billionenschwere Versicherungen und Pensionsfonds häufig verpflichtet sind, nur AAA-Bonds in bestimmte Portfolios aufzunehmen. Wie konnte es dazu kommen, dass ein paar Ratingagenturen so einen gewaltigen Einfluss auf globale Kapitalströme nehmen können, indem die Frage von AAA oder nicht AAA darüber entscheidet, wie Billionen angelegt werden? Der Wahnsinn geht aber auch noch weiter. Anstatt die Macht der Ratingagenturen zu brechen, macht man sie nur noch stärker, indem man Staaten und staatliche Organisationen ausdrücklich Entscheidungen auf der Grundlage der Ratings treffen.
Nebenbei, das AAA-Rating für die EFSF steht natürlich jetzt auch unter Beobachtung.
Ich habe eher den Eindruck, dass S&P das Finanzmarktgeschehen der jüngsten Zeit in seinen Ratings abbildet. Diese wiederum richten sich nach den Ratings. Nette Abwärtsspirale.
Das Ergebnis des gestrigen Eurogipfels hat zwar nichts Konkretes zur Euro-Rettung hervorgebracht, aber kann in seiner Bedeutung nicht unterschätzt werden. Die Eurozone und die EU sind ab sofort de facto zwei unterschiedliche Staatengemeinschaften. Bisher war es so, dass die Belange der Eurozone weitgehend durch alle 27 EU-Mitglieder bestimmt wurde. Diesem absurde Modus wurde jetzt ein Ende bereitet. Nun heißt es, entweder man macht beim Euro mit oder man bleibt draußen, kann dann aber auch nicht mehr mitreden.
Tja, draußen bleibt für's erste Großbritannien. Schweden, Tschechien und Ungarn wollen zunächst ihre Parlamente konsultieren. Die Ungarn stehen dabei wohl den Briten am nähesten. Bei den Schweden und Tschechen muss man mal abwarten.
Auch für die Briten beginnt so jetzt das Endspiel. Sollte die Eurozone überleben, droht jetzt ein massiver Einflussverlust in Europa. Die Eurozone wird jetzt einen Markt im Markt bilden, also innerhalb des EU-Binnenmarktes eigene Regeln festsetzen und sicherlich auch ein eigenes Finanzzentrum aufbauen. Bisher lag das Euro-Finanzzentrum kurioserweise außerhalb der Eurozone. Nun hat Cameron also zunächst Regulierungen der City of London abgewährt um den Preis das London mittel- bis langfristig als DAS europäische Finanzzentrum verliert. Aus strategischer Sicht müssen die Briten nun hoffen, dass der Euro untergeht. Mal schauen, wie aktiv man daran arbeiten wird...
Mittlerweile haben sie doch jemanden gefunden, der's macht:
Die Briten haben sich defacto aus der EU geschossen. War zu erwarten.
Frankreichs AAA soeben von S&P entzogen...
edit: Österreich hat es wohl auch verloren.
Das Ende ist nah ...
Wenn man einen Volker Kauder hat, braucht man keine Feinde mehr. :donk
Der fordert doch nun tatsächlich, dass Griechenland, wenn es nicht mächtig weiter spart, doch direkt durch einen "Staatskommissar" von EU- (lies: deutschen) Gnaden regiert werden müsse. Tja, schätze, auf den Straßen Griechenlands wird man alsbald die Hakenkreuzfahne häufiger zu Gesicht bekommen...
http://www.welt.de/politik/deutschla...Zahlungen.html
Er wird ja nicht von Griechen gewählt.
Nein, aber er wird von ihnen gehört werden. Irgendwann wird den Griechen aufgehen, dass sie uns an den Eiern haben, und nicht wir sie. Kauder hilft da jedenfalls tatkräftig mit.
Das stimmt, aber das ist auch nicht mein Problem. Selbstverständlich müssen wir zusehen, wie wir möglichst billig da herauskommen. Hab ja nun oft genug gegen Eurobonds & Co. gewettert. Aber Nullchecker wie Kauder und anscheinend auch viele andere Politiker haben nicht kapiert, dass nicht wir die Bazooka haben, sondern die Griechen, Portugiesen, Italiener, Spanier und Iren. Gerade weil die Griechen so oder so am Ende sind, werden sich bei denen schon einige fragen, wie lange sie sich denn den EU-Forderungen noch unterwerfen wollen. Mit jedem Tag, an dem Griechenland tiefer in die Depression gedrückt wird, steigt das Risiko, dass die Griechen einfach sagen "uns reicht's" und einen ungeordneten Bankrott hinlegen. In Portugal ist's schon beinahe genauso weit. Viel haben diese Länder nicht mehr zu verlieren, wir hingegen schon, denn wir sind die Idioten mit den Forderungen, die dann ausgebucht werden müssen.
Da tun uns Leute wie Kauder einfach keinen Gefallen. Nachdem nun in Griechenland (und Italien) irgendein Technokrat installiert wurde, soll dann also gleich direkt einer aus Brüssel oder Berlin kommen. Demokratie? Ugh. Die Griechen werden und dürfen sich das nicht bieten lassen. Eine Stimme an der Wahlurne, die nichts mehr wert ist? Das darf nicht sein. Und der Unmut der Griechen (Portugiesen, Italiener, Spanier, Iren) wird sich gegen die richten, die ihnen diese quasi-diktatorischen Zustände aufzwingen.
Mich würde mal interessieren, welcher realer Schaden durch einen Totalausfall unseren Banken bzw. unserer Volkswirtschaft entstehen würde - also abzüglich des Schadens, der durch den psychologischen Effekt auf den Märkten entsteht.
Ich frage mich halt, ob wir (und die Griechen übrigens auch) heute nicht besser dastehen würden, hätte man einfach ganz zu Anfang der Krise einen Strich darunter gesetzt.
Nebenbei muss das Verhalten auf den Finanzmärkten doch auch irgendwie spieltheoretisch darstellbar sein?
Um es mal hart auszudrücken, die von den Griechen gewählte Regierung hat das Wahlrecht gegen Euros verschachert. Es bleibt nur die Wahl mit Brüssel an einem Strang ziehen, oder den Weg von Argentinien gehen. Die Inflation kann dann durchaus Weimarer Verhältnisse bringen.
Selbst, wenn Griechenland die Drachme wieder einführt und alle Gläubiger sich darauf einigen, auf jegliche Forderungen zu verzichten (d.h. der Schuldenstand würde auf Null gesetzt), wäre Griechenland nach wenigen Jahren wieder am Abgrund. Das Problem dort ist weniger die Überschuldung, die haben wir quasi auch. Ohne tiefe Einschnitte in allen Bereichen und einer anderen "Steuermoral" bekommen die selbständig gar nichts mehr hin.
Die Frage ist leider zu komplex. Selbst wenn man dies abschätzten würde, wären im Modell so viele Annahmen enthalten, dass es wieder unbrauchbar ist.
Meine Vermutung: Wirtschaftlich wir ja, Griechenland nicht (s.o.). Die politischen Folgen kannst Du besser beurteilen.
Dafür müssten die sich rational verhalten. :snicker
http://www.sueddeutsche.de/politik/e...rden-1.1269542
Die scheinen das ja ernst zu meinen. :un
Annektieren, Aufschwung Sued-Ost und gut. :)
http://www.youtube.com/watch?v=mal4VxI-KEk
Na dann ist alles klar. :D
omg :lach
Ich guck sowas nur als Satire, in echt ist mir das zu brutal.
Satire hin oder her, weggeschmissen habe ich mich auf jeden Fall. :)
Die niederländische EU-Kommissarin Kroes spricht jetzt offen davon, dass man sich auch darauf vorbereitet, dass Griechenland die Eurozone verlässt. Das war von offizieller Seite bisher ja immer ausgeschlossen. Es scheint also langsam ernst zu werden.
Gerüchteweise gibt es auch Pläne, die griechischen Anleihen, die von der EZB aufgekauft wurden, auf den EFSF zu übertragen. Damit wäre dann die EZB fein raus und der EFSF hätte den Zonk und müsste den Default tragen.
Ich hoffe doch sehr, dass dieses Szenario hinter verschlossenen Türen längst durchgespielt wird. Was ich nicht wirklich verstehe: Viele Seiten versuchen öffentlich ein Ausscheiden Griechenlands auszuschließen, um keine falschen Signale an die Märkte zu geben. Aber sind die Investment-Leute wirklich so dämlich, dass sie das politische Geplänkel darin nicht erkennen?
Arme Griechen: Wollen sie in der Eurozone bleiben, müssen sie harte soziale Einschnitte in kauf nehmen. Scheiden sie aus oder wird ihnen der Geldhahn zugedreht, sind sie noch ärmer dran. Da hilft als Grieche eigentlich nur noch auswandern.
Durch die Staatsanleihenkäufe ist die Unabhängigkeit der EZB gefährdet, ich verstehe schon, dass sie damit so schnell wie möglich abschließen möchten.
Und die Überschüsse sind halt schon fest in den nationalen Haushalten eingeplant, die können doch jetzt nicht ausfallen. :roll
Das ist, sofern tatsaechlich abgesegnet, die beste Nachricht seit langem. :applaus
Nach einem querlesen der Nachrichten denke ich, dass man das Gorleben- und das Griechenland-Problem mit einem Schlag lösen könnte. :gruebel
Nettes Bildchen gestern aus Athen:
Anhang 4095
Klarer Fall, gestern Nacht ist mal wieder ein Sparpaket verabschiedet worden. Es gab anscheinend ca. 50 Gegenstimmen aus den Reihen der befürwortenden Parteien - die wurden dann gleich mal aus ihren Fraktionen ausgeschlossen. Wieder eine Sternstunde der Demokratie.