Jop, war ein gestern guter Tag für uns. :cool
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Jop, war ein gestern guter Tag für uns. :cool
Ich ließ euch wieder warten. Verzeiht. :schaem
Ich setze mich gleich ran.
Ich wäre letztes Wochenende gerne in Berlin gewesen. Da fand die AniMaCo statt, es wäre meine erste (und einzige) Anime-Con dieses Jahres geworden, und eigentlich hätte ich auch nichts gegen ein spaßiges Wochenende fern von der Heimat... aber... Pecunia, die Schlampe. Mal eben 200 Euro für Übernachtung und Zug wollte ich nicht ausgeben, nicht bei meinen ganzen noch offenen Fragen und geleisteten Schnitzern in diesem Jahr. Da wurde es eben Darmstadt, 20 Euro tun's ja auch.
Über den Wert einer solchen Entscheidung lässt sich freilich streiten. Zu oft habe ich schon erleben müssen, wie sehr Ausweichprogramm enttäuschte.
Setzen wir uns also in den Zug. Ich freue mich darüber, dass auch bei den Darmstädtern ein RMV-Ticket miteinbegriffen ist, wandere im Nieselregen durch das waldige Gelände, erfreue mich dabei meiner blauen Jacke, die für Ruhe sorgt, und kann noch ein bisschen ausholen: Zwischen den Fans der Lilien und des OFCs herrscht erbitterte Feindschaft, und wo sie bei den (m)einen direkt hinter SGE und DFB auf Hassplatz Nummer 3 rangieren, bleibt den anderen kein weiteres Feindbild. Entsprechend fielen auch die Gesänge der Fans aus, auf einen Teil Unterstützung der eigenen Mannschaft folgen zwei Teile a la "Pflastersteine auf die Kickers-Schweine!". Ach ja...
Von der Tabellensituation her herrscht ein deutlicher Unterschied, denn wo der OFC mit 13 ungeschlagenen Pflichtspielen in Folge die Aufstiegsaspiranten jagt, schwimmen die Blauen im Abstiegssog, und wo zuletzt die Kickers im Pokal vorankamen, ließen die Lilien sogar bei Dortmunds zweiter Mannschaft Punkte. Die Sache läge also klar, doch... a) der angesprochene Pokal. Die Kickers erduldeten eine englische Woche, die Darmstädter logischerweise (und auch dank der Kickers) nicht und b) Spiele gegen Darmstadt fielen in der letzten Saison schwer. Sie sind keine Selbstläufer.
Mit dem Anpfiff wirkt es gleich, als seien meine Befürchtungen übertrieben gewesen, die Kickers schnüren den Gegner gut ein, doch keine zehn Minuten später dreht der Wind. Offenbach geht unter, während Darmstadt dominiert und in der folgenden halben Stunde bestimmt zehn Torschüsse (eher mehr als weniger) abgibt, doch darin auch zeigt, warum sie unten drinstehen: Keiner davon wurde wirklich gefährlich (gegen eine Spitzenmannschaft selbst der dritten Liga lägen die Kickers nach 40 Minuten sicher schon 0:3 hinten). Einen Grund darin erkenne ich im Herbstwetter: Wo der Platz durch den Regen rutschig wurde, fällt Schnelligkeit nicht ins Gewicht, und wo Winde den Ball mit sich zerren, werden Flanken ungenauer... und eine Mannschaft, die auf beides setzt, nähert sich eben einer Mannschaft an, die das ohnehin schon nicht kann. Kaum nähert sich die erste Halbzeit jedoch dem Ende, sehen die Kickers etwas Licht - das Wetter bessert sich, der Rasen lässt Trocknung erwarten und ich denke mir: "Jetzt legt den Darmstädtern noch ein Ei ins Netz, dann kommt gestählt aus der Halbzeit, genießt den besseren Platz und zeigt ihnen mal, was ihr könnt"... da fangen sie das 1:0. Fragt mich nicht mehr, wie es dazu kam, ein Konter, glaube ich... auf jeden Fall ein blödes Ding. Das hätte es nicht gebraucht.
Während in der zweiten Halbzeit nun die Kickers trotz wieder schlechteren Wetters erwachen, ziehen (leider) deren Fans Aufmerksamkeit auf sich: Pyros bringen "Nebelschwaden in Rot und Weiß", Leuchtfackeln fliegen aus dem Block in Richtung der Ordner, die Polizei rückt auf und ein Spielabbruch wird angedroht. Ich bin froh, mich im Sitzblock aufzuhalten (stehe aber, die regennassen und schmutzigen Sitze sind einfach nur eklig), distanziere mich so weit wie möglich und denke an Berlin. Da drehen nun die Kickers auf.
Zwanzig, vielleicht dreißig Minuten der zweiten Halbzeit gehören völlig den Gästen. Der Trainer stellte durch Wechsel auf ein 4:4:2 (mit drei Stürmern) um, die beiden Ergänzungsstürmer Vogler und Bäcker spielten eine gute Partie und mehrfach schien der Ausgleich in der Luft zu liegen (die Homepage meinte, dass der Darmstädter Torwart eine gute Partie spielte, ich sehe das mal als Erklärung). Der Schiri zeigte sogar Kulanz durch eine recht lange Nachspielzeit, allein, es sollte nicht gelingen. Die Serie riss unglücklich im 14. Pflichtspiel, im Aufstiegsrennen erklingt nun Offenbachs Stimme ein wenig leiser.
Auf dem Heimweg, einer knapp einstündigen, von Heerscharen "der Turtles" eingedrängten Wanderung der Kickers-Anhänger vom Berg herab zum Bahnhof Darmstadt-Süd, blieb genug Zeit zum Überlegen. Warum stellte der Trainer nicht nach der englischen (Pokal-)Woche die Mannschaft nicht in mehr als einer (zwangsweisen, Stadel statt Husterer) Position um? Hätte man dieses Spiel vielleicht dadurch gewinnen können, indem man es mit einer B-Elf quasi schon verloren gäbe? Das wäre ja eine Möglichkeit gewesen... und wann käme sie wieder, wenn man sie jetzt nicht nutzte? Allerdings hätte man das Spiel ja auch so gewinnen können, unmöglich war das (bzw. schon der Ausgleich) ja nicht.
Gut. Morgen geht es zu Hause gegen Rostock, eine Mannschaft in etwa gleicher Lage. Mal sehen, was dann geschieht.
ps: Da ich bislang immer auf Ex-Offenbacher beim Gegner zu sprechen kam, darf ich auch hier einen nicht unerwähnt lassen: Der Ex-Kapitän der letzten Saison, Elton da Costa, schnürt nun wieder für die Lilien die Fußballschuhe und wurde zu Beginn der Partie (leicht provokant) für inzwischen 100 Einsätze im Lilientrikot geehrt (er spielte vor Offenbach schon einmal dort). Der verletzungsanfällige Freistoßspezialist, der aber auch gerne einmal in Spielen völlig unsichtbar werden kann, bemühte sich diesmal redlich, zeigte noch einmal seine Gefährlichkeit bei Freistößen und kam zu seiner wohl spektakulärsten Szene, als er im Strafraum mit einem Fallrückzieher einnetzen wollte, dabei aber die Ballflugbahn völlig falsch einschätzte und mit seiner Akrobatikeinlage nicht einmal in die Nähe kam.
Gegen wen spielt ihr am WE?
Übrigens ist der KSC jetzt an euch vorbei gezogen. :D
Ich weiß. Ist doch schön. :)
Verzeiht übrigens die Verspätung, hatte ein anstrengendes Wochenende. Ich setze mich gleich mal daran.
Nun kam am Freitag Hansa Rostock zu Gast auf den Berg - und diesmal möchte ich die Ehemaligen voransetzen, nicht dass ich es vergesse. Bei Hansa Rostock spielt nämlich der Ex-Offenbacher Denis Berger.
Wenn ich vorweg nehme, dass seine Rückkehr mit "Arschloch"-Sprechchören eingeleitet und mit konstanten Pfiffen begleitet wurde, erkennt ihr die Besonderheit der Personalie: Denis Berger kam vorletzte Saison von Jahn Regensburg an den Berg und wurde ein wichtiger Bestandteil der Überflieger-"Quasi Zweitliga"-Mannschaft, die in der Hinrunde die Liga dominierte und die Serie aufstellte, bis zur Winterpause zu Hause ungeschlagen zu sein. In der Rückrunde drehte allerdings der Wind und Denis Berger fiel (wie bei seinen vorherigen Stationen) nur noch durch eine Null-Bock-Einstellung und zweifelhafte Aussagen auf (ich kann den Co-Trainer Manfred Binz (wohl sinngemäß, da lange her) zitieren: "Gott sei Dank, dachte ich, ist Denis Berger weg. Nicht, dass wir ihn nicht zum Lächeln bekommen hätten, aber bis dahin hätte er uns den ganzen Kader runtergezogen."). Er wechselte nach der Saison nach Bochum, die er ja vorher mit aus dem Pokal schoss, und brachte dem Verein damit noch etwas Geld ein, doch hier wechselte sich der Wind: Fiel Denis Berger damals durch Talent, aber einen schwierigen Charakter auf, kam es in Bochum genau andersherum: Er ließ sich nichts zu Schulden kommen, versagte aber auf dem Platz auf ganzer Linie. Ihr könnt euch einmal den Spielerthread auf transfermarkt.de durchlesen, selten waren Fans so froh, einen Spieler los zu sein.
Nun endete Denis Berger genau an der Stelle, an der er sich vor zwei Jahren befand. Er wurde von seinem damaligen Trainer Wolfgang Wolf (der inzwischen ausgetauscht wurde) nach Rostock geholt und spielt wieder bei einer Spitzenmannschaft der dritten Liga. Mal sehen, wie es ihm da ergeht.
Lassen wir Denis Berger nun erst einmal auf der Bank sitzen und kommen zum Spiel. Zu Darmstadt schrieb ich: "Ich hätte mich über eine veränderte Stammelf gefreut; wann könnte man sie bringen, wenn nicht jetzt?", nun geschah exakt das: Der für extreme Konstanz berücksichtigte Trainer Arie van Lent veränderte einige Positionen gegenüber der Stammelf, teils freiwillig, teils gezwungen: Stadel ersetzt Kleineheismann (ausgefallen wegen Nierenbeschwerden), Dzwiniel spielt für Stein (fünfte Gelbe Karte, bisher die volle Zeit gespielt), Bäcker für Hahn (verletzt seit Chemnitz) bzw. dessen schwachen Ersatz Bender und Vogler für Rathgeber (zuletzt schwächelnd). Kuriose Folge davon war, dass der spät nach Offenbach gewechselte Bäcker noch über kein Mannschaftsaufstellungs-Bild verfügt und damit für einen Systemfehler sorgte.
Zu meinem Mitbewohner, der mir wieder folgte, sagte ich: "Das ist eine ungewöhnliche Aufstellung, aber keine schlechte", und ich behielt Recht. In der ersten Halbzeit riss Offenbach das Spiel an sich und gefiel richtig gut: Pässe kamen an, Zweikämpfe wurden gesucht und auch gewonnen und auch die Laufbereitschaft stimmte. Alles, was störte, war eine schlechte Abschlussfähigkeit. Kurz vor der Pause fiel allerdings das ersehnte Tor; der sonst so glücklose Stürmer Stefan Vogler scheint seinen Ruf zu überwinden und trifft zum 1:0. Es bedeutete aber auch ein Abflauen der Anspannung auf dem Platz, die bis dahin herrschte: Die Offenbacher spürten, dass etwas ging, während die Rostocker um ihre Serie fürchteten und auch gerne mal zu Grobheiten griffen (sie sammelten dafür auch Karten, vier oder fünf, die Offenbacher bekamen keine). Es waren diesmal weniger die Fans als die Mannschaften mit dem Strom.
In der zweiten Halbzeit erhöht Stefan Vogler sogar (kurz nach Beginn) auf 2:0, doch soll damit der Zenit überschnitten sein: Offenbachs Spielweise, die so begeisterte, kostete Kraft und die Einwechslungen, die noch möglich waren, saßen eben aus gutem Grund auf der Bank. Auf der anderen Seite brachten Rostocks Ersatzmänner (darunter Berger, aber nicht nur) frischen Wind und sorgten dafür, dass das Spiel kippte; regiert eine Stunde lang der OFC, zogen sich diese (auch mit den Auswechslungen, aus drei gelernten Stürmern auf dem Platz wurde am Ende einer) zurück und rührten Granit an. Da fiel das 2:1, nachdem auf der Seite ein Rostocker drei Offenbacher schlecht aussehen ließ und der Stürmer nur noch reinmachen musste. Für einen Moment konnte man auf Abseits hoffen, doch dann musste man zum Befürchten wechseln: Offenbach konnte noch Punkte lassen.
Das geschah nicht... auch weil Zeit vor dem Rostocker Tor rumgebracht wurde (ohne aber für echte Gefahr zu sorgen, Offenbachs Kräfte waren dazu verbraucht). Es blieb beim 2:1 und bei einer Verbesserung der Tabellensituation um zwei Plätze. Ich muss nicht mehr sagen, es war schön.
Nächstes Wochenende geht es nach Wiesbaden (auch mit meiner Beteiligung) zum zweiten Derby, dann folgt noch Heidenheim. Das könnte alles leichter und weniger anstrengend sein.
Wir spielen am WE in Rostock, ich hoffe ja wir bauen unsere Siegesserie weiter aus und verkürzen so den Abstand zu den Aufstiegsplätzen.
Ich weiß. Ihr spielt immer gegen unseren Gegner von der letzten Woche. ;)
Inzwischen kommt uns sicher entgegen, dass Unterhaching schwächelt und sich damit ein Angehöriger der Spitzengruppe weiter nach unten reichen lässt.
Heute fand (gestern bekannt gegeben) eine erste Autogrammstunde im Ring-Center in Offenbach statt... und, was soll ich sagen: Ich komme gerade von da. Man könnte sich zwar darüber streiten, ob man wirklich über eine Stunde Radweg (pro Strecke) für fünf Minuten Event, etwas Lächeln und ein paar Striche auf sich nehmen sollte, aber wenn man es als Sport deklariert und es mit weiteren Dingen (wie etwa dem Erwerb von Pokalkarten und einem Kickers-Adventskalender im Fanshop) verbindet, dann geht das schon irgendwie. Jedenfalls ging es.
Vier Spieler waren da, allesamt zweite Wahl: Marcel Stadel (momentan nur in der Startelf, da sein Vormann verletzt ausfällt), Lars Bender (der zuletzt zeigte, dass es bei ihm für einen Stammplatz nicht reicht, und diesen an den Stürmer Fabian Bäcker verlor), Daniel Henrich (Kaderfüllmaterial, Stammspieler in der II. und bislang ohne eine einzige Minute Einsatzzeit bei den Profis) und Marcel Avdic (einziger floppender Neuzugang der Saison, der sich gerade wieder überhaupt in den Kader spielte), von links nach rechts aufgezählt. Die letzten drei ließ ich auf meinem Trikot signieren (auf dem ich eigentlich nur den Trikotpaten stehen haben wollte, aber wenn es bei allen beiden Spielen, bei denen ich es trug, Niederlagen hagelte, disponierte ich um), für Ersteren ließ ich mich von dem Werbetext "(sie) werden eine Stunde lang alles signieren, was ihnen in die Hände fällt" inspirieren und brachte den Bild-Artikel vom Wiesbaden-Spiel, auf dem er abgebildet ist (leider aus unschönem Anlass), mit, den ich ohnehin für mein Fahrtenbuch aufgehoben hatte, und bekam ihn veredelt. Nun gut.
So kommen drei neue Gesichter in mein Buch. Mal sehen, wie lange sie noch in Offenbach bleiben werden.