"Die letzten Tage von Pompeji"
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"Die letzten Tage von Pompeji"
Eine Grafik sagt mehr als tausend Worte:
http://www.querschuesse.de/wp-conten...2/02/1a216.jpg
Entnommen aus diesem (lesenswerten) Artikel: http://www.querschuesse.de/der-konsumboom-geht-weiter/
Lang nix mehr geschrieben, aber es gibt auch keinen Grund. Alles läuft so, wie es erwartet worden ist. Die Rettungsschirme wurden kürzlich weiter aufgestockt, die Wirkung der Billion, die die EZB spendiert hat, verpufft jetzt, und die Kapitalflucht aus den Südländern nimmt weiter zu, während deren Wirtschaft zugrunde geht. In der Zwischenzeit explodieren die Summen, mit denen der deutsche Staat gerade steht. Nächster Akt: Spanien muss gerettet werden.
Wer sich noch fragt, wo die Reise mittel- bis langfristig hingeht, der bekommt nun aus Frankfurt die Antwort auf amüsante Weise mitgeteilt: Die Beamten der EZB fordern für sich inflationsgeschützte Pensionen.:rofl:donk:donk:donk
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaf...-11717693.html
Anhang 6137
Die letzte Aussage ist geil. :D Uganda :rofl
Soweit ja alles richtig ;)
Herrlich, Kronus. Habe gelacht. :D
Passend zum gestrigen Fußballspiel scheint Merkel gestern auch von Monti und Rajoy vernichtet worden zu sein. Dann mal gute Nacht, Deutschland. Das war diese Nacht die absolute Katastrophe.
Ganz interessanter Kommentar. Steht aber nicht wirklich etwas neues drin: http://www.nzz.ch/meinung/kommentare...med-1.17303995
Immerhin steht's überhaupt mal so geschrieben, denn in der deutschen Presse findet man das in dieser Form selten oder gar nicht. Ich weiß nicht, was noch passieren muss, damit die deutsche Bevölkerung endlich mal aufwacht, aber wenn die deutsche Presse weiterhin immer nur verharmlost und der großen Führerin huldigt, wird das nichts. Dabei kann man den NZZ-Artikel auf wenige Punkte zusammenfassen, die bei jedem Bürger dieses Landes die Alarmglocken schrillen lassen müssten:
- Italien, Spanien und Frankreich erpressen systematisch und koordiniert Deutschland.
- Die Kontrolle darüber, was mit den bereitgestellten Geldern passiert, ist weitgehend verloren gegangen. Gleichzeitig ist die Vergabe der Gelder faktisch nicht mehr an Gegenleistungen geknüpft. Man bedient sich also lieber an Deutschlands Bonität, statt die nationalen Volkswirtschaften so zu reformieren, dass sie sich selbst tragen können.
- Die Amerikaner und Briten stellen sich voll auf der Seite der Italiener, Spanier und Franzosen, da sie sich um die eigenen Bestände an Anleihen dieser Staaten sorgen. An einer starken Eurozone sind sie ohnehin nicht interessiert.
- Garniert wird das Ganze mit der Lüge, Deutschland profitiere ja so viel vom Euro. Wie aber der Artikel richtig darstellt, ist das gar nicht der Fall. Komischerweise ist das bisher weder bei der deutschen Presse, noch bei den deutschen Politikern angekommen. In der ausländischen Presse und von ausländischen Meinungsmachern (Soros, Krugman, etc.) wird die Mär ohnehin immer wieder verbreitet.
Man kann Merkel für ihre Außenpolitik derzeit schon mal loben, ich nehme ihr ab, dass sie tut, was sie kann.
Korrekt. Allerdings sind die Bevölkerungen jener Länder nicht bereit, dringend benötigte Strukturreformen über sich ergehen zu lassen. Das perverse ist, dass wir die letzten 20 Jahre dafür gesorgt haben, dass unsere Wettbewerbsfähigkeit besser wird, der Arbeitsmarkt flexibler etc. Das war natürlich mit Einschnitten der deutschen Bevölkerung verbunden. U.a. deshalb stehen wir nun recht gut dar und dürfen nun die Länder finanzieren, die jahrelang mit billigem Geld ihren Lebensstandard aufgeplustert haben.
Obama fordert, dass die Eurozone die Geldpresse anwirft, wie es in Amerika mal wieder passiert. Wir sollen weiterhin auf Pump amerikanische Produkte kaufen, damit die Wirtschaft drüben rechtzeitig vor der nächsten Wahl wieder etwas besser dasteht. Einerseits eine verständliche Position aus deren Sicht, andererseits will eh keiner amerikanischen Schrott. :sz
Hattest Du hier nicht mal die Position vertreten, dass Deutschland enorm vom Euro profitiert hätte in der Vergangenheit bzgl. Exporten innerhalb der Eurozone? Vielleicht hab ich das falsch in Erinnerung, das Zitat hier würde ich so unterschreiben.
Das kann ich nach den Ereignissen von Do/Fr nicht mehr.
Du verwechselst mich jemand anderem. Ich habe die deutsche Exportmanie schon immer skeptisch betrachtet. Noch bevor die Lage akut wurde, habe ich bspw. im Civforum mal die Auffassung vertreten, dass die Strategie irgendwann an ihre Grenzen kommt. Es ist auch leicht nachzuvollziehen, warum. Wer über den Export Wirtschaftswachstum erzeugen will, muss jedes Jahr seinen Exportüberschuss vergrößern. Bleibt er nur gleich, wächst ja nichts. Aber irgendwann geraten dann andere Staaten in die Lage, dies nicht mehr akzeptieren zu können oder zu wollen. An dem Punkt sind wir nun angekommen. Abgesehen davon wissen wir ja alle, dass ohne die massive Ausweitung des Niedriglohnsektors in Deutschland nach den Schröder-Reformen mancher Exporterfolg gar nicht denkbar gewesen wäre. Die Bevölkerung hat vom Euro überhaupt nicht profitiert, ein paar Industriekapitäne und Finanzkonzerne hingegen schon. Die sind dann wohl Deutschland, wenn es immer heißt, dass wir die großen Profiteure sind.Zitat:
Hattest Du hier nicht mal die Position vertreten, dass Deutschland enorm vom Euro profitiert hätte in der Vergangenheit bzgl. Exporten innerhalb der Eurozone? Vielleicht hab ich das falsch in Erinnerung, das Zitat hier würde ich so unterschreiben.
Was allerdings schon richtig ist, dass ein Ende des Euro extrem teuer und auch viele Arbeitsplätze kosten wird. Das ist ja das Argument, mit dem uns verschiedene Kreise ruhig zu halten gedenken. Ein Teil des Exportsektors wird untergehen, nämlich der Teil, den es ohne den Euro so wahrscheinlich gar nicht erst gegeben hätte. Die Bundesbank und deutsche Banken werden gewaltige Verluste erleiden, wir in eine tiefe Rezession schlittern. Aber ich halte diese Option immer noch für weitaus besser als bis an den St. Nimmerleinstag Ressourcen in den Süden zu schieben. Am Ende dieses Weges werden wir erfolgreich auf deren wirtschaftliches Niveau abgestiegen sein...
edit:
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es ist schon wichtig, die Leistungskraft unserer Industrie zu erhalten. Wir dürfen nicht den Fehler von UK & Co. machen, unsere Industrien abzuschenken, und lieber Casinobetreiber werden. Wir müssen dafür sorgen, dass Deutschland weiter ein Land bleibt, dessen Güter überall begehrt sind, das eines der wichtigsten globalen Zentren für Forschung und Innovation ist. Aber dafür brauchen wir den Euro nicht, und wir brauchen auch nicht den Billigexportsektor. Von dem kann nämlich kaum ein Arbeitnehmer vernünftig leben. Aber gerade weil wir eines der wenigen westlichen Länder sind, die im globalen Wettbewerb gut aufgestellt sind, eignen wir uns natürlich zur Melkkuh. Nur wenn wir gemolken werden, und damit dann dutzende Milliarden in Form von Transfers als jährliche Belastung auf uns zukommen, werden die industriellen Vorteile unseres Landes verschwinden. Es ist einfach zu teuer.
Ich halte ihr immer noch zu gute, dass sie außenpolitisch derzeit das geringste Übel für uns ist, von der Opposition hört man gerne "Eurobonds ja, aber mit Auflagen". Man sieht ja jetzt schon, dass selbst kleinere Auflagen politisch kaum durchzusetzen sind.
Ok sorry. Der Rest des Absatzes lässt sich nicht bestreiten. :japan
Auch wenn ich zugeben muss, dass der Euro für uns an der holländischen Grenze privat ein Segen war. ;)
Ja, bei einer Wiedereinführung der DM würde diese wohl als Ankerwährung herhalten müssen und damit viel stärker aufwerten, als unsere Exportwirtschaft kurzfristig verkraften kann. Es sieht für mich auch immer mehr so aus, als wäre dies aber langfristig für uns das beste. Südländer schreien wieder nach Wachstum auf Pump, ohne essentielle Strukturreformen angehen zu wollen/können. Ich weiß nicht viel über den spanischen Arbeitsmarkt, aber eine Jugendarbeitslosigkeit von knapp 50% deutet stark darauf hin, dass der Arbeitsmarkt zu unflexibel ist. So etwas lässt sich ohne zusätzliches Geld korrigieren, auch wenn es nicht jedem gefallen wird. Ich habe aber auch in D beobachten dürfen, was mit der Arbeitsmotivation passiert, wenn man praktisch unkündbar ist. Dass Länder wie Italien oder Griechenland ihre korrupten Strukturen aufbrechen können, glaube ich ebenfalls nicht.
Dass Frankreich sogar in die entgegengesetzte Richtung geht, könnte ein Sargnagel sein. Allein die Botschaft, die dies an andere Südstaaten sendet, ist verheerend.
Ja, aber dafür brauchts eine Strategie, wie wir unsere Exportwirtschaft kurzfristig über Wasser halten können bei einer Explosion der DM. Das wiederum traue ich unseren Politikern nicht zu. :/
Sinn und Raffelhüschen stellen ihren Widerstand auf eine breitere Basis. For what it's worth...
Und in der Zwischenzeit macht die Bad Bank der Hypo Real Estate 10 Milliarden Euro Verlust, die vom Bund getragen werden. Nach Steinbrück und Co., die das zu verantworten haben, kostet eine Bankenrettung ja nix. Jaja, man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass das nur der Anfang war.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hre404.html
Es hat knapp eine Woche gedauert, bis die Zinsen für Spanien wieder über 7 % gestiegen sind. Aktuell 7,01 %, knapp unter Euro-Allzeithoch. :lach
Der letzte Investor hat mittlerweile scheinbar auch kapiert, dass die Südländer ohne Strukturreformen nicht weiterkommen, unabhängig davon, wieviel Geld wir reinpumpen.
Strukturreform... das ist etwas, was mich an der ganzen Debatte nervt. Hört sich natürlich schöner an, von "strukturellen Problemen" zu sprechen, als offen zu sagen, dass die Länder vor dem Hintergrund eines globalen Marktes nicht produktiv genug sind, um sich einen Sozialstaat leisten zu können...
Zu niedrige Produktivität ist halt auch nur ein Faktor. Wenn z.B. in Griechenland niemand meint, Steuern zahlen zu müssen, wo soll dann Geld für einen Sozialstaat herkommen? Sowas kann selbst bei genügender Produktivität nicht funktionieren. Oder Spaniens Arbeitsmarkt, der dafür sorgt, dass junge Leute gar nicht erst in den Arbeitsmarkt hinein kommen.
An der Ausgabenseite zu drehen ist nur eine von mehreren Stellschrauben. :sz
Sarrazin hat einen recht leserlichen Artikel in der FAZ veröffentlicht: http://www.faz.net/aktuell/feuilleto...-11822292.html
Das Fazit lautet wohl wieder einmal, entweder man schafft den Euro wieder ab oder schafft die volle Transferunion in einem Bundesstaat. Und die Spitze: Genau das würden die Franzosen am wenigsten wollen.
Was haltet ihr denn von der These, dass Deutschland die Krise massiv mitverschuldet habe?
Logik: Währungsunion=Inflationsunion. Zwar hätten die Südländer systematisch über ihren Verhältnissen gelebt, Deutschland habe die eigenen Inflation bewusst unter den vereinbarten zwei Prozent gehalten und so die Euro Nachbarn bewusst niederkonkurriert.
Meinungen?
Bewusst passt nicht so recht. Afaik lag die durchschnittliche Inflation in Deutschland seit Einführung des Euros nicht unter 2%. Bei Einführung des Euros war die D-Mark im Vergleich zu den anderen Währungen überbewertet, was unter anderem an der Ankerfunktion und der geringen Inflationserwartung lag. Die Überbewertung trug zur damals schwachen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland bei und erhöhte den Druck die Kosten relativ zu drücken. Hinzu kam aber in einem inzwischen weit größeren Maße die Neigung der Südländer nominale Lohnerhöhungen durchzusetzen, die bei hoher Inflation wenig Problem schaffen, langfristig aber Probleme von inzwischen recht offensichtlicher Schwere schaft. Diese kultuelle Kluft haben bei Einführung des Euros viele "Verantwortliche" massiv unterschätzt. Hätte man sich bei der Einführung 15-50 Jahre mehr Zeit gelassen, hätte man nur solche Länder reingelassen, die längerfristig problemlos einen festen Wechselkurs zur D-Mark aufrecht erhalten haben, dann wäre uns vieles erspart worden.
Deutschland hätte den Südländern insoweit entgegenkommen können, die eigene Inflation nicht unter das Niveau D-Mark zu drücken. Aber den Beitrag Deutschlands schätze ich eher auf ein Drittel, zwei Drittel kam aus dem Süden einschließlich Frankreich.
Deutschland kann die Inflation gar nicht direkt steuern, das kann nur die EZB per Geldmengensteuerung.
Das ist meiner Meinung nach nicht ganz richtig. Die Regierung kann zwar die Geldmenge nicht steuern, das heißt aber nicht, dass man nicht über eine geschickte Arbeitsmarktpolitik die Gütermenge steuern kann.
Nebenbei ist mir noch immer nicht ganz klar, wie die EZB die Geldmenge in "einem" Eurostaat steuern soll.
Was mich eigentlich mehr interessiert als die Schuldfrage sind die Schlüsse, die man aus der Analyse zieht. Wenn du sagst, du brauchst in der Eurozone eine einheitliche Inflation, dann ist es dämlich die Südländer weiter zum sparen zu zwingen, weil die folgende Rezession nicht gerade die Kaufkraft erhöhen wird. Mit dem Sparzwang bekämpfen wir zwar die Symptome, fördern aber die Ursache...
Gleichzeitig muss man dann fragen, ob eine Exportnation überhaupt eine Währungsunion mit lauter Ländern hätte eingehen sollen, die auf den Binnenhandel ausgelegt sind.
Gleichzeitig ist es schwachsinnig (bezogen auf den europäischen Binnenhandel) zu sagen, ganz Europa muss Wettbewerbsfähiger werden. Wettbewerbsfähigkeit ist halt eine relative Größe. Oder anders: Wir sind in einer fünf Mann Pokerrunde, der Abend ist noch jung, aber bereits jetzt sind zwei unserer Mitspieler pleite. Ist natürlich toll, dass wir besser Spielen als die, aber wenn wir weiter spielen wollen, müssen wir Kohle rausrücken...
Zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit wird ein negativer Zusammenhang vermutet, niedrige Arbeitslosigkeit = hohe Inflation. (Stichwort Phillips Kurve).
Sie ist die einzige Institution im Euroraum, die Banknoten ausgeben kann. Die Geldmenge kann sie steuern, allerdings wirken Eingriffe natürlich in jedem Land anders, für ein Land kann eine expansive-, für's andere eine restriktive Geldpolitik zum gleichen Zeitpunkt optimal sein.
Für deutsche Geldpolitiker ist Preisstabilität das höchste, das war schon in DM-Zeiten so und kommt vor allem daher, dass D die letzten 100 Jahre bereits zwei totale Entwertungen der eigenen Währung hinter sich hat.
Sorry Sare, das hat mir echt nicht weiter geholfen.
Kenne ich, und deshalb spreche ich auch nicht von Arbeitslosigkeit sondern von Arbeitsmarktpolitik. Mit Leiharbeit, hohem Druck auf Arbeitslose und Zuschüsse für Geringverdiener hat unser Staat alles getan, um die Arbeitskosten und damit die Produktionskosten künstlich zu senken. Natürlich sinkt dadurch die Arbeitslosigkeit (da ist jetzt Platz für deine Phillps Kurve) aber die Produktionskapazitäten werden so auch künstlich hoch gehalten...
Ist doch das, was ich durch die Blume gesagt habe, Die EZB kann die Inflation nur auf ebene der Euro-Zone steuern, also müssen unterschiedliche Inflationsraten innerhalb der Zone wohl auf lokal geschaffenen Rahmenbedingungen zurückgehen.Zitat:
Sie ist die einzige Institution im Euroraum, die Banknoten ausgeben kann. Die Geldmenge kann sie steuern, allerdings wirken Eingriffe natürlich in jedem Land anders, für ein Land kann eine expansive-, für's andere eine restriktive Geldpolitik zum gleichen Zeitpunkt optimal sein.
Und was in der Geldpolitik in den 80er (vielleicht) richtig war, gilt selbstredend noch heute... ist ja alles gleich geblieben. :topZitat:
Für deutsche Geldpolitiker ist Preisstabilität das höchste, das war schon in DM-Zeiten so und kommt vor allem daher, dass D die letzten 100 Jahre bereits zwei totale Entwertungen der eigenen Währung hinter sich hat.
Die Flexibilisierung sorgt dafür, dass Produktionsspitzen variabel befriedigt werden können.^^
Die Zuschüsse werden durch Steuern finanziert, was sich entweder direkt auf die Preise auswirken könnte oder durch eine erwartete zukünfige höhere Staatsverschuldung negativ auf den privaten Konsum heute und somit indirekt auf die Preise.
Inflation wird durch viele exogene Faktoren beeinflusst: Ölpreis, Dollar/Euro-Kurs, Nahrungsmittelpreise, technischer Fortschritt usw.
Die Arbeitsmarktmaßnahmen, die Du nanntest, mitsamt Senkung der Lohnnebenkosten und Reallohnstagnation/-rückgang hat unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöht, während andere Länder in der gleichen Zeit zu hohe Lohnerhöhungen durchgedrückt haben. MMn sollte man hier ansetzen, nicht bei der Inflation.
Ja, aber da gibt es noch viele andere Ursachen, das fängt schon bei unterschiedlichen Zusammensetzungen der Verbraucherpreisindizes an. Aber auch viele andere Einflüsse, wie den Balassa-Samuelson-Effekt.
Das ist eine Glaubensfrage. FED und Bank of England gehen schon seit einiger Zeit in die andere Richtung, indem sie versuchen, mittels Geldpresse (expansiver Geldpolitik^^) die Wirtschaft anzukurbeln. In Nicht-Kriesenzeiten hat uns dies in die derzeitige Krise geführt, in Krisenzeiten kann damit kurzfristig die Wirtschaft angekurbelt/stabilisiert werden. Damit kann man sich Zeit verschaffen, um Reformen im Realbereich durchzuführen, eine nachhaltige Lösung ist dies nicht.
Das ist doch Käse. Der Argen halten für Unternehmen Broschüren bereit, diese ihren neuen Mitarbeiten aushändigen können und die die Mitarbeiter anleiten Wohngeld zu beantragen, weil sie sich ohne ihren neuen Job nicht leisten könnten. Die Argen selbst unterstützen kleine Unternehmen, die sich sonst nicht halten könnten...
Nur um das mal kurz klarzustellen: Letztendlich ist Inflation ein Missverhältnis zwischen den Geldmengenentwicklung und der Entwicklung der Gütermenge (und Dienstleistungen... blabla). Und Produktivität ist das Verhältnis zwischen produzierten Gütern und Bla auf der einen und den Produktionsfaktoren auf der anderen Seite. In einer Dienstleistungsgesellschaft ist der Preis von Arbeit ein nicht gerader unbedeutender Produktionsfaktor. Wenn ich ihn senke erhöhe ich die Produktivität, vermehre die Anzahl der produzierten Güter und senke die Inflation.Zitat:
Inflation wird durch viele exogene Faktoren beeinflusst: Ölpreis, Dollar/Euro-Kurs, Nahrungsmittelpreise, technischer Fortschritt usw.
Die Arbeitsmarktmaßnahmen, die Du nanntest, mitsamt Senkung der Lohnnebenkosten und Reallohnstagnation/-rückgang hat unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöht, während andere Länder in der gleichen Zeit zu hohe Lohnerhöhungen durchgedrückt haben. MMn sollte man hier ansetzen, nicht bei der Inflation.
Und was wäre dann der natürliche Effekt im Außenhandel? Die Aufwertung der Währung. Geht aber nicht...
Und genau dein "hat unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöht" ist ja gerade der Vorwurf, der gemacht wird.
Letztendlich ist Inflation ein Missverhältnis zwischen den Geldmengenentwicklung und der Entwicklung der Gütermenge (und Dienstleistungen... blabla).
Missverhältnis würde ich's nicht nennen, auch deutsche Geldpolitiker aus den 80ern sehen eine Inflation von ca. 2% als Optimum an (wg. technischem Fortschritt, Substitutionseffekte unso). Aber ja.^^
Und Produktivität ist das Verhältnis zwischen produzierten Gütern und Bla auf der einen und den Produktionsfaktoren auf der anderen Seite. In einer Dienstleistungsgesellschaft ist der Preis von Arbeit ein nicht gerader unbedeutender Produktionsfaktor.
Korrekt
Wenn ich ihn senke erhöhe ich die Produktivität
Arbeitsproduktivität = Output / eingesetzte Arbeitsstunden. Das ist ein reales Maß, Preise gehen hier nicht mit ein.
vermehre die Anzahl der produzierten Güter und senke die Inflation.
Du vernachlässigst die Nachfrageseite.
Und was wäre dann der natürliche Effekt im Außenhandel? Die Aufwertung der Währung. Geht aber nicht...
Arbeitsintensive Güter werden von Deutschland eher selten exportiert, wir sind gut bei kapitalintensivem Zeug. Du schmeißt alles in einem Topf, bei deiner Argumentation solltest Du allerdings nach Branchen differenzieren. In welchen Branchen werden Preise durch staatliche Zuschüsse beeinflusst, welche Branchen haben einen nennenswerten Exportanteil.
Ich argumentiere nicht, dass deine Behauptungen falsch sind, ich versuche dich nur auf Problemstellen hinzuweisen. Mit makroönomomischen, insb. monetären Aussagen sollte man sehr vorsichtig sein.
Wirklich? Wenn die Binnennachfrage der Südländer zurückgeht erhöht dies den Druck auch preislich konkurrenzfähige Leistungseinheiten für ausländische Nachfrager anzubieten. Sowohl Importe als auch Exporte dieser Länder ändern sich so, dass die Leistungsbilanz wieder ausgeglichen wird. Die unausgeglichene Leistungsbilanz war eine Kernursache der Krise. :nana
Die Sparpoltik bekämpt so gesehen die Ursachen, verstärkt aber zumindest temporär die Symptome und dass das Symptom hohe Arbeitslosigkeit Ursache für niedrige Produktivität in der Zukunft ist liegt auch nahe. Ein weiteres Problem dieser starken Deflationtendenzen ist der relative Anstieg der Schulden. Insofern wäre ich durchaus dafür den Südländern ein wenig entgegenzukommen. Denkbar wäre ein langfristiges Inflationsziel von 2,5%+-0.5%. Wichtig ist mMn nicht eine (sehr) niedrige Inflation, sondern eine konstante Inflation, mit der Investoren mit hoher Sicherheit rechnen können. Im Kern ist die Krise doch eine Vertrauenskrise.
Die Idee des Euros wäre bei richtiger Umsetzung nicht schlecht. Wechselkursrisiken werden vermindert und nebenbei wird die Möglichkeit von Währungspekultionen innerhalb des Währungsraums eliminiert.
Der Vergleich hinkt. Wenn wir Wettbewerbsfähigkeit verstehen als die Fähigkeit einer Wirtschaft ihren Angestellten gute Löhne und auch sonst gute Arbeitsbedingungen zu bieten, dann sind Steigerungen eine gute Sache.
Deutschland hat enorm vom Euro profitiert, wie nachfolgende Grafik schlüssig belegt:
Anhang 6440
:confused
Die Grafik ist leider nicht auf 100% in 1999% normiert. Intuitiv würde ich aus der Grafik eher schließen, dass der Rest der Eurozone noch stärker unter dem Euro leidet als Deutschland in ersten Jahren. Wenn man für den Nutzen des Euros argumentieren will wäre es wohl besser es auf reales Wachstum je Einwohner oder meinetwegen auch auf reales Wachstum je geleisteter Arbeitsstunde zu eichen.
Euch scheint entgangen zu sein, dass ich das nicht unbedingt Ernst gemeint habe. :fft
Laut den Zahlen ist D seit 1999 jetzt genau um 0,1 % stärker gewachsen als der Rest der Eurozone. Klare Outperformance!
:D:top
Die 3% Hürde war der größte Witz dabei.
:lach Sehr netter Fund :D :top
Mein mich sogar daran erinnern zu können :gruebel
Eine weitere Grafik aus der Reihe "Deutschland ist der große Gewinner der Eurozone":
Anhang 6487
Quelle: http://www.businessinsider.com/ubs-w...he-euro-2012-8
Es ist jetzt ja noch nicht spruchreif, aber ich habe den Eindruck, dass bald die EZB ganz von der Leine gelassen wird. Der Deal könnte sein: Spanien und Italien unterwerfen sich dem ESM, die EZB kauft dann unbegrenzt Anleihen und so geht das Leben weiter. Wäre natürlich ziemlich übel für uns, aber Merkel und unser Mann in der EZB, Asmussen, scheinen die Idee geil zu finden.