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Thema: Empfehlenswerte Dokumentationen

  1. #1
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    Empfehlenswerte Dokumentationen

    Ich schau ja immer öfter Dokus auf Youtube, da sind wirklich einige gute Sachen dabei. Wer was empfehlen kann, sollte das in dem Thread tun, würde mich freuen.

    Sehr gut ist zum Beispiel die Tschernoyl-Doku von Thomas Johnson (2007). Anhand von Augenzeugenberichten, bspw. Igor Kostin, der als Fotograf vor Ort war, einigen überlebenden Liquidatoren oder auch Michail Gorbatschow und Original-Aufnahmen wird das Unglück Stück für Stück aufgearbeitet. Man wird zwar insbesondere in den letzten Wochen ständig mit dem Thema konfrontiert, dennoch sehr sehenswert und in voller Länge durchgängig auf Youtube:





    Gestern hab ich mir das ca. 90-minütige Interview mit Traudl Junge angeschaut. Ist sehr interessant und schlicht gemacht, ohne dramatische Musik oder schnelle Schnitte hat man die Frau einfach erzählen lassen. Interview von André Heller, Kamera Othmar Schmiderer. Der Film ist von 2001, wer ihn noch nicht gesehen hab, ich hab ihn als Playlist zusammengestellt:

    http://www.youtube.com/view_play_lis...4F08C81F873691

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von DerGerhard
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    Super Idee!

    Ich bin vor einem halben Jahr per Zufall auf ein wirklich eindringliches Stück Dokumentation gestoßen. Ich musste es zwischendurch unterbrechen, weils mir zu mulmig wurde. Sind 20 Parts a 8-10 Minuten, also in sofern auch kein Problem.

    Es geht im Folgenden hauptsächlich um das Massaker von Srebrenica, Juli 1995. Die Doku leistet aber viel mehr, bietet sozusagen einen Rundumblick im Besonderen.
    Die komplett unkommentierte () Doku (Zwischendurch wird schonmal Entscheidendes in Slow-Motion wiederholt) ist ausschließlich zusammengesetzt aus Filmmaterial einzelner Nachrichtenagenturen, Privataufnahmen von muslimischen Zivilisten, holländischen UN-Truppen und vor allem eines kleinen Belgrader TV-Studios, das den bosnisch-serbischen Vormarsch en Detail festhält.
    Die einzelnen Videos sind so zusammengeschnitten, das sie die Geschehnisse gewissermaßen in Echtzeit wiedergeben.

    Ich weiß garnicht was mich mehr Beeindruckt hat, es war auf so vielen Ebenen Interessant. Man weiß ja immer, was während und kurz nach den Aufnahmen geschieht. Unvermeidlich wird man mitten reingezogen:

    -die bosnisch-serbische Armee (Miliz, massiv unterstützt von der regulären serbischen Armee) unter Ratklo Mladic, die, trotz ihres offenkundigen Dilettantismu, zunächst die bosnisch-muslimische "Armee" (im Todestreckpart sieht man dann die wahre Zusammensetzung) und dann die Holländer vor sich hertreibt (hier dürfte Ringo den ein oder anderen Schmunzler haben).
    -Ratklo Mladic an sich. Fast schon ein kleines Psychoportrait, was hier alleine mit den serbischen Aufnahmen gelingt.
    -Nochmal im Besonderen die krasse Situation, als die Serben die Holländer mitsamt Kommandostab festsetzen. Das is schon echt der Wahnsinn, wie Mladic mit dem Kommandeur agiert. Läufts einem kalt den Rücken runter (beim nächsten Punkt natürlich nochmal ganz anders) und gleichzeitig ein kleines Lachen verkneifen.

    -Die "Verhandlung" über die Muslime von Srebrenica, ein zynisches Meisterstück.
    -Der Part, bei dem ich zwischendurch immer wieder unterbrechen musste. Die Privataufnahmen der muslimischen Bosnier aus Srebrenica. Wie sie versuchen die UN-Truppen am Gehen zu hindern, die Männer sich auf die Flucht vorbereiten, nochmal ein paar Kinder,Frauen und alte Männer es auf einen Transporter schaffen. Der Todestreck an sich, das Ende ist nicht mehr auszuhalten.
    -Der Einzug des Generalissimo Mladic in die Geisterstadt Srebrenica, mann mann,mann.

    - Das serbische Kamerateam an sich, die Kommunikation untereinander und mit den Soldaten vermittelt ein außergewöhnlichen Einblick in den sozialpsychologischen Referenzrahmen (Ja, ich lese gerade das neue Buch vom Neitzel ), in dem sich das Drama abespielt hat.

    etc.
    etc.
    Man kann garnicht alles Auflisten. Vielleicht morgen noch mehr dazu. Ich schreib das grad alles mit 6 Monaten Abstand.

    Keine Sorge, an die Zartbesaiteten, es wird niemand direkt vor der Kamera erschossen

    Kurzum:
    Was man hier an authentischen Einblicken von allen beteiligten Seiten gewinnt, habe ich so noch nicht erlebt. Zeitgeschichtlich höchst Interesant, vielleicht vor allem für diejenigen, die das damals schon in erwachsenem Alter mitbekommen haben.

    Fangt mit Part 1 an und dann einfach immer weiterklicken:

    Geändert von DerGerhard (04.05.2011 um 19:11 Uhr)

  3. #3
    what is my purpose? Avatar von Spaceman
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    Klassiker: Scholl-Latour - 8 Tage beim Vietcong

    http://www.veoh.com/watch/v6314482wdcdACY5

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von MΞSSIΛS
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    Was wäre wenn...?

    Geändert von MΞSSIΛS (01.05.2011 um 22:52 Uhr)
    Es gibt Leute, die haben einen Horizont in Form eines Kreises mit dem Radius Null,
    und diesen nennen sie dann ihren Standpunkt.

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  5. #5
    what is my purpose? Avatar von Spaceman
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    Zitat Zitat von Wikipedia
    The Revolution Will Not Be Televised (Spanish: La revolución no será transmitida), also known as Chávez: Inside the Coup, is a 2003 documentary focusing on events in Venezuela leading up to and during the April 2002 coup d'état attempt, which saw President Hugo Chávez removed from office for two days. With particular emphasis on the role played by Venezuela's private media, the film examines several key incidents: the protest march and subsequent violence that provided the impetus for Chávez's ousting; the opposition's formation of an interim government headed by business leader Pedro Carmona; and the Carmona administration's collapse, which paved the way for Chávez's return. The Revolution Will Not Be Televised was directed by Irish filmmakers Kim Bartley and Donnacha Ó Briain. Given direct access to Chávez, the filmmakers intended to make a fly-on-the-wall biography of the president. They spent seven months filming in Venezuela, following Chávez and his staff and interviewing ordinary citizens. As the coup unfolded on 11 April, Bartley and Ó Briain filmed on the streets of the capital, Caracas, capturing footage of protesters and the erupting violence. Later, they filmed many of the political upheavals inside Miraflores, the presidential palace.

    Bartley and Ó Briain conceived of the film after Bartley returned from documenting the aftermath of the 1999 Vargas mudslides for an Irish charity. Following a visit to Venezuela to determine the feasibility of a film project, the pair formed a production company and applied to Ireland's film board, Bord Scannán na hÉireann (BSÉ), for a development grant. At BSÉ's request, the filmmakers partnered with a more experienced producer and shot a short pilot to show to potential investors. Funding for the €200,000 production was provided by BSÉ and several European broadcasters. Bartley and Ó Briain shot more than 200 hours of material; editing focused on identifying footage that would make the film entertaining and drive the plot. It was at this stage that the film's coverage narrowed to concentrate more on the coup attempt.

    The film was positively received by mainstream film critics and won several awards. Reviewers cited the filmmakers' unprecedented proximity to key events and praised the film for its "riveting narrative";[1] criticism focused on its lack of context and pro-Chávez bias. First shown on television in Europe and Venezuela in 2003, The Revolution Will Not Be Televised later appeared at film festivals and secured a limited theatrical release on the art house circuit. Independent activists held unofficial screenings, and Venezuelan government officials encouraged its circulation to build support for Chávez's administration. The film is regularly shown on Venezuelan television, and in the capital it is often broadcast during "contentious political conjunctures".[2] The Revolution Will Not Be Televised paints Chávez in a favorable light, which has led to disputes over its neutrality and accuracy; particular attention is paid to its framing of the violence of 11–13 April, the filmmakers' editing of the timeline, and the alleged omission of incidents and personnel. The film is variously cited as an accurate portrayal or a misrepresentation of the events of April 2002.

    http://en.wikipedia.org/wiki/The_Rev...sed_%28film%29

  6. #6
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    Auf Terra X lief in den letzten Wochen die zusammen mit der BBC produzierte Serie Eisige Welten. Ich weiß nicht, wie lange es noch in der Mediathek (in HD) online ist.
    I liked it. I was good at it. I was alive.

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von MΞSSIΛS
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    Ich finde die Familiengeschichte von den Krupp's sehr interessant. Ich habe sowohl den Film, als auch diverse Dokus.
    Es gibt Leute, die haben einen Horizont in Form eines Kreises mit dem Radius Null,
    und diesen nennen sie dann ihren Standpunkt.

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  8. #8
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    Auf dem Ersten kam gerade "Die Story" über Mehmet Göker (Link in der Mediathek). Wirklich sehenswert, interessante Einblicke in die Versicherungsbranche und Fremdschämen garantiert.

    Das ist der Trailer zum Film, der im März in die Kinos kam. Gegenüber der Filmfassung ist die Doku gekürzt.

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von DerGerhard
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    Ich kopiere mal aus dem CiFo:

    Zitat Zitat von DerGerhard Beitrag anzeigen
    Hab gerade eben auf 3sat ne tolle Doku gesehen:

    Der Weg nach Mekka. Die Reise des Muhammad Asad

    Teilweise richtig ergreifend (Der Beduine in Hebron, der von seinem Kamel fällt. Der Beduine in Saudi Arabien, der nach einem weiteren Exemplar des Buches fragt. Der Assistent, welcher sich am Grab mit dem Imam streitet), teilweise lustig (Reaktionen der Muslime in den verschiedenen Ländern), teilweise Wissenslückenfüllend, komplett Bereichernd

    Ich kann sie wirklich nur jedem ans Herz legen, "For People who think" :


  10. #10
    s̓̍̒͋̌l̎ow̐̔̉̉c̊͋̉ar̄͑ ͪͫ͛ ̓ Avatar von slowcar
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    Schon ne irre Subkultur, Nazis in den USA
    Oh what a day! What a lovely day!

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