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Thema: Euro-Endspiel

  1. #1
    Erfahrener Benutzer
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    Pfeil Euro-Endspiel

    Ich dachte, ich eröffne mal einen Thread zur Zukunft der Währungsunion. Anlass ist, dass "die Märkte" und auch die Medien, v.a. im angelsächsischen Raum, nun aber auch hierzulande, sich langsam auf den großen Koloss einschießen, vor dem alle Angst haben: Italien. Die Zinssätze für italienische Anleihen steigen jetzt, nach einem halben Jahr relativer Stabilität, stark an. Gleichzeitig hat Italien Anleihen in Höhe mehrerer hundert Milliarden Euro, die in nicht allzu ferner Zukunft fällig werden und ersetzt werden müssen. Dazu kommen noch einige dutzend Milliarden neuer Schulden pro Jahr. Mit weiter steigenden Zinsen steigen freilich auch die Zinskosten. Da die italienische Wirtschaft aber auch seit 10 Jahren schon nicht mehr wächst, wird's jetzt also Ernst. Der Rettungsschirm wird wohl bald weiter aufgeblasen werden müssen. Jedoch wird er, wie im Fall Griechenlands, keinen Beitrag dazu leisten, die Krisenländer wieder auf eigene Beine zu stellen.

    Wir steuern auf's Endspiel für die Eurozone zu, an dessen Ende entweder hohe und permanente Transfers aus dem "reichen" Norden (Deutschland & Co.) in die Krisenländer stehen werden oder aber ein Auseinanderbrechen des Euro (Rückkehr zu nationalen Währungen oder Nord- und Süd-Euro).

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...773524,00.html
    Geändert von Ford (10.07.2011 um 21:47 Uhr)

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von gandhi
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    Solange der Euro bis September stärker als der Dollar ist...

    Aber wir leben doch in spannenden Zeiten.

  3. #3
    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieser ganze "Wachstum"-Kram nicht mehr lange funktioniert.
    “Never assume malice when stupidity will suffice.”

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von gandhi
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    Geht mir ähnlich. Die USA kommen ja auch nicht aus ihrer Krise, trotz niedriger Zinsen, Steuern und Konjunkturprogramme. Die Inflation springt an, bei hoher Arbeitslosigkeit, und die Staatsverschuldung rennt davon. So mies ist es in Europa gar nicht.

  5. #5
    Benutzer Avatar von JeWnS
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    Zitat Zitat von gandhi Beitrag anzeigen
    Geht mir ähnlich. Die USA kommen ja auch nicht aus ihrer Krise, trotz niedriger Zinsen, Steuern und Konjunkturprogramme. Die Inflation springt an, bei hoher Arbeitslosigkeit, und die Staatsverschuldung rennt davon. So mies ist es in Europa gar nicht.
    Wer bist du und was hast du mit Gandhi gemacht?

  6. #6
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    Ich bin ja ein Laie, aber lag es nicht absolut auf der Hand, dass eine Währungsunion aus 15+ Staaten mit z.T. sehr unterschiedlicher Wirtschaftsstruktur irgendwann in die Binsen gehen muss?

  7. #7
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    http://www.welt.de/wirtschaft/articl...-des-Euro.html

    Mir ist ein Ende mit Schrecken lieber als ein Schrecken ohne Ende. Mir ist per Zufall heute ein uralter CDU-Kuli in die Hände gefallen: Euro - Die Währung für eine sichere Zukunft.

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von gandhi
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    Zitat Zitat von JeWnS Beitrag anzeigen
    Wer bist du und was hast du mit Gandhi gemacht?
    Um dich zu beruhigen: Hat bestimmt alles Obama verkackt.

    Zitat Zitat von Doppelus Beitrag anzeigen
    Ich bin ja ein Laie, aber lag es nicht absolut auf der Hand, dass eine Währungsunion aus 15+ Staaten mit z.T. sehr unterschiedlicher Wirtschaftsstruktur irgendwann in die Binsen gehen muss?
    Geht alles irgendwann vor die Binsen. 1000 Jahre gehen immer mal schnell vorbei. Wäre die Lage Europas heute ohne Euro besser, viel besser?

  9. #9
    Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von Doppelus Beitrag anzeigen
    Ich bin ja ein Laie, aber lag es nicht absolut auf der Hand, dass eine Währungsunion aus 15+ Staaten mit z.T. sehr unterschiedlicher Wirtschaftsstruktur irgendwann in die Binsen gehen muss?
    Es gab in der Tat einige Ökonomen, die die Überlebensfähigkeit der Währungsunion schon vor ihrer Gründung angezweifelt haben. Ich habe auch schon früher mal geschrieben, dass man eine gemeinsame Geldpolitik durch eine Fiskalunion und Lohnkoordinierung ergänzen muss, wenn sie funktionieren soll. So ist es ja auch in jedem Staat. Also entweder das oder gar keine gemeinsame Währungsunion. Die Konstruktion des Euro beinhaltet nun aber gerade einen Verzicht auf diese beiden Elemente. Man hat geglaubt, dass sich die nötigen Anpassungen der Volkswirtschaften automatisch ergeben würden. Historisch gibt es dafür natürlich kein einziges erfolgreiches Beispiel. Auch die Finanzmärkte* haben bis vor drei, vier Jahren keine großen Probleme gesehen. Die etwas intelligenteren Europolitiker mögen sich vielleicht der Defizite der Währungsunion bewusst gewesen sein, aber auch gewusst haben, dass sie vor 15, 20 Jahren eine gemeinsame Fiskal- und Lohnpolitik (die u.a. auch Transfers von reichen zu armen Ländern bedeuten würde) nie gegen die nationalen Wählerschaften hätten durchsetzen können. Manche von ihnen haben vielleicht sogar gerade auf eine solche fundamentale Krise wie die heutige spekuliert, weil diese nun in der Tat die Entscheidung erzwingt, dass man entweder diese strukturellen Konstruktionsmängel beseitigt oder die Währungsunion auflöst, in der Hoffnung, dass sich die heutigen Entscheidungsträger dann für die erste Option entscheiden.

    Heute gab's übrigens ein ziemliches Massaker an den Anleihemärkten. Italienische und spanische Staatsanleihen sind massiv eingebrochen, die Zinsen auf bestimmte Anleihen um bis zu 20 % gestiegen, die Zinsen deutscher Anleihen z.T. um knapp 15 % gesunken. Hier geht's jetzt richtig zur Sache. Trotzdem fragt man sich, warum Ende letzter Woche plötzlich so ein Abverkauf bei den italienischen Anleihen begonnen hat. Was war am Freitag anders als am Donnerstag?

    *"Die Finanzmärkte" sind nichts anderes als die Zocker in den großen Investmentbanken und Fonds. Alle anderen sind quantitativ überhaupt nicht relevant, aber "Markt" klingt halt immer so furchtbar gut und neutral.
    Geändert von Ford (12.07.2011 um 03:23 Uhr)

  10. #10
    Zitat Zitat von kronic Beitrag anzeigen
    *"Die Finanzmärkte" sind nichts anderes als die Zocker in den großen Investmentbanken und Fonds. Alle anderen sind quantitativ überhaupt nicht relevant, aber "Markt" klingt halt immer so furchtbar gut und neutral.
    Kann man da nichts machen? Ich wüsste da was.
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