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Thema: [Victoria II] Flamingoland

  1. #11
    Blau schimmernd Avatar von Saphir
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    Der Schatten der Kongresse von Laibach und Verona (1820/21)

    Im Rahmen der Ereignisse steht eine Möglichkeit im Raum, die ganz unabhängig von der Frage, wie intensiv sie verfolgt wurde, in Form von Spekulationen und Diskussionen ihre Wellen schlagen könnte: Da sich diese Kongresse mit liberalen Bewegungen in bourbonischen Staaten befassten, könnten schnell auch der veränderte Status Quo im Königreich Burgund thematisiert werden. Dies könnte Frankreich dazu verleiten, auszuloten, ob die aus der Not heraus geborenen Verfassungsänderungen auch in den Augen der anderen Großmächten einen Eklat und einen Angriff auf die absolutistischen Rechte des Kinderkönigs darstellt. So könnte man anbieten, dort einzumarschieren, um sich mit der "schlecht beratenen" Königsmutter zu einem "klärenden Gespräch" auseinanderzusetzen, diese nötigenfalls durch einen "besser geeigneten" Vormund zu ersetzen und das Parlament von "Hochverrätern und Verbrechern" zu säubern. Dies hätte ziemlich direkt die junge burgundische Autonomie zertrampelt und den Weg zu einer kurz- oder mittelfristigen Annexion durch Frankreich eingeschlagen.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich ernsthaft verfolgt wurde. Zum einen herrschte auf diesen Kongressen schon eine gehörige Menge Animosität und Chaos, zum anderen wären die Großmächte kaum gewillt, Frankreich gerade einmal sechs Jahre nach Ende des Krieges die Bestimmungen von Paris und Wien revidieren zu lassen, und letztlich bemühte sich das historische Frankreich zu diesem Zeitpunkt selbst nicht darum. (Das geschah erst unter Napoleon III.) Wenn sich aber die französische Presse dieses Themas annimmt und etwa mit dem Einmarsch nach Spanien auch einen nach Burgund fordert, dann könnte dies zu einem etwas gespannteren Verhältnis zwischen den beiden Staaten sorgen.
    "Der Wogen Schlag im Herz, der Flammen Glanz im Haar."

  2. #12
    Blau schimmernd Avatar von Saphir
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    Das Königreich Burgund in den Jahren 1821 bis 1830

    Wenn die realen Ereignisse auch innerhalb des Paralleluniversums "Erde 2.01D" eintreten, dann steht Frankreich ein hektisches Jahrzehnt bevor:
    * Im Jahr 1820 n. Chr. verstärkt die Ermordung des Prinzen Charles Ferdinand (hier König von Burgund) in Frankreich die restaurative Stimmung.
    * Im Jahr 1821 n. Chr. marschiert Österreich als Folge des Kongresses von Laibach im Königreich beider Sizilien ein. Sie marschieren auch in Piemont ein, um dort einen Militärputsch niederzuschlagen.
    * Im Jahr 1821 n. Chr. stirbt Napoleon auf St. Helena, sein Leichnam wird erst knappe 20 Jahre später nach Frankreich zurückkehren.
    * Im Jahr 1823 n. Chr. marschiert Frankreich im Auftrag der Heiligen Allianz in Spanien ein, um den bourbonischen König wieder in seine absolutistische Stellung zu erheben. Sie setzen sich innerhalb eines halben Jahres durch, was die Erinnerung an Napoleons Spanien-Erlebnisse kontrastiert, und verbleiben dort fünf Jahre.
    * Im Jahr 1824 n. Chr. stribt König Ludwig XVIII., woraufhin sein Bruder Karl X. die Krone übernimmt. Anders als sein weitgehend auf innere Ruhe bedachter Bruder strebt dieser entschiedener nach einer Rückkehr zu Absolutismus und Gottesgnadentum...
    * ... und die daraus resultierenden Verwerfungen dominieren die nächsten Jahre.
    * Im Jahr 1830 n. Chr. fällt Frankreich in Algerien ein - offiziell, um gegen Piraten vorzugehen, inoffiziell, um aus kolonialen Eroberungen innenpolitisches Prestige herauszuschlagen. Nach langen, verlustreichen Kämpfen und brutalem Vorgehen gelingt es, die Küste zu besetzen.
    * Als Karl X. im gleichen Jahr versucht, in einem Schlag gegen Eckpfeiler der Verfassung vorzugehen, erhebt sich dagegen ein Aufstand, der ihn und seinen Sohn zum Abdanken zwingt. Trotzdem folgt ihm nicht sein Enkel Henri, sondern der liberale "Bürgerkönig" Louis-Philippe von Orléans nach.

    Im Königreich Burgund des Paralleluniversums "Erde 2.01D" sehe ich derweil ein recht ruhiges Jahrzehnt anbrechen. Ein unmündiger König, eine Elite mit Furcht vor Rebellionen und eine Öffentlichkeit mit dem Wissen um die geringen Handlungsspielräume führt zu weitgehendem Stillstand. Ich nehme aber an, dass in dieser Zeit im neuen Staat die Fragen aufkommen, wie man mit den ererbten französischen Strukturen umgehen möchte, woraus eigene Antworten entstehen.

    Dabei steht zunächst die Frage im Raum, welche Zahl sich der neue König Henri hinter seinen Namen klemmt. Folgt man der Fiktion, dass das Königreich Arelat 1378 n. Chr. an Frankreich übertragen wurde, so darf er sich Heinrich IX. nennen. Nimmt man die französischen Könige heraus, die ja offiziell nie diesen Titel führten, so käme immerhin noch ein Heinrich VI. heraus, und wenn nur die explizit gekrönten Herrscher zählen, dürfte es Heinrich II. sein (hier fehlt mir leider eine gute Liste)...
    ... und ich denke, da es sich bei den französischen Königen um eine Statthalterschaft handelt, wäre die zweite Zahl die passende. Im Vergleich zu "Ludwig XVIII." und den damals hypothetischen "Karl X." und "Ludwig XIX." wirkt das auch weniger verbraucht, wenn auch gleichzeitig noch mit einer guten Portion Tradition gesegnet. (Bei seinem Vater handelte es sich nach dieser Logik um "Karl II.", mit allein Karl IV. vor sich.)

    Als eine zentrale Linie dieser Veränderungen nehme ich eine Rückkehr zu der Betonung des Lokalen an: Die Departementgrenzen mögen beibehalten werden, doch die Bezeichnungen der historischen Regionen treten erneut/stärker ins Licht. Da viele der Gebiete vor der Französischen Revolution eher zur Peripherie der absolutistischen Macht gehörten und noch ihre Provinzialstände und Parlamente aufwiesen, könnte deren Wiederherstellung als Teil einer Restauration in Angriff genommen werden und ein Gegengewicht gegen den Lyoner Zentralismus wirken. So würden dann die Freigrafschaft (mit Hauptstadt Besançon), das Dauphiné (mit Grenoble) und die Provence (mit Aix-en-Provence) als Verwaltungseinheiten neben das Hauptstadtgebiet treten.
    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man sich in Lyon Dialekten und Sprachenvarianten gegenüber sympathischer zeigt als in Paris. Gerade das Okzitanische könnte als Merkmal der Provence - auch gegenüber der eigenen Hauptstadt - neue Wurzeln finden.
    Gerade bei der Provence gehe ich davon aus, dass sie sich bemerkbar macht und auch eine eigene Partei oder Lobby bildet, um die für die fernen Mächtigen nicht immer naheliegenden Interessen der Küste im Zentrum der Macht zu vertreten.

    Die im historischen Frankreich in jener Zeit erlebte das Christentum einen weiteren Frühling und traf dabei auf eine in der Französischen Revolution entchristianisierte Bevölkerung und enteignete, marode Kirche. König Karl X. setzte sich dabei besonders für eine Staatsreligion ein, was ihn in Konflikt mit der Verfassung brachte und für weitere Unruhe sorgte. Im fiktiven Königreich Burgund fehlt dieser entschlossene Monarch; Bischöfe nehmen eine stärkere Stellung in der Pairskammer ein, doch gerade dies kann diese neuen Gegenwind spüren lassen, sodass...
    ... nun, ich kann schlicht nicht sagen, ob ein Äquivalent zum Sakrilegsgesetz des Jahres 1825 n. Chr. auch in Burgund umgesetzt werden könnte. Hier würden die Wechselwirkungen mit Frankreich mit hereinspielen und zu der Frage führen, ob die burgundischen Großen dem König von Frankreich in dessen Vorreiterrolle als Kirchenfreund und absolutistischer Monarch in spe als deren Vorbild nachhecheln oder sie den burgundischen Weg mit Verfassung und bescheidenerer Kirche als Eigenes und Gutes ansehen. Da dessen Weg allerdings schon im Inneren von Aufschrei und Fehlschlag begleitet war, würde ich aber davon ausgehen, dass die burgundischen Eliten eher auf ihre Ruhe setzen und die Distanz zu Frankreich nur weiter wächst.

    Das Königreich Burgund wird außerdem eine Entscheidung darüber treffen müssen, ob den von der Französischen Revolution enteigneten Adeligen und Kirchen eine Entschädigung zusteht. Hier bin ich skeptisch, da bei der Schwäche des Königs dies sehr schnell als "Die Pairs nutzen ihre Macht, um sich selbst an den Kassen zu bedienen" wahrgenommen werden könnte und dem neuen Staat wahrscheinlich die Mittel fehlen. Hier könnte das französisch-übernommene Modell staatlich besoldeter Geistlicher in Kombination mit 'angemessenen' Gehältern für die Pairs und Parlamentarier in den wieder neu entstehenden Provinzialparlamente als besserer Weg erweisen (und den Adel mehr in Richtung eines Amtsadels transformieren).

    So wirkt das Königreich Burgund für ein Jahrzehnt als etwas liberaleres Gegenmodell zum Königreich Frankreich, ehe die dortige Revolution dieses Verhältnis plötzlich umkehrt.
    "Der Wogen Schlag im Herz, der Flammen Glanz im Haar."

  3. #13
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  4. #14
    Blau schimmernd Avatar von Saphir
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    Das Königreich Burgund in den Jahren 1830 bis 1835

    Unter dem neuen "Bürgerkönig" Louis-Philippe ändert sich die Titulatur von "König von Frankreich" hin zu "König der Franzosen" - und was in der Realität als Bekenntnis zu Volkssouveränität im Gegensatz zum Gottesgnadentum gemeint war, erhält im Paralleluniversum "Erde 2.01D" einen deutlich aggressiveren Klang, betrachten sich doch die meisten Einwohner des Königreichs Burgund von ihrer Volkszugehörigkeit her als Franzosen.
    Ich gehe davon aus, dass diese Bezeichnung trotzdem fällt, handelt es sich bei dem Frankreich Louis-Philippes um ein spürbar aggressiveres: Sie mischte sich beinahe umgehend in der Hoffnung auf Gebietsgewinne in die belgische Revolution ein, schielte in der Orientkrise nach Ägypten, schockierte Deutschland mit Forderungen nach einer Rückkehr zur Rheingrenze und führte den Eroberungskrieg gegen Algerien fort.

    Dies führt dazu, dass die beiden zuvor trotz mancher Misstöne und Entfremdungen als familär betrachtbaren, von Onkel und Neffe regierten Staaten plötzlich zu Erzfeinden werden: Neben dem neuen Anspruch auf Alleinvertretung entfernt die neue französische Verfassung die Erblichkeit der Pairsstellen und streicht die Stellung des Katholizismus als Staatsreligion, was dazu führt, dass die Großen Burgunds von einem Übergreifen der Julirevolution und mehr noch von einer Annexion durch Frankreich nur zu verlieren hätten. In diesen ersten Jahren, in der der französischen Julimonarchie noch die Stabilität abgeht, gehe ich davon aus, dass die schrillen Töne aus Paris mit ebenso schrillen Tönen aus Lyon erwidert werden.

    Dazu gehört eine drastische Maßnahme: Am oder nach dem 29. September 1830 erklären sie, dass nach "mittelalterlichem Brauchtum" die Könige von Burgund schon mit 10 Jahren als mündig gelten können (Tatsächlich erklärte Karl IV. im Jahr 1378 n. Chr. den damals zehnjährigen französischen Prinzen Karl die Mündigkeit, ehe er ihn mit dem Dauphine und der Statthalterschaft für das Arelat belehnte), und schieben ihren König Heinrich VI. stärker in das Licht der Öffentlichkeit. Dessen Geburt nach dem Tod seines Vaters wurde in der Realität von Royalisten als "ein von Gott geschenktes Wunderkind" gefeiert, und so nehme ich an, dass er nun propagandistisch zum "Wunderkönig" aufgebaut wird, während die Macht weiterhin in den Händen von Parlament und Regierung verbleibt.

    Da sich die aktualisierte Verfassung des Königreichs Burgund und die neue Verfassung des Königreichs Frankreich nicht allzu sehr voneinander unterscheiden, nehme ich an, dass die Regierung auch über Zugeständnisse die Lage zu entschärfen versucht und dabei primär ihr Zensuswahlrecht entschärft (vielleicht sogar noch weiter als in Frankreich), um damit das liberale Bürgertum mit dem Staat auszusöhnen. Das sollte besser funktionieren als das den Anspruch eines "Königs der Franzosen" erwidernde Gekeife von einem "König aller Burgunder" oder "König des gesamten Burgunds", das eben nicht nur Anspruch auf die französische Bourgogne erhebt, sondern auch die Nachbarn Schweiz und Sardinien-Piemont irritiert, die selbst französischsprachige, ehemals zum Königreich Arelat gehörende Gebiete umfassen.

    Da der gestürzte König Karl X. in der Realität wie schon während der Französischen Revolution England als Ort seines Exils wählte und sich damit gegen bourbonische Staaten im Mittelmeerraum entschied, nehme ich an, dass er auch hier diesen Ort aufsucht. Trotzdem werden viele bourbonische Anhänger, die vor der Verfolgung fliehen, ihren Weg an die Rhone finden. Im Jahr 1831 n. Chr. entzündete sich in Paris eine Gedenkveranstaltung für den ermordeten Charles Ferdinand zu Unruhen (und bei diesem handelt es sich hier um König Karl II. von Burgund), in den folgenden Jahren gab es weitere Aufstandsversuche von Royalisten, Republikanern und Bonapartisten, ehe die Regierung des Bürgerkönigs seit der Mitte des Jahrzehnts schließlich einigermaßen sicher im Sattel saß.
    Derweil leidet das Königreich Burgund unter zwei weiteren historischen Krisen:
    * Eine Cholerapandemie fegte im Jahr 1832 n. Chr. durch Frankreich und wird sich auch von veränderten Grenzen nicht aufhalten.
    * In den Jahren 1831 und 1834 n. Chr. kommt es in Lyon zu den ersten beiden Aufständen der Seidenweber, in denen erst Streiks über unerträgliche Löhne und dann Abstimmungen über ein Gesetz zum Versammlungsverbot von Arbeitern zu Revolten der Arbeiter führen, die von der Armee niedergeschlagen werden...
    ... und auch wenn diese Aufstände sicher das Königreich Burgund einer noch größeren Belastungsprobe aussetzen, sehe ich dieses nicht anders handeln.

    Derweil sinkt auch der Stern einer anderen Person: Die historische Maria Karolina, Witwe des Charles Ferdinand, wurde im Jahr 1833 n. Chr erneut schwanger, weswegen in aller Eile ein halbwegs passender Ehemann gefunden und ein gefälschter Trauschein mit dem Jahr 1831 n. Chr. angefertigt wurde. Dies lässt sich auch für die Königin am Hof von Lyon vorstellen, wenn diese mit einem Geliebten zu sorglos umging, und wie in der Realität könnte sie dies trotz Vertuschungen Sympathie kosten. Ich nehme an, dass sie unauffällig ins Abseits gedrängt und aus dem Dunstkreis ihres Sohnes entfernt wird, der nun als "Wunderkönig" immer deutlicher ins Licht tritt...

    ... und dieser ist im fraglichen Zeitraum zehn bis fünfzehn Jahre alt.

    So erlebt das Königreich Burgund in dieser turbulenten Zeit eine Belastungsprobe, in der sich die Spaltungen eher noch vertiefen, da nun die Fragen im Raum stehen, wie man bezüglich eines möglichen "Wunderkönigs" und der Beziehung zum Frankreich des "Bürgerkönigs" denkt. In diesem Zustand befindet es sich zu Beginn des Spiels.
    "Der Wogen Schlag im Herz, der Flammen Glanz im Haar."

  5. #15
    Blau schimmernd Avatar von Saphir
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    Frage an die Leserschaft

    Servus Leute,
    da nun das Modding beginnt, möchte ich fragen: Bestände unter euch Interesse an einem "call and response"? Soll heißen: Ich stelle euch einige offene Fragen und ein paar Möglichkeiten der Umsetzung vor, und ihr entscheidet über den Weg?
    "Der Wogen Schlag im Herz, der Flammen Glanz im Haar."

  6. #16
    Blau schimmernd Avatar von Saphir
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    Die Flaggen und Realität

    Das historische Königreich Burgund/Arelat besaß weder Wappen noch Flagge, da es zu jener Zeit, als sie sich etablierten, schon zu theoretisch geworden war.
    Allerdings schwebt eine andere burgundische Flagge im Raum:
    Von der Burgundischen Erbschaft an und seit Maximilian I. erweiterten die Habsburger ihr Wappen um das rot umrandete Blau-Gelb des Herzogtums Burgund und verwendeten es quasi als Abkürzung für den gesamten Länderkomplex. Hier seht ihr das Wappen des Kaisers Maximilian II. aus dem Jahr 1606 n. Chr. - also zu einer Zeit nach der Teilung der habsburgischen Linien nach dem Tod Kaiser Karls V., nach dem die burgundischen Erbfolgekriege beendenden Vertrag von Senlis mit Preisgabe der Ansprüche auf das Herzogtum Burgund und vor dem spanischen Erbfolgekrieg:



    Unten rechts enthält es ein Burgund.
    Ich kann mir vorstellen, dass dieses Wappen, das die Österreicher bis zur Aufgabe der Österreichischen Niederlande führten, zum neuen Königreich Burgund wandert. Es steht nun einmal für Burgund, auch wenn die historische Zuordnung falsch ist.
    "Der Wogen Schlag im Herz, der Flammen Glanz im Haar."

  7. #17
    Blau schimmernd Avatar von Saphir
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    Die Flaggen und Victoria II (1/5)

    Victoria II verlangt von einer Nation fünf Flaggen: eine allgemeine, eine für Monarchie, eine für Republik, eine für Kommunismus und eine für Faschismus. Außerdem verwendet es häufig die Kombination "Flagge + Wappen".

    Hierbei handelt es sich um das "allgemeine" Modell. Sie entspricht der Version direkt nach der Gründung und damit dem Burgund unter König Karl II.

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Name:	Arelat Monarchie Anfang2.png 
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    Die Flagge besteht aus dem Übernommenen, drei gelbe und drei blaue Querbalken mit einem roten Rand, verbunden mit einem stark vereinfachten königlichen Wappen: der rote Adler auf weiß als ein "anderes altes Zeichen des Königreichs Burgund/Arelat" mit dem Zeichen der bourbonischen Nebenlinie als herrschender Dynastie im Herzschild...

    ... und ja, beides muss ich erklären:
    * Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Adler eine Anspielung auf das alte Wappen der Pfalzgrafschaft Burgund, die vor dem goldenen Löwen einen weißen Adler auf rot verwendete (vielleicht aus der Zeit der Stauferherrschaft). Ich drehte die Farben um, weil... nun, bin ich ehrlich... ich irgendwie einen "Flamingo" einbauen wollte.
    * Die neue Seitenlinie "Bourbon-Burgund" verwendet nur eine einzige goldene Lilie (im Anklang an das alte Wappen der Provence), umgeben von einem roten gezinnten Rand, den Charles Ferdinand während des Ancien Regimes noch als "Herzog von Berry" auf dem Wappen führte.


    ps: Bitte seht bei den Wappen nicht allzu genau hin. Sie tauchen nur in einem Hundertstel ihrer Größe im Spiel auf (also genau, sie sind 10x10 vergrößert), sodass ich nicht alle Feinheiten herausschliff.
    "Der Wogen Schlag im Herz, der Flammen Glanz im Haar."

  8. #18
    Blau schimmernd Avatar von Saphir
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    Die Flaggen und Victoria II (2/5)

    Unter König Heinrich VI. kommt diese Flagge zum Einsatz. Sie ziert das Königreich Burgund zu Spielbeginn und gilt als die Monarchie-Option.

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Name:	Arelat Monarchie Mittel.png 
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    Offiziell änderte sich wenig. Inoffiziell übernimmt es die Anordnung des Wappens Karls des Kühnen von Burgund, das sich als Wappen der Bourgogne hielt, und lässt den "Wunderkönig" damit eine Nachfolge der Valois-Burgunder propagieren.
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  9. #19
    Blau schimmernd Avatar von Saphir
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    Die Parteien zu Spielbeginn

    In Victoria II herrschen in der Bevölkerung verschiedene Grund-Ideologien vor. Auf diesen Ideologien ruhen dann die Parteien, und jede Partei vertritt in fünf Themenfeldern gewisse Standpunkte, wobei diese Standpunkte der regierenden Partei in Form von Möglichkeiten oder Modifikatoren das Spiel und den Spieler erreichen. Im Verlauf des Spiel kommen neue Parteien hinzu, während alte verschwinden können.

    Zu Beginn des Spiels existieren in Frankreich folgende Parteien. (Schwarz bedeutet Reaktionäre, Blau Konservative, Gelb Liberale.)

    Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Parteien.jpg 
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    Im Königreich Burgund könnte es so aussehen:
    (Das Spiel nutzt dabei Parteinamen in den jeweiligen Sprachen; ich weiß noch nicht, ob ich es genauso umsetze.)

    Reaktionär: Wiedervereinigungspartei
    Die Anhänger dieser Richtung ersehnen eine Auflösung des Königreiches Burgund im Zuge einer Wiedervereinigung mit Frankreich unter Beibehaltung einer gewissen Autonomie wie in den Tagen des Ancien Régimes. (Verglichen mit anderen (selbst belgischen) Reaktionären sind sie absichtlich nutzlos.) Sie stehen für...
    * Protektionismus
    * Interventionalismus
    * Moralismus
    * Residenz
    * Pazifismus (im Sinne von: Sie sprechen diesem Staat das Recht ab, Waffen zu führen)


    Konservativ: Wunderkönigspartei
    Die Unterstützer des "Wunderkönigs" stehen vor eine Herrschaft der Oberschicht ohne Unterscheidung der Form gegen scharfe Abgrenzung nach unten, außenpolitisches Gepolter bei innenpolitischer Akzeptanz der Zustände und fast schon zu lockeren Zügeln. Sie stehen für...
    * Protektionismus
    * Laissez Faire
    * Pluralismus
    * Limitierte Staatsbürgerschaft
    * Jingoismus


    Konservativ (2): Parlamentspartei
    Die Pairskammer wünscht vorwiegend Ruhe, damit einhergehende Stabilität und dadurch die Beibehaltung von Verfassung samt der Macht von Adel und Kirche im Oberhaus im Rahmen der Möglichkeiten. Sie stehen für...
    * Protektionismus
    * Interventionismus
    * Pluralismus
    * Residenz
    * Pro-Militär


    Liberal: Provence-Lobbygruppe
    Diese zu Spielbeginn sicher nicht mehr rein provencalische Gruppierung vertritt die Interessen des Großbürgertums am Hof. Im Vergleich zu anderen liberaleren Bewegungen steckt ihnen noch der Schreck der Lyoner Weberaufstände in den Knochen, und sie mögen Subventionen. Sie steht für...
    * Freihandel
    * Interventionalismus
    * Säkularismus
    * Limitierte Staatsbürgerschaft
    * Pro Militär


    Im Vergleich zu den üblichen Parteien sind die Linien (wie auch in Frankreich) leicht verschoben. Als markanteste Besonderheit sei erwähnt, dass dem Spieler zu Beginn jede Chance auf "Staatskapitalismus" fehlt. Dieser wird erst mit dem nächsten Block erscheinen.
    Geändert von Saphir (06.11.2021 um 14:57 Uhr)
    "Der Wogen Schlag im Herz, der Flammen Glanz im Haar."

  10. #20
    Blau schimmernd Avatar von Saphir
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    Die allgemeinen Daten

    Königreich Burgund

    * Hauptstadt: Lyon
    * Primärkultur: Französisch
    * Akzeptierte Kultur: Keine
    * Regierungsform: Regierung des Königs
    * Pluralität: 25
    * Nationalwert: Ordnung
    * Alphabetisierung der Primärkultur: 60 Prozent
    * Alphabetisierung der Nicht-Primärkultur: 45 Prozent
    * Zivilisiert?: Ja
    * Prestige: 10
    Um diesen Block zu erklären:
    Jeder Staat besitzt ein nationales Ideal, das entweder aus "Gleichheit", "Freiheit" oder "Ordnung" besteht. Dies beeinflusst die Effizienz von Mobilisierungen und die generelle politische Tendenz. Frankreich nutzt "Gleichheit", doch im Rhoneland halte ich "Ordnung" für passender.
    Pluralisität und Alphabetisierung übernehme ich von Frankreich. Ich erhöhte lediglich den Nicht-Kultur-Alphabetisierungswert, da ja die Kolonien fehlen. (Stattdessen kopierte ich Savoyens Wert, da diese wohl voraussichtlich aus dieser Gegend stammen.)
    Der Prestigewert entspricht einem üblichen für kleine Königreiche - und spezifisch dem des Königreichs Beider Sizilien.

    Das Königreich Burgund beginnt außerdem mit denselben Technologien wie Frankreich und...

    Bewusstsein: 3
    Bewusstsein bei Fremden: 1

    Techschule: Korporativer Industrialismus
    ... übernehme auch beim Bewusstsein französische Werte, die recht typisch zu sein scheinen.
    Nur bei der Techschule sehe ich das französische nicht als passend und nehme deshalb die Verstrickungen, die sich normalerweise nur in Bayern, der Schweiz und Schweden finden lassen.
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