Die frage ist halt, was wir ausser dem kapitalismus für alternativen haben? Das wertesystem muss sich einfach grundlegend ändern. Am einfachste wärs wohl, das geld würde von einem tag auf den anderen wertlos.
Nur dieses system, wo jeder mit viel geld bestimmen kann, wie er grad lustig ist (nein louis, du bist ganz sicher nicht gemeint), darf nicht weiter existieren.
Aber wie heisst es so schön: "satt geht nicht auf die strasse."
Und deshalb brauchen wir den zusammenbruch, damit endlich mal was passiert. Letztendlich wird auch der letzte snob merken, dass er sein geld nicht fressen kann. Unser problem ist, und das mein ich jetzt wirklich ernst, dass es uns in dem ganzen chaos um uns herum noch zu gut geht.
Es braucht keine Alternative zum Kapitalismus im weiteren Sinne, es braucht lediglich eine bessere Ausgestaltung des Kapitalismus. Nur weil eine demokratisch gewählt Regierung Mist baut ist Demokratie nicht automatisch Mist.
Grundlegend vielleicht nicht. Aber als nach dem zweiten Weltkrieg die alten Eliten in England und den USA ihre wirtschaftliche Macht verloren ging das auch Hand in Hand mit dem Verständnis, dass große Einkommensungleichheit unanständig sei. Seit Ende der 1970er gibt es jedoch wieder eine Entwicklung in die umgekehrte Richtung. Da fallen gerade in der jüngeren Vergangenheit so manche Hemmungen:
http://www.flassbeck-economics.de/au...nirgends-halt/Zur Beantwortung der Frage, wieso sich die Präsidenten von der allgemeinen Einkommensentwicklung und von der Entwicklung der Einkommen der Professoren abkoppeln konnte, konzentriert sich die Studie von Erwin und Wood auf die Entwicklung an den Universitäten, bei denen die Präsidentengehälter am stärksten gewachsen sind: Was ist an den 25 Universitäten passiert, die bei der Inflation der Präsidentengehälter Spitze waren? Die Forscher stellen fest, dass genau an diesen Universitäten, die also bei der Entlohnung ihrer Präsidenten im Vergleich zum Durchschnitt besonders großzügig waren, auch der Anteil der Lehrkräfte mit nur befristeten Verträgen besonders schnell gestiegen ist, sich dagegen die Mittel für Stipendien besonders schwach entwickelt haben.
Dieser Befund ist auch betriebswirtschaftlich absurd. Die Universität erlebt eine Verlangsamung des Wachstums ihrer Einnahmen. Gespart wird aber beim eigentlichen Produkt, der Bildung, indem man die Professoren zu Teilzeit-MacDonalds-Professoren degradiert, womit eine Verbesserung der Qualität der Studentenausbildung wohl kaum zu erwarten ist.
Das trifft die Falschen. Inbesondere gilt, dass in der Regel die vermögendsten Menschen auch die höchsten Schulden haben. Wer bereits große Vermögen besitzt ist kreditwürdig und kann Kreditaufnahme als Hebel nutzen um noch reicher zu werden. Eine Währungsreform, wie du sie skizzierst, trifft vor allem den Mittelstand. Die Unterschicht hat nichts zu verlieren und die Oberschicht weiß ihren Besitz zu retten.
Das ist nicht gerade demokratiekonform und behindert auch den markwirtschaftlichen Wettbewerb. Man sollte nicht versuchen ins andere Extrem abzudriften, aber eine Reduktion der Einkommensungleichheit ist schon essentiel.
Ein Zusammenbruch ist nicht notwendig. In China wachsen die Löhne schneller als das BIP und eine aggressive Mindestlohnpolitik leistet dazu seinen Beitrag. In der EU könnte man mit einer ähnlichen Politik die Masseneinkommen stärken. Das mindert allerdings die relative wirtschaftliche Macht der bisherigen Eliten. Insofern ist es nicht ganz einfach demokratische Mehrheiten dafür zu organisieren.
Ein größeres Problem könnte entstehen, wenn es uns mal nicht mehr "zu gut" geht und es zu chaotischen Zuständen wie heute in Griechenland und der Ukraine oder im Deutschland der 1930er kommt. Veränderung ist kein Garant für Verbesserung, oft bedeutet es Verschlechterung.![]()
Nenn mir doch mal ein land, in dem es noch eine gesunde mittelschicht gibt. Sicher gibt es ein paar verstreute, aber ist es nicht vielmehr so, dass man nur noch arbeiten geht, um gerade mal noch seinen unterhalt finanzieren zu können? Gibt es noch jungfamilien, die gut mit ihrem einkommen auskommen? Gibt es noch die leute die sagen können, dass sie auch mal nen monat nicht arbeiten müssten? Das problem ist, dass ausser den reichen sehr, sehr vielen menschen das einkommen gerade mal so zum leben reicht. Was ist denn das für ein system, in dem du nur existierst, damit du für irgendwelche grossfirmen arbeitest? Oder einen gründungskredit bei einer bank zurück zahlen musst, weil du dich selbständig gemacht hast? Du lebst nur noch um zu arbeiten, damit du nicht verhungerst. Und der witz ist ja, es gibt immer mehr geld. Aber die armut immer grösser, während die reichen immer reicher werden. Und das IST das problem des kapitalismus.
Aus dem staatsbankrott griechenlands haben nur wieder die banken profitiert, während das land selber trotz milliardenhilfe nicht aus dem pott kommt. Ein pures spekulationsgeschäft auf kosten der griechischen bevölkerung. Was hat island gemacht, als es zahlungsunfähig wurde? Es liess die banken fallen. Mittlerweile steht das land EIGENSTÄNDIG konsolidiert da, und gilt als musterbeispiel der kriesenlösung. Aber hier bei uns ist man wieder nur daran interessiert, dass man diese ach so guten finanzinstitute ja nicht in die kriese kommen lässt - auf kosten der bürger.
Sag was du willst, aber das ist diebstal.
Und nein, es gibt keinen guten kapitalismus.
Was du sagst, von wegen wenn es uns mal schlecht geht, dann wirds wirklich schlimm... Mach die augen auf, die welt ist ein trümmerhaufen. Grosse teile in der Eu haben ne riesen arbeitslosigkeit, in der ukraine ist der krieg zum greifen nah. In afrika und südamerika verhungern die mensch zu tausenden. In asien werden menschenrechte mit füssen getreten. Überall auf der welt wird flora, fauna und boden wegen der unstillbaren gier nach rohstoffen vernichtet. Wir produzieren nahrung um damit zu spekulieren, und sie danach zu vernichten. Wir respektieren nicht mehr das leben der anderen. Worauf will man da noch warten? Bis man selber in der klemme steckt? Was ist daran falsch sich zu empören, wenn es ANDEREN schlecht geht?
Darum gehts doch den träumenden hippies, dass man endlich aufhört so zu tun, als wäre nichts, den unangenehmen tatsachen ins gesicht schaut. Die ignoranz vieler leute frustriert mich echt, aber immerhin kannst so gut den spreu vom weizen trennen.
Btw, geht es nicht immer nur um kapital, vermögen und dividenden... Zuerst geht es immer um respekt und leben. Und auf der basis kommst du mit einem finanzheini nie auf einen nenner, weil anstand und gerechtigkeit in seinem business nicht existieren.
Spiritual Gangster
Alle aus meiner Familie und Verwandschaft. Wenn ich meinen Benzler Kumpel, den Kronimusmitarbeiter und Zöllner mitzähle auch die. (alle keine Führungskräfte) Mag sein dass dies in anderen Gebieten anders ist, aber in Süddeutschland kann man schon ganz gut leben ohne gleich am Hungertuch zu nagen. Trotzdem kam man natürlich noch vieles verbessern, das steht außer Frage.
Make hell great again!
Nach meinem Eindruck sind aber auch hier im Süden die Reallöhne nicht besonders gut gelaufen die letzten Jahrzehnte. Und ich prophezeie, dass wir in den nächsten 5-10 Jahren durch die anlaufende Immobilienblase + Mietpreisexplosion (Danke, Euro) deutliche Lebensstandardverluste spüren werden, auch oder gerade im Süden, wo die Lage ja am stärksten aus dem Ruder läuft. Bleibt halt nicht mehr so viel über für anderes, wenn man nach einem Umzug plötzlich paar hundert Kröten mehr auf den Tisch legen muss pro Monat. Oder wenn der vermeintliche Niedrigzinskredit einen variablen Zinssatz hat und irgendwann die Zinsen steigen. Oder der Kredit mit festen Zins irgendwann ausläuft.
Ich rede ja nun seit paar Jahren davon, dass wir hier eine Blasenbildung haben. Das wurde lange verleugnet, aber ab und an wird nun auch in den großen Zeitungen vor einer Blase "gewarnt". Wie auch immer.
Andererseits, orchid, ich habe keine Ahnung, in welchem Land es besser gehen sollte als in der Schweiz. Wenn Deutschland so ein Wohlstandsniveau hätte wie ihr...das wäre ein Traum.
Ich beklage mich nicht, dass es uns in der schweiz schlecht geht. Ich beklage das elend um uns herum. Und ich beklage die unfähigkeit der leute, der wahrheit mal ins auge zu blicken.
Spiritual Gangster