And now we proudly present the votes of the Hamburg Jury:
1 Ehrenpunkt vergibt der Juror an Bild Nr. 6, „Der Abfluss“
Anders als in manch anderem Bild ist die Botschaft hier vollkommen klar und kompromisslos. Das Glas ist weder halb voll, noch halb leer. Nein, hier ist „Flasche leer“, hier geht bald gar nichts mehr. Hier kommt bald allenfalls das Putzkommando, um das nun leere Becken zu desinfizieren. Spätestens dann sind alle tot. Aber was kommt danach? Ja, so ist es. Dieses Bild stellt die wohl bedeutendste Frage der Menschheit. Was kommt danach? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Existenzejakulationismus im Sinnbild eines Abflusses. Ja, liebe Freundinnen und Freunde, dieser Abfluss gibt uns die Antwort. Ist er doch eindeutig zum Mehrfachgebrauch entworfen. Danke an Corcampus für diese Antwort und ein Punkt.
2 Ehrenpunkte vergibt der Juror an Bild Nr. 11, „Sekt oder Selters“
Ein auf den ersten Blick eher schlichtes Bild. Ein Weißweinglas mit Wasser drin ist ja erst einmal nichts Besonderes. Ist wohl auch auf den zweiten Blick nichts Besonderes. Nein, ist es nicht. Aber, dieses Wasser ist in Bewegung. Da wird doch gleich der Seemann in mir geweckt. Der Fachmann stellt dann sofort fest, hierbei handelt es sich um den so genannten Sturm im Wasserglas. Also nicht ganz das, was der Seemann mit einer Ladung Steelcoils durch die Biskaya in Verbindung bringt, aber für ein Landei auf Butterfahrt sollte es reichen, das Frühstücksbrötchen an die Fische zu verfüttern.
Also merke: auch ein Sturm im Wasserglas kann Fische füttern.
3 Ehrenpunkte vergibt der Juror an Bild3, „schäumender Rücken“
Warum drei Punkte für eine Rückenansicht die noch nicht einmal bis zum Hintern reicht? Ja warum. Warum ist die Banane krumm? Ist es vielleicht die Gewissheit, dass immerhin dieser Schaum noch seinen Weg bis zur Poporitze finden wird? Nein, so profan ist es diesmal nicht. Vielmehr ist es die Grundstimmung in diesem Bild. Die Farbe, oder vielmehr die Abwesenheit von Farbe ließ mich erst an eine Statue von Michelangelo denken. Und, so dachte ich mir, ganz schön mutig, einen Michelangelo einzuschäumen, nur um in unserem Foto Wettbewerb zu punkten.
4 Ehrenpunkte vergibt der Juror an das Bild Nr. 5, „Laborblüten“
Dieses Bild finde ich einfach gut. Erinnert es mich doch an Früher. Nein, ich meine nicht die Zeit, in der ich beinahe täglich mit psychedelischen Drogen experimentierte, sondern an die Zeit, als ich meinen ersten Chemiebaukasten bekam und mit dem Kaliumpermanganat herumspielte. Schönes Bild. Hier wurde die Vorgabe gut verarbeitet, wie war sie überhaupt noch einmal? Ist ja auch egal.
5 Ehrenpunkte vergibt der unabhängige Juror an Bild Nr. 10, „Blick auf Burchard Kai“
Wenn man die Blickrichtung hier einfach weiter nach hinten verlegt, landet man direkt in meinem Büro. Ich schaue auch direkt auf den Burchard Kai und seine Containerbrücken. Und was sehen wir hier? Die traurige Wahrheit. Eine Containerbrücke, die oben ist, ist eine schlechte Brücke, weil sie gerade nicht beschäftigt ist. Kein Schiff da, das man ent- und beladen könnte. Auch die Container dahinter sprechen eine deutliche Sprache. Nur drei Lagen hoch gestapelt, drei schlappe Lagen hoch, möchten man sagen. Ja. Die Krise in der Schifffahrt ist noch lange nicht vorbei. Volle Punktzahl für diesen Beitrag von Hadrian.


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Da wohnt noch jemand in Toetensen.


