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Thema: Euro-Endspiel

  1. #341
    Schaermt von Jim
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    Zitat Zitat von kronic Beitrag anzeigen
    Wie ich es verstehe, braucht es nur ein Ja des deutschen ESM-Vertreters und damit im besten Fall eine kleine Abstimmung im Bundestag um die deutschen Verpflichtungen weiter anzuheben. Kurzum, das sieht nach Freifahrtschein aus. Na dann, hurra!
    Das dürfte sowieso egal sein, zur Not bekämen die Südländer dann per Hintertür von seiten der EZB Geld in unbegrenzter Höhe. Merkel hat nicht komplett nach der Pfeife der Südländer getanzt, nun wurde Deutschland durch die EZB entmachtet.

    Deutschland hätte aber auch diese Tage mal mit gutem Beispiel vorangehen können und einen ausgeglichenen Haushalt für's nächste Jahr anpeilen. Stattdessen wird die Öffentlichkeit mit der Meldung "die Neuverschuldung ist gesunken" in die Irre geführt. Spanien überlegt, Hilfsgelder anzuzapfen, ist aber nicht bereit, konkrete Vorgaben seitens der Geldgeber über sich ergehen zu lassen.

    Ein klares Bekenntnis, dass Spanien & co. in jedem Fall in der Eurozone bleiben sollen, scheint mir aber notwendig gewesen zu sein, die Alternative wäre, sie umgehend rauszuschmeißen. Durch die Unsicherheit, ob der Euro dort in den nächsten Jahren noch Bestand hat, wurden die Risikoaufschläge auf deren Anleihen gewaltig, Gelder in großem Stil aus diesen Ländern abgezogen und auch die Investitionen aus dem Ausland bleiben aus. Die Probleme im privaten Bereich wurden ebenfalls immer schlimmer, z.B. ein gesundes Unternehmen in Norditalien muss deutlich höhere Zinsen auf Kredite zahlen als ein vergleichbares Unternehmen in D. Durch die EZB Beschlüsse sollten diese Probleme kurz- bis mittelfristig wieder überschaubar sein, aber wenn der Süden die nötigen Reformen nicht hinbekommt, sind halt auch wir am Arsch.

    Zitat Zitat von MΞSSIΛS Beitrag anzeigen
    Unfassbar...
    Nun koennen auch alle Optimisten einen Haken hinter den Euro und die EU machen.
    Wer Vermoegen hat, sollte das schnell noch unter die Leute bringen, bevor es durch die bevorstehende Inflation an Wert verliert.
    Die Inflation könnte handelbar sein, USA und GB sind seit geraumer Zeit ordentlich am Geld drucken, dagegen sind wir bisher noch Musterknaben. Mehr Sorgen für Deutschland bereiten mir die niedrigen Zinsen. Diese werden wohl für die Südländer noch einige Jahre auf niedrigem Niveau bleiben, was zu zwei Probleme in D führen kann: Erstens bekommen wir hier Geld zu günstig, damit können sich Blasen bilden und halt irgendwann dreckig platzen und zweitens schafft es der Anleger nichtmal, sein Vermögen risikoarm gegen 2% Inflation zu schützen.

  2. #342
    Erfahrener Benutzer Avatar von MΞSSIΛS
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    Warum sollten die Suedlaender denn reformieren, wenn sie bei jedem Hilfeschrei die Milliarden in den Arsch geblasen bekommen? Wir sind am Arsch. Punkt.
    Es gibt Leute, die haben einen Horizont in Form eines Kreises mit dem Radius Null,
    und diesen nennen sie dann ihren Standpunkt.

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  3. #343
    Dreckiger Flohteppich Avatar von wisthler
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    Dann aber auch alle anderen.
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  4. #344
    Statler & Waldorf Avatar von BrainDamage
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    Zitat Zitat von Sare Beitrag anzeigen
    Die Inflation könnte handelbar sein
    Das haben schon andere gemeint. Das lästige an der Inflation ist, daß sie sich eben nicht (nur schwer) beherrschen läßt.

    Zitat Zitat von MΞSSIΛS Beitrag anzeigen
    Warum sollten die Suedlaender denn reformieren, wenn sie bei jedem Hilfeschrei die Milliarden in den Arsch geblasen bekommen? Wir sind am Arsch. Punkt.
    Die Griechen haben sich nicht reformiert, als um die Einführung des Euros ging. Es aber hoch und heilig versprochen. Sie haben sich nicht reformiert, als ihnen das Wasser bis zum Halse stand. Es aber hoch und heilig versprochen. Und jetzt versprechen sie es wieder hoch und heilig, wenn ie noch ein wenig Zucker und Zeit bekommen. To be continued...

    Respekt aber vor den Iren und den Portugiesen. Nach allem, was man so mitbekommt, scheinen die die Probleme durchaus in Angriff zu nehmen ( und in den Griff zu bekommen).

    Zitat Zitat von wisthler Beitrag anzeigen
    Dann aber auch alle anderen.
    They came from nothing. They will go to nothing. Where's the difference?.
    Damit haben allerdings alle Minderheitenanliegen zunächst einen schweren Stand - für Akteure, die sich bei der Mehrheitsgewinnung schwer tun, traditionell ein Riesenärgernis. (Fleischhauer)

    Und auf leisen Pfoten ziehen die Wölfe in der Nacht
    Doch keine Angst, denn die sind feige, blind und schreckhaft

  5. #345
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    Zitat Zitat von Sare Beitrag anzeigen
    Die Inflation könnte handelbar sein, USA und GB sind seit geraumer Zeit ordentlich am Geld drucken, dagegen sind wir bisher noch Musterknaben. Mehr Sorgen für Deutschland bereiten mir die niedrigen Zinsen. Diese werden wohl für die Südländer noch einige Jahre auf niedrigem Niveau bleiben, was zu zwei Probleme in D führen kann: Erstens bekommen wir hier Geld zu günstig, damit können sich Blasen bilden und halt irgendwann dreckig platzen und zweitens schafft es der Anleger nichtmal, sein Vermögen risikoarm gegen 2% Inflation zu schützen.
    Die Blasen sind m.E. schon erkennbar. Der deutsche Immobilienmarkt, der sich 20 Jahre überhaupt nicht bewegt hat, dreht jetzt so richtig auf. Dabei ist der Bedarf nach neuem Wohnraum dank unserer Demografie natürlich nicht allzu groß. Trotzdem gehen im Süden und generell in attraktiveren Städten die Preise merklich nach oben. Ausländer, auch oder gerade aus Südeuropa, kaufen ohne Ende deutsche Immobilien. Neben der Blase bei den Kaufpreisen mache ich mir dann v.a. Sorgen um die Mieten. Hier in Heidelberg werden für Studenten z.T. schon in nicht ganz so attraktiven Lagen Mietpreise von 15€ kalt je m² aufgerufen. Wenn die Kaufpreise weiter steigen, wird das dann auch umgelegt werden. Es ist nur noch krank. Besser man zieht gar nicht mehr um...

    Die nächste Blasen sind in den Aktien- und Anleihenmärkten. Heute hat die FED also endlich QE3 verkündet. Der Dow Jones steht nur noch rund 5 % unter dem Allzeithoch, bei Dax ist es auch nicht viel anders. Absurd, gerade werden Gewinnerwartungen fast aller Unternehmen nach unten korrigiert. Die meisten Länder stehen entweder auf der Kippe zur oder schon am Beginn einer Rezession (von Südeuropa mal abgesehen). Normalerweise müssten die Börsen jetzt mal in den Sinklug gehen. Tun sie bisher aber nicht.

    Im Grunde ist die Sache ja klar. Wir befinden uns, ohne Notenbankintervention, in einem extrem deflationären Szenario. Alle haben zu viel Schulden, jeder muss abbauen. Öffentliche Schuldner können kaum mehr weitere private Schulden in ihre Bücher nehmen, weil sie sonst auch Probleme mit der Refinanzierung bekommen. Die Interventionen der Notenbanken führen dazu, dass die Entschuldung nicht brutal stattfindet. Die gesamtwirtschaftlichen Schuldenstände fallen nirgendwo. Nur in den USA sind sie ein bisschen gefallen. Stattdessen fließt die Kohle halt in Assets, sodass wir Assetpreisblasen bekommen. Die Bilanzsumme der EZB ist übrigens mittlerweile größer als die der FED. Ich weiß nicht, was die alles gekauft haben, aber die Interventionen der EZB am Sekundärmarkt müssen enorm sein.

    Die setzen auf eine sanfte Entschuldung durch Inflationierung. Ob das kontrolliert werden kann, ist für mich fraglich. Andererseits ist auch klar, dass es wenig Sinn macht, darüber zu jammern, dass die Inflation höher ist als die Bankzinsen. Das ist ja der Sinn der Sache. Wenn man Schuldenschnitte macht, bluten diejenigen, die Vermögen haben ja auch.

    Daneben ist aber vor allem in der Eurozone immer noch nicht klar, wie das Wirtschaftsmodell Nordeuropas mit demjenigen Südeuropas in Einklang gebracht werden soll. Wirtschaftliche Strukturen entwickeln sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte. Südeuropa hat sich jahrzehntelang anders entwickelt als Nordeuropa. Die haben keine innovativen Branchen. Es fließt kaum Geld in F&E dort, Patente werden kaum angemeldet. Kurzum, Deutschland and andere Länder haben ihren Wohlstand durch Technologieführerschaft (wenigstens in einzelnen Branchen) erreicht. Man kann in Spanien und anderswo sparen wie man will, solche Strukturen werden da trotzdem nicht in fünf Jahren entstehen, sondern im Idealfall in Jahrzehnten. Nicht mal daran glaube ich. Eher ist zu erwarten, dass die Lasten, die wir in den nächsten Jahren zusätzlich zu übernehmen haben, früher oder später auch bei uns auch an den letzten Rest an Substanz gehen werden.

  6. #346
    Schaermt von Jim
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    Zitat Zitat von kronic Beitrag anzeigen
    Die nächste Blasen sind in den Aktien- und Anleihenmärkten. Heute hat die FED also endlich QE3 verkündet. Der Dow Jones steht nur noch rund 5 % unter dem Allzeithoch, bei Dax ist es auch nicht viel anders. Absurd, gerade werden Gewinnerwartungen fast aller Unternehmen nach unten korrigiert. Die meisten Länder stehen entweder auf der Kippe zur oder schon am Beginn einer Rezession (von Südeuropa mal abgesehen). Normalerweise müssten die Börsen jetzt mal in den Sinklug gehen. Tun sie bisher aber nicht.
    Die großen Investoren müssen halt irgendwo hin mit ihrem Geld. Die Renditen für risikoarme Anleihen sind marginal, Gold-, Rohstoff- und Immobilienpreise bereits auf einem hohen Stand. Da bleibt nicht mehr viel.

    Zitat Zitat von kronic Beitrag anzeigen
    Daneben ist aber vor allem in der Eurozone immer noch nicht klar, wie das Wirtschaftsmodell Nordeuropas mit demjenigen Südeuropas in Einklang gebracht werden soll. Wirtschaftliche Strukturen entwickeln sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte. Südeuropa hat sich jahrzehntelang anders entwickelt als Nordeuropa. Die haben keine innovativen Branchen. Es fließt kaum Geld in F&E dort, Patente werden kaum angemeldet. Kurzum, Deutschland and andere Länder haben ihren Wohlstand durch Technologieführerschaft (wenigstens in einzelnen Branchen) erreicht. Man kann in Spanien und anderswo sparen wie man will, solche Strukturen werden da trotzdem nicht in fünf Jahren entstehen, sondern im Idealfall in Jahrzehnten. Nicht mal daran glaube ich. Eher ist zu erwarten, dass die Lasten, die wir in den nächsten Jahren zusätzlich zu übernehmen haben, früher oder später auch bei uns auch an den letzten Rest an Substanz gehen werden.
    Sehe ich ähnlich und die Alternativlos-Rhetorik der Politiker hängt mir weiterhin zum Hals raus. Ein typischer Satz wäre "Ein Ausscheiden Spaniens aus der Eurozone bringt unkalkulierbare Risiken auch für die deutsche Wirtschaft". Aber das gleiche trifft halt auch auf bei einem Verbleib in der Eurozone zu.

  7. #347
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    Nächster Akt: Der ESM soll von 500 Mrd. auf 2 Billionen gehebelt werden: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaf...-11900584.html

    Anscheinend sind nur die Finnen nicht begeistert. Unser Rollstuhlfahrer hingegen schon.

  8. #348
    Dreckiger Flohteppich Avatar von wisthler
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    Naja wenn es abwärts geht rollt es sich eben leichter.
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  9. #349
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    Zitat Zitat von Sare Beitrag anzeigen
    Sehe ich ähnlich und die Alternativlos-Rhetorik der Politiker hängt mir weiterhin zum Hals raus. Ein typischer Satz wäre "Ein Ausscheiden Spaniens aus der Eurozone bringt unkalkulierbare Risiken auch für die deutsche Wirtschaft". Aber das gleiche trifft halt auch auf bei einem Verbleib in der Eurozone zu.
    Solange die nicht begriffen haben, dass Europa erstmal institutionell reorganisiert werden muss, braucht man ueber Finanzierungen gar nicht nachdenken. So zumindest meine Meinung. Nordeuropa hat schon immer auf Stabilitaet gesetzt, gerade weil wir Sparer sind. Deswegen ist Inflation auch das Schlimmste, was einem Deutschen passieren kann. Das sind schon fast Uraengste, wenn man so will. Suedeuropa sieht das eher wie der Ami. Da wird das Schreckgespenst Inflation locker mit der Illusion egalisiert, dass man das schon wieder ausgleicht, sobald die Loehne steigen. Ein Grund, warum man keinen oekonomischen Konsens in Europa hinbekommt.
    Es gibt Leute, die haben einen Horizont in Form eines Kreises mit dem Radius Null,
    und diesen nennen sie dann ihren Standpunkt.

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  10. #350
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    Insititutionell reorganisieren wird sich bald vielleicht Spanien, nämlich in der Form, dass die Katalanen ihre Unabhängigkeit erklären.

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