Ich wüsste nicht wieso wir den Rückgang beim Realeinkommen der Eurozone anlasten sollten, die haben keine Minijobs eingeführt, Zeitarbeit gestärkt und allgemein Lohndumping betrieben.
Druckbare Version
Ich wüsste nicht wieso wir den Rückgang beim Realeinkommen der Eurozone anlasten sollten, die haben keine Minijobs eingeführt, Zeitarbeit gestärkt und allgemein Lohndumping betrieben.
Die Grafik zeigt, wie sich die Realeinkommen der 10 Zehntel der Einkommensverteilung in dem Zeitraum 2000-2010 verändert haben. Vereinfacht ist zu sehen, dass die Ärmsten am meisten gewonnen haben und die Reichsten einen relativen Einbruch ihrer Einkommen hinnehmen mussten. Das spricht zunächt einmal doch für den Euro. Dies geschah scheinbar jedoch über ein nachhaltiges Maß hinaus, daher schlägt das Zinspendel jetzt stark zuungunsten der Südländer aus. Zur Zeit steigen die Realeinkommen in Deutschland geringfügig, im Süden sinken sie zum Teil sehr deutlich. Dies dürfte mittelfristig eine Normalisierung der Leistungsbilanzen zur Folge haben.
Wäre es so übel? Übel wird es doch erst dann, wenn der Haftungsfall tatsächlich eintritt. Aber selbst dann wäre Deutschland nicht notwendigerweise so über dran, unterdurchschnittlich verschuldet ist Deutschland ja auch nicht. :gruebel
Bei Einführung des Euros lagen die Realeinkommen der unten Einkommensgruppen in Deutschland über dem Niveau der Eurozone. Die genannten Maßnahmen halfen einen Beitrag zur Angleichung an den Durschschnitt zu leisten.
Weil ohne den Euro die Strategie weitgehend verpufft wäre. Abgesehen davon glaube ich nicht, dass das die ganze Erklärung ist. Mir wäre nicht bekannt, dass die Österreicher so radikale Veränderungen durchgeführt hätten, dass sie deutlich am schlechtesten abschneiden.
Doch, Deutschland ist mittlerweile unterdurchschnittlich verschuldet, und der Tendenz nach immer unterdurchschnittlicher. ;) Wenn man die private Verschuldung noch mit hinzunimmt, ist kaum ein Land so gering verschuldet wie D. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Verschuldungsniveau in D nicht hoch ist.
Zweiter Aspekt: Selbstverständlich ist es schon übel, wenn die Haftung nicht eintritt. Wer sitzt wohl am längeren Hebel? Derjenige, der die Forderungen über eine Billion Euro hat, oder derjenige, der auf einer Billion Euro sitzt und sagen kann: "Entweder ihr helft uns, oder ihr dürft Eure Billion abschreiben."? Italien und Spanien sind nicht Peanuts-Griechenland. Die Eurozone wird sich, wenn sie überlebt, an den ökonomischen Prinzipien Südeuropas orientieren. Das zeichnet sich von Entscheidung zu Entscheidung immer mehr ab. Und das ist für Deutschland selbstverständlich katastrophal. Man braucht nur die Innovationskraft und Produktivität der Volkswirtschaften anschauen, um zu sehen, warum.
Ich habe noch ein kleines Fünkchen Hoffnung, dass Merkel auf Druck von DBB und der eigenen Bevölkerung nicht vor dem Süden einknickt.
Das entscheidende Ereignis dieses Jahr wird wohl der Troika-Bericht über den Zustand Griechenlands sein. Sollte Griechenland ohne dauerhafte Hilfen nicht wieder auf die Beine kommen können, hoffe ich, dass sich die ökonomische Vernunft durchsetzt. Am perversesten finde ich die Begründung, dass ein Scheitern des Euros auch ein Scheitern der europäischen Integration mit sich ziehen würde. Gerade der Euro schafft doch erst Konflikte, die die Euroländer immer weiter entfremdet.
Dein Wort in Gottes (Merkels) Ohr. Ich glaub's aber nicht.
Aus aktuellem Anlass: Ein Hoch auf den Rat der EZB! Wir kaufen uns aus/in der/die Krise... :top
So wurde Deutschland nun durch die Hintertür entmachtet.
Kurzfristig feiert die Börse den Draghi als Super Mario, mal schauen, wie lang's diesmal anhält.
Genau bis Lloyd Blankfein, oder ein anderes Schwergewicht, mal wieder seine Keule am Arsch der EU ansetzt.
Die Edlen scheint's auch zu freuen. ;)
Bisher sind ja nur weitere Käufe am Sekundärmarkt angekündigt. Es könnte freilich so laufen. ESM kauft Bonds direkt, reicht diese dann gleich an die EZB weiter. Das könnte im Prinzip bis in alle Unendlichkeit gehen. So hat man auch direkt das Verbot der Staatsfinanzierung (also Anleihenkauf am Primärmärkt durch die EZB) ausgehebelt.
Die Amis machen es ja schon lange ungeniert vor wie das funktioniert während hier den Südländern seit Jahren enorme Gelder allein durch die hohen Zinsen entzogen werden.
Ist natürlich alles nur Aufschub des Problems, aber nachdem weder Amis noch Eurozone wirkliche Lösungen haben, bleibt ihnen wohl nichts anderes übrig. Wobei hier in Europa natürlich die heterogene Struktur die die natürliche Disziplin des Einzelnen begrenzt noch erschwerend hinzukommt.
Mittwoch kommt ja das Urteil des Bundesverfassungsgericht. Mal sehen, mit welchen Formulierungen sie sich herauswinden werden. Weitere Klagen sind bereits angekündigt. :D
Wenn das wirklich so kommt, schlittert Nordeuropa mit dem 0-Auflagendispo direkt in die Inflation. Und das ist dann nur der Anfang des 7. Kreises der Hoelle. Wie kann ich nur einen Italiener, also quasi einen Minussparer, an so einen entscheidenden Hebel setzen?? Jemand sollte ihm mal erklaeren, dass "Solidaritaet" eine Einbahnstrasse ist, bevor er da Mautstellen hinsetzt! :donk
edit: Man moege mich aufklaeren, seit wann die EZB dazu berufen wurde, aktiv Finanzpolitik in Europa zu machen. Das muss wohl bei einem meiner Auslandsaufenthalte beschlossen worden sein. :kratz
:top
Das ist exakt das Problem und die Ursache zugleich. Deswegen muss Deutschland Europa seinen Stabilitaets- und Normenstempel aufdruecken, ob's genehm ist, oder nicht. Sowas kann aber nur mit Vernunft Vernuenftigen erklaert werden. Wer sich in Europa nicht an die Regeln haelt, der muss auch Konsequenzen fuerchten. Und dafuer brauchen wir eine unabhaengige Institution, welche seit Beginn gefehlt hat. Wenn das nicht auf dem schnellsten Wege passiert, bleibt der europ. Gedanke weiterhin ein Fragment aus gutem Willen, mangelhafter Umsetzung und Ignoranz.
:japan
Auch wenn sich alle gegenseitig darin überbieten, vermeintlich "nützliche" Dinge für den Euro, Griechenland und die anderen Mittelmeerländer vorzuschlagen und umzusetzen, ist das genau der Punkt der geflissentlich und gerne übersehen wird. Das ist alles contra legem. Die EZB ist der Finanzstabilität verpflichtet und - anders als die FED - keinen anderen Zielen, insbesondere soll sie weder die Wirtschaft stützen noch anders aktiv in die Finanzpolitik eingreifen. Aber da ist Herr Weidmann leider einsamer Rufer. Die Nummer der EZB ist aber leider kein Einzelfall, das no-bailout haben die ja auch schon lange zu Grabe getragen. Und, und, und...
Jep. Und all das ist eben der Tatsache geschuldet, dass wir in Europa weder gesellschaftlich, noch politisch geschlossen sind. Unter solchen Gegebenheiten macht man einfach keine Waehrungsunion. Dagegen war die deutsche Waehrungsreform nach der Wende ein generalstabsmaessig durchdachter Coup. :roll
Das dürfte morgen das allenfalls spannende sein. Ich bin zwar sicher, daß das BVerfG den ESM durchwinken wird, aber wie die sich in der Begründung winden werden, um einen glasklaren Rechtsverstoß nicht zu sanktionieren, wird interessant.
Fuer einen Juristen sicher, aber ich bekomme dabei das grosse Kotzen.
Für einen Juristen ist es auch erstaunlich, wie man den offenkundigen Rechtsverstoß so nachhaltig ignorieren kann.
Sei dir gewiss, dass das nicht nur für einen Juristen erstaunlich ist...
Was sagt der Jurist nun zum Urteil? Ich finde es noch zahnloser als befürchtet. Wie ich es verstehe, braucht es nur ein Ja des deutschen ESM-Vertreters und damit im besten Fall eine kleine Abstimmung im Bundestag um die deutschen Verpflichtungen weiter anzuheben. Kurzum, das sieht nach Freifahrtschein aus. Na dann, hurra!
Unfassbar...
Nun koennen auch alle Optimisten einen Haken hinter den Euro und die EU machen.
Wer Vermoegen hat, sollte das schnell noch unter die Leute bringen, bevor es durch die bevorstehende Inflation an Wert verliert.
Das dürfte sowieso egal sein, zur Not bekämen die Südländer dann per Hintertür von seiten der EZB Geld in unbegrenzter Höhe. Merkel hat nicht komplett nach der Pfeife der Südländer getanzt, nun wurde Deutschland durch die EZB entmachtet.
Deutschland hätte aber auch diese Tage mal mit gutem Beispiel vorangehen können und einen ausgeglichenen Haushalt für's nächste Jahr anpeilen. Stattdessen wird die Öffentlichkeit mit der Meldung "die Neuverschuldung ist gesunken" in die Irre geführt. Spanien überlegt, Hilfsgelder anzuzapfen, ist aber nicht bereit, konkrete Vorgaben seitens der Geldgeber über sich ergehen zu lassen. :cz
Ein klares Bekenntnis, dass Spanien & co. in jedem Fall in der Eurozone bleiben sollen, scheint mir aber notwendig gewesen zu sein, die Alternative wäre, sie umgehend rauszuschmeißen. Durch die Unsicherheit, ob der Euro dort in den nächsten Jahren noch Bestand hat, wurden die Risikoaufschläge auf deren Anleihen gewaltig, Gelder in großem Stil aus diesen Ländern abgezogen und auch die Investitionen aus dem Ausland bleiben aus. Die Probleme im privaten Bereich wurden ebenfalls immer schlimmer, z.B. ein gesundes Unternehmen in Norditalien muss deutlich höhere Zinsen auf Kredite zahlen als ein vergleichbares Unternehmen in D. Durch die EZB Beschlüsse sollten diese Probleme kurz- bis mittelfristig wieder überschaubar sein, aber wenn der Süden die nötigen Reformen nicht hinbekommt, sind halt auch wir am Arsch.
Die Inflation könnte handelbar sein, USA und GB sind seit geraumer Zeit ordentlich am Geld drucken, dagegen sind wir bisher noch Musterknaben. Mehr Sorgen für Deutschland bereiten mir die niedrigen Zinsen. Diese werden wohl für die Südländer noch einige Jahre auf niedrigem Niveau bleiben, was zu zwei Probleme in D führen kann: Erstens bekommen wir hier Geld zu günstig, damit können sich Blasen bilden und halt irgendwann dreckig platzen und zweitens schafft es der Anleger nichtmal, sein Vermögen risikoarm gegen 2% Inflation zu schützen.
Warum sollten die Suedlaender denn reformieren, wenn sie bei jedem Hilfeschrei die Milliarden in den Arsch geblasen bekommen? Wir sind am Arsch. Punkt.
Dann aber auch alle anderen. :sz
Das haben schon andere gemeint. Das lästige an der Inflation ist, daß sie sich eben nicht (nur schwer) beherrschen läßt.
Die Griechen haben sich nicht reformiert, als um die Einführung des Euros ging. Es aber hoch und heilig versprochen. Sie haben sich nicht reformiert, als ihnen das Wasser bis zum Halse stand. Es aber hoch und heilig versprochen. Und jetzt versprechen sie es wieder hoch und heilig, wenn ie noch ein wenig Zucker und Zeit bekommen. To be continued...
Respekt aber vor den Iren und den Portugiesen. Nach allem, was man so mitbekommt, scheinen die die Probleme durchaus in Angriff zu nehmen ( und in den Griff zu bekommen).
They came from nothing. They will go to nothing. Where's the difference?.
Die Blasen sind m.E. schon erkennbar. Der deutsche Immobilienmarkt, der sich 20 Jahre überhaupt nicht bewegt hat, dreht jetzt so richtig auf. Dabei ist der Bedarf nach neuem Wohnraum dank unserer Demografie natürlich nicht allzu groß. Trotzdem gehen im Süden und generell in attraktiveren Städten die Preise merklich nach oben. Ausländer, auch oder gerade aus Südeuropa, kaufen ohne Ende deutsche Immobilien. Neben der Blase bei den Kaufpreisen mache ich mir dann v.a. Sorgen um die Mieten. Hier in Heidelberg werden für Studenten z.T. schon in nicht ganz so attraktiven Lagen Mietpreise von 15€ kalt je m² aufgerufen. Wenn die Kaufpreise weiter steigen, wird das dann auch umgelegt werden. Es ist nur noch krank. Besser man zieht gar nicht mehr um...
Die nächste Blasen sind in den Aktien- und Anleihenmärkten. Heute hat die FED also endlich QE3 verkündet. Der Dow Jones steht nur noch rund 5 % unter dem Allzeithoch, bei Dax ist es auch nicht viel anders. Absurd, gerade werden Gewinnerwartungen fast aller Unternehmen nach unten korrigiert. Die meisten Länder stehen entweder auf der Kippe zur oder schon am Beginn einer Rezession (von Südeuropa mal abgesehen). Normalerweise müssten die Börsen jetzt mal in den Sinklug gehen. Tun sie bisher aber nicht.
Im Grunde ist die Sache ja klar. Wir befinden uns, ohne Notenbankintervention, in einem extrem deflationären Szenario. Alle haben zu viel Schulden, jeder muss abbauen. Öffentliche Schuldner können kaum mehr weitere private Schulden in ihre Bücher nehmen, weil sie sonst auch Probleme mit der Refinanzierung bekommen. Die Interventionen der Notenbanken führen dazu, dass die Entschuldung nicht brutal stattfindet. Die gesamtwirtschaftlichen Schuldenstände fallen nirgendwo. Nur in den USA sind sie ein bisschen gefallen. Stattdessen fließt die Kohle halt in Assets, sodass wir Assetpreisblasen bekommen. Die Bilanzsumme der EZB ist übrigens mittlerweile größer als die der FED. Ich weiß nicht, was die alles gekauft haben, aber die Interventionen der EZB am Sekundärmarkt müssen enorm sein.
Die setzen auf eine sanfte Entschuldung durch Inflationierung. Ob das kontrolliert werden kann, ist für mich fraglich. Andererseits ist auch klar, dass es wenig Sinn macht, darüber zu jammern, dass die Inflation höher ist als die Bankzinsen. Das ist ja der Sinn der Sache. Wenn man Schuldenschnitte macht, bluten diejenigen, die Vermögen haben ja auch.
Daneben ist aber vor allem in der Eurozone immer noch nicht klar, wie das Wirtschaftsmodell Nordeuropas mit demjenigen Südeuropas in Einklang gebracht werden soll. Wirtschaftliche Strukturen entwickeln sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte. Südeuropa hat sich jahrzehntelang anders entwickelt als Nordeuropa. Die haben keine innovativen Branchen. Es fließt kaum Geld in F&E dort, Patente werden kaum angemeldet. Kurzum, Deutschland and andere Länder haben ihren Wohlstand durch Technologieführerschaft (wenigstens in einzelnen Branchen) erreicht. Man kann in Spanien und anderswo sparen wie man will, solche Strukturen werden da trotzdem nicht in fünf Jahren entstehen, sondern im Idealfall in Jahrzehnten. Nicht mal daran glaube ich. Eher ist zu erwarten, dass die Lasten, die wir in den nächsten Jahren zusätzlich zu übernehmen haben, früher oder später auch bei uns auch an den letzten Rest an Substanz gehen werden.
Die großen Investoren müssen halt irgendwo hin mit ihrem Geld. Die Renditen für risikoarme Anleihen sind marginal, Gold-, Rohstoff- und Immobilienpreise bereits auf einem hohen Stand. Da bleibt nicht mehr viel. :sz
Sehe ich ähnlich und die Alternativlos-Rhetorik der Politiker hängt mir weiterhin zum Hals raus. Ein typischer Satz wäre "Ein Ausscheiden Spaniens aus der Eurozone bringt unkalkulierbare Risiken auch für die deutsche Wirtschaft". Aber das gleiche trifft halt auch auf bei einem Verbleib in der Eurozone zu.
Nächster Akt: Der ESM soll von 500 Mrd. auf 2 Billionen gehebelt werden: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaf...-11900584.html
Anscheinend sind nur die Finnen nicht begeistert. Unser Rollstuhlfahrer hingegen schon. :un
Naja wenn es abwärts geht rollt es sich eben leichter.
Solange die nicht begriffen haben, dass Europa erstmal institutionell reorganisiert werden muss, braucht man ueber Finanzierungen gar nicht nachdenken. So zumindest meine Meinung. Nordeuropa hat schon immer auf Stabilitaet gesetzt, gerade weil wir Sparer sind. Deswegen ist Inflation auch das Schlimmste, was einem Deutschen passieren kann. Das sind schon fast Uraengste, wenn man so will. Suedeuropa sieht das eher wie der Ami. Da wird das Schreckgespenst Inflation locker mit der Illusion egalisiert, dass man das schon wieder ausgleicht, sobald die Loehne steigen. Ein Grund, warum man keinen oekonomischen Konsens in Europa hinbekommt.
Insititutionell reorganisieren wird sich bald vielleicht Spanien, nämlich in der Form, dass die Katalanen ihre Unabhängigkeit erklären. :D
Das glaubst Du doch selbst nicht. Selbst wenn es Sinn machen würde (was es nicht tut) könnten sie das nicht durchziehen, dann wäre direkt Nordirland in Flammen, die Kurden würden wieder loslegen und die Israelis fänden das auch gar nicht so toll.
Mit Kosovo haben wir schon einen failed state direkt vor der Nase, das sollte nun wirklich niemand widerholen.
Die Bedeutung des Wortes "vielleicht" ist Dir aber schon bekannt, gell? Jedenfalls würde ich an Deiner Stelle mal nicht einfach so drüberwischen. Die Kacke dampft nämlich ziemlich: http://www.sueddeutsche.de/politik/f...lten-1.1479028
Ein institutioneller Umbau steht Spanien, auf die ein oder andere Weise, jedenfalls vor. Wenn die Katalanen unabhängig sein wollen, sollen sie es sein. Jedenfalls gibt es nun erst einmal Neuwahlen. Ob die Nordiren im Fall des Falles Stunk machen, halte ich für keine gute Diskussionsgrundlage. Was sollte das die Katalanen jucken?
Ja, die Kacke dampft nicht nur, die brennt direkt vor unserer Haustuer. Natuerllich muss Spanien umdenken, allerdings sehe ich das auf einer viel breiteren Ebene. Da unsere politische "Elite" den Euro um jeden Preis Zwangsbeatmen will, ist das der einzig Weg, wie man mit einem Minimum an Kollateralschaden aus der Sache raus kommt. Bluten werden wir in jedem Fall, soviel ist klar.
K.A. was Du damit sagen willst. :look
Dass eine Loslösung als eigener Staat nicht gemacht wird "nur" weil es die Mehrheit der Leute dort will. Solange die spanische Zentralregierung das nicht abnickt (und damit politisch und wirtschaftlich Suizid begeht) gibts da nichts.
So eine Entscheidung würde von der spanischen Regierung, der EU und evtl auch der Weltgemeinschaft (sprich USA) getroffen. Die Bevölkerung hat da nichts zu sagen.
Da habt ihr Demokratie falsch verstanden wenn Ihr das glaubt, direkte Demokratie gibt es in der Schweiz vllt, aber woanders wird das nix.
Ich habe es schon oft gesagt und sage es wieder: Demokratie ist ein Mythos.
Ein Armutszeugnis hat die IfW in ihrem Herbstgutachten abgeliefert. "Wir vermuten, dass Griechenland nicht zu retten ist.", so das kieler Institut. Da fragt man sich, ob die sich allabendlich nur noch Haferflocken durch die Nase ziehen. :hadrian
Das Griechenland, insbesondere wegen der europ. Auflagen, nicht zu retten ist, war schon kurz nach Bekanntgabe des Bankrotts eine mathematische Gewissheit. Haette ich gewusst, dass man als Wirtschaftsforscher in Deutschland so humoristisch mit derartigen Statistiken umgeht, haette ich meine berufliche Ausrichtung wahrscheinlich in andere Bahnen gelenkt.
Interessant wird auch die Zusammenarbeit von Merkel & Hollande. Bin schon gespannt, wie die Eurorettung vonstatten gehen soll, nachdem Merkel im Wahlkampf klar Stellung gegen Hollande bezogen hat. Erschwerend kommt hinzu, dass diese zwei Politiker ein fundamental gegensaetzliches Konzept davon haben, wie man dieser Krise begegnen soll. Ausser ein leichtes Beschnuppern und ein obligatorisches Kuesschen ist da noch nix passiert. Ich bin gespannt. :popcorn
Ich denke, das wussten Politiker und Wirtschaftswissenschaftler bereits vor einem Jahr. Genug Artikel, die diese Position vertraten, gab es zumindest damals schon und woher hätten es die Griechen auch nehmen sollen. Dass sie nicht binnen zwei Jahren eine konkurrenzfähige Industrie haben werden, war wohl jedem klar und bei allgeiner Rezession konnten sie das auf Basis von Tourismus und Handel nicht schaffen. Es wurde halt teuer Zeit gekauft, ob es das Wert war? :sz
Das ist ja klar. Mich stoert, dass die da keine klaren Ansagen machen und den Leuten unverfroren Trivialitaeten um die Ohren hauen.